Ehemaliges Rathaus in Delbrück: Dringlichkeitsentscheidung über 500.000 Euro
Umbau wird weitaus teurer

Delbrück (WB). Der Umbau des ehemaligen Rathausgebäudes Marktstraße 6 zur schulischen Nutzung durch die weiter wachsende Gesamtschule wird erheblich teurer als zunächst angenommen. Wie berichtet muss die Stadt eine halbe Million Euro mehr dafür einplanen. Ursprünglich war mit Umbaukosten in Höhe von etwa 1,155 Millionen Euro gerechnet worden. Weil aktuell keine Ratssitzungen stattfinden, sind nun per Dringlichkeitsentscheidung die noch erforderlichen 500.000 Euro Haushaltsmittel zusätzlich genehmigt worden. Die Gesamtkosten klettern auf fast 1,7 Millionen Euro.

Dienstag, 07.04.2020, 08:30 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 09:46 Uhr
Im Inneren des alten Schulgebäudes und den Anbauten, die längere Zeit als Rathaus-Teilstandort genutzt wurden, wird seit Januar daran gearbeitet, den Komplex für eine Nutzung durch die weiter wachsende Gesamtschule zu ertüchtigen. Foto: Jürgen Spies

Teil der „alten Volksschule“ nutzt die Gesamtschule bereits

Ein Blick zurück: Mit dem Ergebnis des Ratsbürgerentscheides am 17. Februar 2019 stand fest, dass die Verwaltung aus dem Rathausgebäude Marktstraße 6 ausziehen wird. Die Abbruch- und Umbauarbeiten begannen zu Jahresbeginn 2020. Ziel ist es, den gesamten Gebäudekomplex zur Nutzung als Gesamtschule zu ertüchtigen. Den Gebäudeteil aus den 60er Jahren und einen Teil der „alten Volksschule“, dessen älteste Teile vor 108 Jahren errichtet wurden, nutzt die Gesamtschule bereits seit einiger Zeit.

Erst im dritten Quartal des vergangenen Jahres – nachdem der städtische Fachbereich Bildung und die Schulleitung gemeinsam ein neues Raumkonzept erstellt hatten – konnte nach Angaben des beauftragten Architekten Dipl.-Ing Wolfgang Just eine Entwurfsplanung erarbeitet werden, die auch die Grundlage für die Beauftragung des neuen Brandschutzkonzeptes, verbunden mit gestiegenen Anforderungen, war. Ferner ergaben sich durch die modifizierte Planung kleinere, aber auch größere Verschiebungen im Grundriss des Komplexes.

„Mein Fehler war, dass ich die vor knapp vier Jahren lediglich pauschal angegebenen Kosten nun nicht rechtzeitig angepasst habe“, gestand Wolfgang Just in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses, die kurz vor den Einschränkungen durch die Corona-Krise stattfand.

Erhöhter Aufwand auch durch verschärfte Schulbaurichtlinie

Und erst mit Beginn der Umbauarbeiten Anfang Januar wurde der wahre Zustand der elektrotechnischen Anlagen und der Leitungsführung in weiten Teil des Gebäudes deutlich. Nach Angaben des beauftragten Fachplanungsbüros Heuel & Schauerte (Meschede) zeigte sich, dass die Arbeiten zur Ertüchtigung der Elektroleitungen und der elektrotechnischen Anlagen – darunter EDV, Notstromversorgung, elektroakustische Anlagen, Alarmierung, Sicherheitsbeleuchtung – wesentlich umfangreicher durchzuführen sind. Eine Folge: Es müssen sehr viele Kabeltrassen gelegt werden.

Der erhöhte Aufwand ist nach Angaben von Markus Hückelheim, Leiter des städtischen Fachbereiches Bauen und Planen, unter anderem auch den verschärften Anforderungen aus der erst im vergangenen Jahr überarbeiteten Schulbaurichtlinie geschuldet.

Der Mehraufwand sei nicht zuletzt durch einen erheblichen Sanierungsstau im Gebäude Marktstraße 6 hervorgerufen worden. Hückelheim: „Auch die Weiternutzung als Rathaus hätte mittel- und langfristig dazu geführt, dass die Leitungsführung, die Sicherheitsbeleuchtung und Notstromversorgung sowie die gesamte EDV zu erneuern gewesen wäre.“

Fertigstellung für Ende Oktober geplant

Die endgültige Fertigstellung ist nunmehr für Ende Oktober 2020 geplant. Damit kann der für das Schuljahr 2020/2021 noch reduzierte Raumbedarf der neuen Oberstufe zunächst gedeckt werden; auf Ausweichräume könne verzichtet werden, sagte Hückelheim. Unter anderem entstehen durch den Gebäudeumbau 14 Klassenräume.

In der Bauausschusssitzung hatte Jürgen Wrona, sachkundiger Bürger der Grünen, das gesamte Vorhaben in scharfer Form kritisiert. Er sprach von einem „Desaster auf der ganzen Linie“ und dass „Bürger die Zeche zahlen müssen“; die Ratsmehrheit sei dafür die „Vollstreckerin“; für das „Tricksen und Täuschen“ habe man jetzt „die Quittung bekommen.“

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