Böhmische Klänge mit Ernst Hutter und seinen Musikanten in Delbrück
Egerländer bleiben sich treu

Delbrück (WB). „Immer wieder Polka“ ist ein bei Blasmusik-Freunden bekanntes und beliebtes Stück. Der Titel könnte auch das Motto von Ernst Hutter und seinen Egerländer Musikanten sein. Am Samstag gaben die Erben vom „König der Blasmusik“ Ernst Mosch ein fröhliches Konzert in der Delbrücker Stadthalle.

Sonntag, 08.03.2020, 20:55 Uhr aktualisiert: 08.03.2020, 21:00 Uhr
Mit ihrem typischen Sound und ihrer Stilistik begeistern die Egerländer Musikanten das Publikum seit vielen Jahren. In Delbrück waren viele jüngere Freunde dieser Musik im Saal zu sehen. Dirigent Ernst Hutter (vorne) spielte auch Tenorhorn. Foto: Andreas Berenbrinker

Volkstümlicher Blasmusik hängt der Ruf von Spießigkeit, dem Muff der alten Zeit und eine „Fanbase“ jenseits der 70 Jahre an. Dass dieses Klischee keineswegs der Realität entspricht, bewiesen die Egerländer Musikanten mit ihrem Leiter Ernst Hutter. Die 600 Gäste in der Stadthalle feierten ein fröhlich-buntes Fest voller böhmischer Melodien. Zu beobachten war dabei, dass auch auffallend viele jüngere Gäste dabei waren – vornehmlich Mitglieder aus Musikvereinen und Blaskapellen aus der Region.

Typischen Egerländer-Sound eindrucksvoll zelebriert

„Bleib Dir treu“, so lautet der Titel der Tournee, die die Musiker neben Deutschland auch durch Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Belgien, Frankreich, Ungarn, Finnland und Luxemburg führt. Und tatsächlich bleiben die Egerländer sich mit ihrer Musik seit mehr als 60 Jahren treu und sind damit immer noch erfolgreich. 1956 gründete die Polka-Legende Ernst Mosch die Kapelle, Ernst Hutter übernahm den Taktstock nach Moschs Tod im Jahr 1999.

Die Egerländer Musikanten in Delbrück

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  • Die Egerländer Musikanten in Delbrück
Foto: Andreas Berenbrinker
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Der typische Egerländer-Sound wurde von den Instrumentalisten auf der Bühne eindrucksvoll zelebriert. Die feschen Männer, darunter viele junge Musiker, sind Vollprofis. Hier passt jeder Ton, virtuose Läufe werden fehlerfrei interpretiert, der Spaß und die Freude an der Musik sind ihnen sichtlich anzumerken. Das Programm wird bestimmt von Polkaklängen – helle Klarinettentöne, der tiefe brassige Sound von Tuba und Posaune und glanzvoll-lieblich gespielte Soli der Tenorhörner. Hier gerät jeder Blasmusikfreund ins Schwärmen. Und dann sind da noch die Trompeten und Flügelhörner, die von Moderator Edi Graf als Königsinstrumente bezeichnet werden. Das scheinbar leichte Spiel bis in ganz hohe Oktaven, ein majestätischer Klang.

Gesangseinlagen mit durchaus schnulzigen Texten

Mittendrin immer Ernst Hutter, ein Vollblutmusiker. Er dirigiert seine Jungs nicht nur, er spielt auch Tenorhorn oder greift zum Mikrofon, um die Sänger Katharina Praher und Nick Loris zu unterstützen. Gerade bei den Gesangseinlagen mit durchaus schnulzigen Texten hat das Konzert auch etwas von „heiler Welt“, aber die Egerländer-Stilistik und der satte Klang machen diesen Eindruck wett.

Neben einigen Walzerklängen und Märschen war die Polka an diesem Abend tonangebend. Eher unbekannte Stücke, oft selbst geschrieben von Orchestermusikern, wechselten sich mit Klassikern der Blasmusik ab. „Gablonzer Perlen“ oder die „Wachtelpolka“ sind jedem ein Begriff.

Ihre nächste Tournee starten die Egerländer Musikanten übrigens in Ostwestfalen. Der Startschuss für die Konzertreihe 2020/21 fällt am 10. Oktober in der Stadthalle Beverungen (Kreis Höxter).

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