Ordnungsamt überprüft in Delbrück die Einhaltung des Kontaktverbots
Freundlich, aber bestimmt

Delbrück (WB). Das Thermometer zeigt fast 20 Grad Celsius, die Sonne scheint am strahlend blauen Himmel. Man könnte davon ausgehen, dass sich Tausende ins Freie begeben, um ein tolles Frühlingswochenende zu genießen – wäre da nicht das Corona­virus, das weite Teile des öffent­lichen Lebens lahmgelegt hat.

Sonntag, 05.04.2020, 22:00 Uhr
Ralf Fischer vom Ordnungsamt der Stadt Delbrück kontrollierte am Wochenende neuralgische Punkte in der Innenstadt – wie hier den Abenteuerspielplatz hinter dem Hallenbad. Foto: Axel Langer

Auch am Wochenende kontrollierte das Delbrücker Ordnungsamt das Kontaktverbot. Verwaltungsmitarbeiter Ralf Fischer nahm neuralgische Punkte in Augenschein: „Im Großen und Ganzen werden die Einschränkungen eingehalten. Die Menschen bleiben tatsächlich sehr viel zu Hause. Aber an einigen Stellen muss doch kontrolliert werden.“

Während der Öffnungszeiten des Ordnungsamtes sind die Mitarbeiter der Verwaltung, verstärkt durch Mitarbeiter des wegen der Corona-Krise geschlossenen Hallenbades, in Delbrück unterwegs. Außerhalb der Öffnungszeiten übernimmt ein Sicherheitsdienst diese Aufgaben. Kontrolliert werden gesperrte Sportanlagen, Spielplätze und Schulhöfe, aber auch, ob die Hygienemaßnahmen in den geöffneten Geschäften eingehalten werden.

„Die Geschäfte dürfen nur eine bestimmte Personenzahl ins Ladenlokal lassen. Lebensmittelgeschäfte beispielsweise müssen pro Kunde eine Bewegungsfläche von zehn Quadratmetern rechnen. Die meisten Geschäfte regeln dies über die Zahl der Einkaufswagen. Jeder Kunde, der das Geschäft betritt, muss daher einen Einkaufswagen nutzen, egal, wie groß oder klein der Einkauf ist. Auch die vorgegebenen Desinfektionsstationen werden kontrolliert“, erläutert Fischer.

Kontrollgang beginnt auf dem Abenteuerspielplatz

Seinen Kontrollgang beginnt er auf dem Abenteuerspielplatz hinter dem Hallenbad. „In den vergangenen Tagen habe ich hier regelmäßig Personen angetroffen, die dann darauf hingewiesen wurden, dass der Spielplatz gesperrt sei. Bei manchen Personen ist da schon Überzeugungskraft gefragt“, berichtet Fischer.

Vorbei am Sportplatz am Nordring und über die Schulhöfe des Campus geht es Richtung Innenstadt. Bei den Beachvolleyball­feldern fällt auf, dass die Netze abgebaut sind und dass das umzäunte Spielfeld mit einem Vorhängeschloss gesichert ist. Im Bereich der Calisthenicsanlage halten sich zwei junge Männer auf, die freundlich aber bestimmt gebeten werden, die Anlage zu verlassen. „Das geht nicht immer so reibungslos“, sagt Ralf Fischer.

Er erzählt, dass in Einzelfällen auch Bußgelder verhängt wurden. In einem Fall sei der Inhaber eines Ladenlokals mit einem hohen Bußgeld belegt worden, da sich in seinem Beisein fünf weitere Personen getroffen hätten – und das wiederholt. „Das sind aber glücklicherweise Einzelfälle“, sagt der Ordnungsamtsmitarbeiter.

Augenmerk gilt gastronomischen Betrieben

Sein Augenmerk gilt den gastronomischen Betrieben mit Straßenverkauf wie etwa Eisdielen. „Dort ist lediglich der Verkauf außer Haus erlaubt. Dabei gilt natürlich in der Warteschlange die Abstandsregel. Und im Umkreis von 50 Metern dürfen Speisen oder Eis nicht verzehrt werden, um Menschenansammlungen zu vermeiden“, erklärt Fischer den Inhabern der Eisdielen. Der Umgangston ist höflich; man hat das Gefühl, allen Beteiligten ist der Ernst der Situation klar.

Fischer blickt schon auf das Osterwochenende und kündigt intensive Kontrollen der Osterfeuer an. Nach Genehmigung sei das Abbrennen erlaubt, am Feuer dürfen sich aber nur Aufsichtspersonen aufhalten. Personenansammlungen sind verboten.

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