Delbrücker Kinder üben richtiges Verhalten beim Ein- und Aussteigen
Busschule statt Klassenzimmer

Delbrück (WB). Aliah steht direkt vor dem parkenden Schulbus. Hinterm Steuer sitzt ihre Klassenkameradin Christel. „Ich kann dich gar nicht sehen“, ruft die Fünftklässlerin vom Fahrersitz aus. Die Kinder der Delbrücker Gesamtschule werden heute mal unter freiem Himmel in der Ladestraße unterrichtet: Busschule statt Klassenzimmer heißt es für sie am Donnerstag.

Freitag, 06.03.2020, 07:00 Uhr
Die Gesamtschüler gehen in die „Busschule“. An der Ladestraße erklären ihnen die Polizisten Alexandra Dulisch und Andreas Droste sowie Busfahrerin Petra Ilseke, wie sie sich beim Ein- und Aussteigen sowie während der Fahrt richtig verhalten. Foto: Jörn Hannemann

Genau dort, an der Ladestraße, war es am Nikolaustag vergangenes Jahr zu einem schweren Unfall gekommen . Im Gedränge nach Schulschluss war eine Gesamtschülerin gestürzt und mit dem Fuß unter den Vorderreifen eines fahrenden Busses geraten . Um zu verstehen, wie gefährlich Drängeleien oder anderes Fehlverhalten an der Haltestelle , aber auch im Bus selbst sind, werden die Gesamtschüler an diesem Morgen von den Polizisten Alexandra Dulisch und Andreas Droste sowie Busfahrerin Petra Ilseke von der BBH unterrichtet.

Auch der „tote Winkel“ steht auf dem Stundenplan

Eine Reaktion auf dem Unfall im Dezember ist das aber nicht. „Dieses Bustraining haben wir schon immer für die Fünftklässler auf dem Stundenplan gehabt“, sagt Schulleiterin Theresia Diekmann-Brusche. Im Verkehrserziehungskonzept, für das an der Gesamtschule ihr Kollege Marco Grimm zuständig ist, stehen zudem auch Unterrichtseinheiten zum Thema „toter Winkel“ sowie Radfahrtraining und ab Klasse acht ein Mofakursus.

Wie diesmal das Bustraining läuft alles sehr praxisbezogen ab. Polizeihauptkommissarin Alexandra Dulisch zeigt den Kindern, warum sie hinter der auf den Bürgersteig gemalten weißen Linie warten sollen, wenn ein Bus ankommt oder abfährt – unter anderem deshalb, weil Teile des Busses beim Rangieren schon mal auf den Gehweg ragen. „Durch Drängeln kommt man auch nicht schneller in den Bus“, mahnt sie und rät vor allem dazu, schon beim Einsteigen den Tornister abzunehmen und die Fahrkarte parat zu halten, damit es zügiger klappt: „Die ersten, die einsteigen, sollten zudem bis hinten durchgehen und nicht mitten im Bus stehen bleiben“, sagt sie.

Jüngere Schüler kommen im Bus oft nicht an die Haltegriffe heran

Auch das Freihalten von Plätzen für Freunde sollte möglichst unterbleiben. „Wenn sich alle vernünftig verhalten, wäre es außerdem gut, wenn die kleineren Schüler sitzen könnten und die Größeren stehen würden, denn die Kleineren kommen manchmal gar nicht an die Haltegriffe im Bus heran, um sich festzuhalten“, sagt die Polizistin.

Dann steigen alle in den Bus ein. Drinnen übernimmt Busfahrerin Petra Ilseke von der BBH die Erläuterungen, sie erklärt zum Beispiel die Piktogramme an den Buswänden. Eines mahnt dazu, sich gut festzuhalten, wenn man mit einem Stehplatz vorlieb nehmen muss: „Am besten mit beiden Händen, die Schultasche zwischen die Füße stellen“, sagt sie.

Sensoren verhindern, dass jemand in der Bustür eingeklemmt wird

Petra Ilseke zeigt den Kindern auch, wie man im Notfall die hintere Bustür von Hand öffnen kann, während Polizeioberkommissar Andreas Droste die Fünftklässler ermahnt, niemals einen der roten Nothammer zu klauen. Auch warum sie keine Angst haben müssen, in den Bustüren eingeklemmt zu werden, demonstriert Petra Ilseke den Schülern: „Die Türen sind mit Sensoren ausgestattet und gehen nicht zu, wenn jemand in der Tür steht.“

Auf dünne Hindernisse wie zum Beispiel einen Schal reagieren die Sensoren aber nicht: „Deswegen solltet Ihr nie jemanden, der draußen steht, am Schal ziehen, das ist kein Spaß, das kann gefährlich werden, wenn der Schal in der Tür klemmt und der Bus anfährt!“ Sie hofft ebenso wie die Polizisten, dass die Kinder nun entsprechend sensibilisiert sind. Ein erneuter Unfall wie am Nikolaustag soll unbedingt vermieden werden.

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