Vorschlag der SGD-Fraktion stößt in Delbrück auf wenig Gegenliebe
Kein Wochenmarkt auf dem Kirchplatz

Delbrück (WB). Rundweg abgelehnt hat der Delbrücker Haupt- und Finanzausschuss einen Antrag der SGD-Fraktion, der zum Ziel hatte, die Marktordnung der Stadt Delbrück um einen weiteren Wochenmarkt jeweils mittwochs von 14 bis 19 Uhr zu erweitern. „Dieser Wochenmarkt sollte regelmäßig und zusätzlich auf dem Kirchplatz stattfinden”, erläuterte Antragsteller Willibald Haase.

Samstag, 06.06.2020, 08:00 Uhr
Die SGD wünscht sich einen zusätzlichen Wochenmarkt auf dem Kirchplatz. Die anderen Ratsfraktionen lehnten diesen Antrag ab. Foto: Jürgen Spies

Zur Begründung führte Haase aus, bei – so wörtlich – „einer großen Gruppe von Marktbeschickern besteht der Wunsch, in Delbrück auch auf dem historischen Kirchplatz immer mittwochs durchzuführen.“ Weiter sagte der SGD-Vorsitzende, diese Marktbeschicker würden aus „Delbrück und angrenzenden Städten” kommen.

Pfarrer würde einen Markt genehmigen

Im Auftrag „dieser neuen angehenden Marktgemeinschaft”, die in Kürze einen entsprechenden Verein gründen wolle, habe die SGD bereits Gespräche mit Pfarrer Bernd Haase geführt und eine „positive Entscheidung des Kirchenvorstandes als Eigentümer des Kirchplatzes erhalten.“

Bevor es im Ausschuss in die Diskussion ging, sagte Bürgermeister Werner Peitz, der bestehende Wochenmarkt am Freitagnachmittag auf dem Wiemenkamp sei sicherlich ausbaufähig, aber „ich halte nichts davon, den Beschickern dort jetzt Konkurrenz durch einen Markt mittwochs auf dem Kirchplatz zu machen.“ Die Beschicker auf dem Wiemenkamp „stehen dort Woche für Woche schon seit Jahrzehnten, bei Eis und Schnee, bei Regen und Hitze. Wir sollten froh und dankbar sein, dass wir uns auf sie verlassen können.” Peitz äußerte die Befürchtung, dass ein zusätzlicher Markt dazu führen könnte, dass dann „beide Märkte nicht richtig laufen und wir dann schlimmstenfalls gar keinen Wochenmarkt mehr hätten.“

Papenheinrich: „Das ist für uns kein Thema“

Für die CDU sagte Anita Papenheinrich, der Kirchenvorstand habe zwar generell eine Genehmigung für einen Markt auf dem Kirchplatz erteilt, dies allerdings an ein ganzes Bündel von Bedingungen geknüpft, die eingehalten werden müssten. Papenheinrich: „Ein Markt auf dem Kirchplatz ist für mich kein Thema.” Sie verwies ebenfalls auf den bestehenden Markt und dass es in Delbrück zudem bekanntlich zig Verbrauchermärkte mit entsprechendem Angebot gebe.

Manfred Köllner (Grüne) zeigte sich reichlich überrascht von Willibald Haases Aussage, wonach es eine „große Gruppe von Marktbeschickern” geben soll, die einen Mittwochs-Markt etablieren möchten. Köllner sprach sich dafür aus, vielmehr den bestehenden Markt zu erhalten.

Michaelis: „Wer steckt denn konkret dahinter?“

Brigitte Michaelis (PID) meinte, sie habe noch „ganz viele Fragen” zum Antrag der SGD: „Ich weiß gar nicht, wer dahinter stecken soll? Wer ist das überhaupt konkret?” So wie Haase den Antrag begründet habe, könne die PID auf keinen Fall zustimmen.

Willibald Haase mochte nicht sofort zurückstecken und brachte den Aspekt zur Sprache, dass der Kirchplatz vor gar nicht langer Zeit mit erheblichen Mitteln der Stadt saniert worden sei. Es sei viel Geld dorthin geflossen. Ein zusätzlicher Markt könne nun den Platz am Mittwochnachmittag beleben. „Ich sehe einen solchen Markt nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung”, so Haase.

Bürgermeister Peitz unterstrich: „Interessenten, die einen Platz freitags auf dem Wochenmarkt am Wiemenkamp haben möchten, sind immer willkommen!“ Die Abstimmung fiel schließlich eindeutig aus: Niemand anderes außer Haase selbst befürwortete den SGD-Antrag.

 

 

 

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