Gesamtschule Delbrück und das Gymnasium Delbrück müssen auf Corona-Bestimmungen reagieren
Hallen werden zu Prüfungsräumen

Delbrück (WB). „Herausforderungen sind dazu da, um gemeistert zu werden.“ Vor dem Hintergrund dieses Sprichworts haben die weiterführenden Schulen aktuell alle Hände voll zu tun, um alle Vorbereitungen auf die Prüfungen ihrer Schülerinnen und Schüler zu treffen.

Dienstag, 12.05.2020, 07:15 Uhr aktualisiert: 12.05.2020, 08:04 Uhr
Blick in die jüngere der beiden Dreifachsporthallen am Schulzentrum in Delbrück. Stephan Gringard (Schulleiter des Gymnasiums) und Fachbereichsleiter Manuel Tegethoff haben die Vorbereitungen auf die Abiprüfungen abgeschlossen. Foto: Jürgen Spies

Gerade jetzt, in den schwierigen Corona-Zeiten, müssen noch zusätzliche Hürden genommen werden. Dazu gehört in Delbrück der räumliche Wechsel in die Stadthalle beziehungsweise in eine der Dreifachturnhallen.

An der Gesamtschule Delbrück werden insgesamt 271 Jugendliche an drei Tagen ihre Prüfungen absolvieren, um den Mittleren Schulabschluss nach Ende der Klasse 10 (Mittlere Reife) oder den Hauptschulabschluss zu erlangen.

Um die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten zu können, nutzt die Gesamtschule die Räumlichkeiten der Stadthalle. „Auch ohne Corona wären wir in die Stadthalle ausgewichen. Die Termine jetzt haben wir schon vor eineinhalb Jahren geblockt”, erläutert Schulleiterin Theresia Diekmann-Brusche. Dass nun eine noch einmal deutlich aufwendigere Vorbereitung erforderlich wurde, liegt auf der Hand.

Die Koordination übernahm Abteilungsleiterin Katja Schaier aus dem Leitungsteam der Gesamtschule. In der Umsetzung arbeitete sie mit Veranstaltungsmeister Klaus Engels zusammen, der jeden Quadratzentimeter der Stadthalle kennt. Engels: „Im kleinen Saal der Halle wurden 77 Plätze an Tischen eingerichtet, im großen Hallenteil 143 Plätze.“ Die Bereiche Konferenzsaal und Bierschwemme wurden geöffnet und ebenfalls für die Prüfungen möbliert.

Die Jugendlichen der 10er Klassen sind in den vergangenen Tagen noch einmal über die Prüfungsinhalte der Fächer und über die Corona-Verhaltensmaßnahmen generell sowie speziell an den Prüfungstagen informiert worden. Stichworte: verschiedene Eingänge, verschiedene Ausgänge, verschiedene Toiletten und anderes mehr.

Da an der Gesamtschule für wechselnde Jahrgangsstufen („rollierendes System”) der Unterricht nach der langen Corona-Zwangspause wieder begonnen hat, weil außerdem derzeit die Klassenverbünde aufgelöst sind und in kleineren Gruppen unterrichtet werden muss und weil in der Stadthalle an den Prüfungstagen Aufsicht geführt werden muss, „ist die Personaldecke derzeit völlig ausgereizt”, stellt Schulleiterin Diekmann-Brusche fest.

Noch mehr Abstände zwischen den Tischen und Stühlen gibt es in der jüngeren der beiden Dreifachturnhallen am Schulzentrum, wo das Gymnasium Delbrück von heute an die Abiprüfungen schreiben lässt; sieben Prüfungstage, je nach Fach, sind angesetzt. Eingerichtet wurden 80 Sitzplätze.

„Los geht es mit den Prüfungen in den Naturwissenschaften”, berichtet Schulleiter Stephan Gringard, der gemeinsam mit Oberstufenkoordinatorin Kerstin Böker den schulorganisatischen Ablauf unter Coronamaßgaben detailliert vorbereitet hat.

Das beginnt schon am Turnhalleneingang: Draußen wird eine Aufsichtsperson stehen; dann Einlass immer nur einzeln, Registrierung samt Anwesenheitsmeldung. Bevor es in die Halle geht, müssen sich die künftigen Abiturienten die Hände desinfizieren. Die dazu eingesetzten Desinfektionsmittelspender aus Edelstahl sind aktuell übrigens kaum noch erhältlich. Um dennoch Spender für den Schulträger (Stadt Delbrück) besorgen zu können, nutzte Manuel Teget­hoff, der Leiter des städtischen Fachbereiches Bildung/Sport/Kultur, Kontakte zu einem Großhandel für Metzgereibedarf.

Die in der Sporthalle aufgestellten Tische und Stühle hat das Team des städtischen Bauhofes aus dem Hagedornforum und aus einem Kursraum des Gymnasiums herbeigeschafft und mit Hausmeisterin Gerlinde Kersting aufgestellt. Ganz außen an einer Stirnwand der Halle wurden hintereinander fünf Solotische aufgestellt, an denen künftige Abiturienten aus Corona-Risikofamilien Platz nehmen sollen.

Jacken, Taschen und andere persönliche Mitbringsel dürfen sämtliche Prüflinge nicht mit an ihren namentlich gekennzeichneten Platz nehmen.

72 junge Leute haben in den vergangenen Tagen gern die Gelegenheit genutzt, letztmalig vor den Zen­tralen Abi­prüfungen persönlich in der Schule zu erscheinen, mit Fachlehrern Gespräche zu führen, Mitschüler zu treffen. „Das lief alles hochdiszipliniert ab!“, lobt Stephan Gringard. Irgendeinem Wissenszuwachs dienten die kurzen Zusammenkünfte natürlich nicht, zumal die Vorbereitungen auf die Prüfungen schon vor den Osterferien weitestgehend abgeschlossen waren. Mit den Schülerinnen und Schülern stand das Gymnasium in den vergangenen Wochen zudem sowieso ständig in Kontakt.

Auch hinsichtlich der Corona-Bestimmungen sind alle Beteiligten umfassend instruiert worden. Und nach jeder Prüfung werden sämtliche Plätze, sämtliches Mobiliar abgewischt und desinfiziert, ebenso natürlich die WC-Anlagen.

Auf einen klassischen Abisturm wird die Abiturientia 2020 wohl verzichten müssen; eine Mottowoche konnte bereits vor längerer Zeit in abgespeckter Form stattfinden. Der Abiball, ein ganz besonderes Ereignis für jeden Abijahrgang, findet nicht jetzt statt, sondern „wird verschoben auf einen Termin zu Jahresbeginn 2021“, weiß Gringard von den Planungen der 13er.

 

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