So wird die Mehrwertsteuersenkung in Delbrück umgesetzt
Krumme Preise machen viel Arbeit

Delbrück (WB). Die Tüte Chips kostet jetzt 1,56 statt 1,59 Euro, die Kiste Limonade 7,30 statt 7,49 Euro. Der Eintritt im Delbrücker Hallenbad reduziert sich von 3,50 auf 3,40 Euro. Die vom Bundestag beschlossene vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer sorgt nicht nur für neue (und oft krumme) Preise, sondern in Geschäften und anderen Einrichtungen auch für viel Arbeit.

Donnerstag, 02.07.2020, 07:00 Uhr
Ralf Osteresch, Leiter des Delbrücker Hallenbades am Nordring, hat den Automaten im Foyer umprogrammiert. Bis zum Jahresende kostet nun zum Beispiel eine Tageskarte nicht mehr 3,50 Euro, sondern nur noch 3,40 Euro. Foto: Oliver Schwabe

Während viele Händler in den vergangenen Tagen mit dem Umetikettieren von Waren beschäftigt waren, musste zum Beispiel im Delbrücker Hallenbad der Kassenautomat umprogrammiert werden. Das Hallenbad blieb dazu am Mittwochmorgen geschlossen.

Fünf Mitarbeiter etikettieren um

Im Elli-Markt an der Schlaun­straße hatten die Mitarbeiter mit der Auszeichnung der Ware auch am Mittwoch noch reichlich zu tun. „An den Kassen sind die neue Preise selbstverständlich schon einprogrammiert, aber für die neuen Etiketten an den Regalen brauchen wir noch etwas Zeit“, sagt der stellvertretende Marktleiter Marcel Heyne. Insgesamt bis zu fünf Mitarbeiter seien damit beschäftigt, die Etiketten an den Supermarktregalen auszutauschen, sagt Heyne. Die „krummen“ Preise sehen auf den ersten Blick etwas ungewohnt aus, in Deutschland kennen die meisten Kunden eher Preise, die hinter dem Komma 98 oder 99 Cent beinhalten. Nun sind es auch schon mal 34 oder 53 Cent. „Wir sind gespannt, ob die vorübergehende Steuersenkung Auswirkungen auf das Kaufverhalten unserer Kunden hat“, so Marcel Heyne.

Neue Preise für bis zu 40.000 Artikel

„Wir sind zwar nicht verpflichtet, die Steuersenkung an unsere Kunden weiterzugeben, haben uns aber dazu entschlossen, das vollumfänglich zu tun“, berichtet Philipp Rieländer, Geschäftsführer der Lüning-Gruppe. Erkennbar werde die Preisänderung direkt am Regal auf den Etiketten. „Das bringt für unsere Mitarbeiter einen großen Mehraufwand mit sich. Das ist bei bis zu 40.000 Artikeln im Markt ein Kraftakt“, sagt Jens Krukenmeyer, Spartenleiter „Food“ bei Lüning.

Autokäufer haben auf den Juli gewartet

Auch das Autohaus Regett in Westenholz hat sich dazu entschieden, die Mehrwertsteuersenkung beim Fahrzeugkauf an die Kunden weiterzugeben. „In den vergangenen Wochen haben wir dazu vermehrt Anfragen von Kunden erhalten, die sich danach erkundigt haben und teilweise mit dem Autokauf noch bis Juli warten wollten“, sagt Hildegard Regett. Das Westenholzer Autohaus bietet die Marken Skoda, Fiat, Jeep und Mazda an. „Durch die Mehrwertsteuersenkung kann man beim Autokauf mehrere hundert Euro sparen“, sagt Regett.

Während im örtlichen Autohaus das Softwaresystem umgestellt und Preisauszeichnungen neu geschrieben werden mussten, bleiben einige Festpreise und Gebühren unverändert. Das betrifft zum Beispiel die Gebühren für die TÜV-Untersuchung.

Ticketautomat im Hallenbad neu programmiert

Im Delbrücker Hallenbad am Nordring blieben unterdessen am Mittwochmorgen die Türen geschlossen, weil Hallenbad-Leiter Ralf Osteresch damit beschäftigt war, das neue Preissystem umzusetzen und den Kassenautomaten umzuprogrammieren. „Dabei haben wir zu Gunsten der Besucher gerundet, weil der Automat nur in Fünf-Cent-Schritten umgerüstet werden kann“, sagt er.

So kostet der übliche Tagestarif jetzt nicht mehr 3,50 Euro, sondern 3,40 Euro. Rechnerisch hätten es „krumme“ 3,43 Euro sein müssen. Die Familien-Tageskarte (für Delbrück-Card-Inhaber) gibt es bis zum Jahresende nun für 9,80 statt 10 Euro. Derzeit ist der Kassenautomat im Foyer aber wegen der Corona-Bestimmungen ohnehin nicht in Betrieb, es muss bar bezahlt werden.

Bistro wegen Corona noch geschlossen

Sobald das Bistro im Hallenbad wieder öffnen darf, das derzeit ebenfalls wegen der geltenden Corona-Hygienebedingungen geschlossen bleibt, muss sich Ralf Osteresch auch hier Gedanken über die Preisgestaltung für Süßigkeiten, Pommes und Getränke machen. Nahezu überall wird derzeit also gerechnet und umetikettiert. Und wahrscheinlich heißt es dann Ende Dezember: alles wieder zurück.

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