Lippstädter Straße: CDU will trotz ablehnender Stellungnahme am Ball bleiben
Landesbetrieb sieht keinen Handlungsbedarf

Delbrück (WB). Mit großer Enttäuschung haben CDU-Mitglieder des Delbrücker Stadtrates und des Kreistages die Stellungnahme des Landesbetriebes Straßen NRW in Bezug auf verkehrsregulierende Maßnahmen im Verlauf der Lippstädter Straße (Landesstraße 822) zur Kenntnis nehmen müssen. Dennoch will die Union “am Ball bleiben.”

Freitag, 29.05.2020, 07:16 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 07:20 Uhr

Im November hatte der Delbrücker Rat eine Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 70 in Teilbereichen der Lippstädter Straße sowie auf Tempo 50 in den Kreuzungsbereichen mit der Kreisstraße 61 ­(Suternstraße) und Kreisstraße 10 (Schlinger Straße) sowie den Bau von Kreisverkehren an beiden Kreuzungen beantragt.

Straßen NRW teilt nun mit, dass nach Auswertung der Unfalllage lediglich der Kreuzungsbereich Lippstädter Straße/Bösendamm als Unfallhäufungsstelle anzusehen sei. Die Unfallkommission gehe davon aus, dass eine zeitweise Verkehrsverlagerung, bedingt durch den Bau des Kreisverkehrs Westenholzer Straße / Lippstädter Straße, ursächlich hierfür ist. Es sei keine weitere Unfallhäufungsstelle auf der Lippstädter Straße vorhanden, es handele sich „um Einzelunfälle mit diversen Unfallereignissen“.

Ein einheitliches Unfallgeschehen sei nicht erkennbar. „Es zeichnet sich jedoch an keiner weiteren Stelle ein Unfallgeschehen ab, welches ein Eingreifen mit verkehrsbeschränkenden Maßnahmen erforderlich machen würde“, teilt Straßen NRW mit. Die Sichtbedingungen seien „durch den geraden Verlauf hervorragend.“ Auf der gesamten Länge sei ein straßenbegleitender, baulich getrennter Rad- und Fußweg vorhanden. Die Bushaltestellen seien von weitem zu erkennen.

“Verkehrsbelastung für eine Landstraße gering”

Laut Straßen NRW hat eine Verkehrszählung ergeben, dass auf der Lipp­städter Straße die Verkehrsbelastung für eine Landstraße gering sei. Eine weitere Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit sei „nur auf der Grundlage zwingender Gründe“ möglich.

Eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 50 km/h im Kreuzungsbereich sei aus Sicht von Straßen NRW derzeit nicht begründet. Es seien Unfälle zu verzeichnen, deren Zustandekommen jedoch eine Herabsetzung der vorhandenen zulässigen Höchstgeschwindigkeit nicht begründen würden. Auf den Kreisstraßen seien überwiegend Ortskundige unterwegs. Die Sicht auf beide Kreuzungsbereiche sei aus allen Richtungen gut, die Vorfahrtsregelungen eindeutig.

Um an den Kreuzungsbereichen Kreisverkehre zu errichten, ist eine vorrangige Einstufung durch den Regionalrat notwendig. Straßen NRW sieht aktuell allerdings keine Faktoren, die dies begründen würden. An beiden Kreuzungen sei Grunderwerb nötig, der sich m Bereich der Schlinger Straße/Leiwesdamm durch den angrenzenden Boker Kanal als sehr schwierig zu realisieren darstelle.

Wissing: “Es hat viele schwere Unfälle gegeben”

Bernhard Wissing, CDU-Vorsitzender der Kreistagsfraktion, kann die Stellungnahme von Straßen NRW nicht nachvollziehen: „Der Kreuzungsbereich der L 822 und der Suternstraße als Kreisstraße war vor geraumer Zeit bereits als Unfallschwerpunkt ausgewiesen. Dies wurde später aber wieder aufgehoben.“ Es habe speziell in diesem Kreuzungsbereich viele schwere Unfälle gegeben. Gerade ortsunkundige Autofahrer würden die vorfahrtsberechtigte Lippstädter Straße übersehen.

Als Sofortmaßnahme schlagen Wissing sowie die Westenholzer CDU-Ortsverbandsvorsitzende und stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Schormann vor, die in Westenholz im Zuge der Errichtung des Kreisverkehrs abgebauten Stopp-Schilder jetzt an der Kreisstraße 10 zu errichten. „Vermutlich wurden die Stopp-Schilder auf einem Bauhof eingelagert und liegen dort herum. Zusätzlich würden Stopp-Piktogramme auf der Straße die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer auf die Kreuzung lenken“, sind sich Wis­sing und Schormann einig. Sie wollen gemeinsam mit CDU-Kreistagskandidat Ralf Nigge­meier sowie dem Hagener CDU-Ortsverbandschef Meinolf Wolke an dem Thema dran bleiben.

Wolke bringt ferner zur Sprache, dass der Schattenwurf der Bäume – die Lippstädter Straße ist Teil der „Deutschen Alleenstraße“ – für problematische Sichtverhältnisse sorge und dass der schnurgerade Straßenverlauf nicht gerade wenige Autofahrer zu überhöhtem Tempo verleite.

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