Delbrücker Gymnasiasten stellen Internet-Plattform „Corona-Union“ vor
Hilfe per Mausklick

Delbrück/Hövelhof (WB). Sie stehen kurz vor ihrer Abiturprüfung, aber in der Coronakrise haben Noah Zwiener und Alexander Wilms dennoch Zeit gefunden, Gutes zu tun. Die beiden Hövelhofer, die das Gymnasium in Delbrück besuchen, haben eine neue Internet-Plattform namens „Corona-Union“ an den Start gebracht.

Freitag, 01.05.2020, 09:00 Uhr
Noah Zwiener (links) und Alexander Wilms haben die Internet-Plattform „Corona-Union“ ins Leben gerufen. Foto: Meike Oblau

„Es ist jetzt wichtig, dass jeder bei der Bewältigung der Krise mithilft und sich mit seinen Fähigkeiten einbringt“, sagt Noah Zwiener. Der 18-Jährige hat zusammen mit seinem Schulkameraden Alexander Wilms (17) eine Internetseite programmiert. „Das Ziel der Seite ist es, als Vermittler zwischen Hilfesuchenden und denjenigen, die Hilfe anbieten, zu fungieren“, beschreibt Zwiener. Im Informatikunterricht am Gymnasium erworbene Kenntnisse halfen, den neuen Internetauftritt zügig fertigzustellen.

Einkaufen, Gartenarbeit oder Gassigehen anbieten

Jeder, der bereit ist, seine Hilfe anzubieten, kann sich online über ein Formular bei der „Corona-Union“ melden. „Als Hilfe kann zum Beispiel angeboten werden, den Einkauf für eine bedürftige Person zu übernehmen oder deren Garten zu pflegen“, beschreibt Alexander Wilms. Auch Gassigehen mit Hunden oder Hilfe in landwirtschaftlichen Betrieben seien denkbare Angebote.

Die Internetseite sei bewusst einfach gestaltet, sagt Noah Zwiener. Über die Suchfunktion kann auch gezielt nach Angeboten oder Gesuchen in bestimmten Orten Ausschau gehalten werden. Die ersten größeren Organisationen unterstützen die Plattform bereits, zum Beispiel der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes und die Corona-Hilfe Hövelhof. Die beiden Schüler wohnen in der Sennegemeinde.

Schüler bieten das Projekt ehrenamtlich an

Angebote und Gesuche, die per Formular eingehen, werden in eine PDF-Liste übertragen. Zuvor werden die eingegangenen Nachrichten von Noah Zwiener und Alexander Wilms überprüft und erst dann freigeschaltet, um Missbrauch vorzubeugen. „Die angebotene Hilfe ist natürlich jederzeit freiwillig und niemand verpflichtet sich zu irgendetwas, allerdings bringen die Eintragungen nur dann etwas, wenn sie auch zu einer erfolgreichen Vermittlung mit einem Hilfesuchenden führt“, sagt Noah Zwiener. Die aktuelle Lage könne nur überwunden werden, wenn jeder mithelfe und gerade jene Menschen unterstütze, die vielleicht keine Freunde oder Angehörigen haben, die ihnen im Alltag unter die Arme greifen können. Das Projekt „Corona-Union“ ist ehrenamtlich und finanziert sich bisher ausschließlich aus eigenen Beiträgen.

Sollte die Corona-Krise hoffentlich bald überwunden sein, soll das aber möglichst nicht das Ende der aufgebauten Plattform sein, sagen die beiden Gymnasiasten: „Dann wäre es denkbar, sie umzuwandeln in eine generelle, aber regionale Internetseite für Nachbarschaftshilfe.“ Weitere Informationen unter www.corona-union.de .

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