Frers: Delbrücker Batteriehersteller braucht jetzt einen kapitalstarken Eigentümer
Paragon stellt Voltabox zum Verkauf

Delbrück (WB). Der Automobilzulieferer Paragon will sich von seiner Beteiligung an dem Batteriehersteller Voltabox trennen. Das Unternehmen ist vor acht Jahren in Delbrück zunächst innerhalb des Geschäftsbereichs Elektromobilität der damaligen Paragon AG – heute Pargaon GmbH & Co. KGaA – gegründet worden. 2017 folgten die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und der Gang an die Frankfurter Börse.

Dienstag, 03.03.2020, 13:45 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 13:24 Uhr
Klaus Dieter Frers ist Vorsitrzender der Geschäftsführung von Paragon und Aufsichtsratschef der Voltabox AG. Foto: Jörn Hannemann

Heute hält Paragon noch 60 Prozent der Aktien, der Rest befindet sich in Streubesitz. Insgesamt ist Voltabox derzeit an der Börse knapp 100 Millionen Euro wert. Paragon sucht nach eigenen Angaben einen Ankerinvestor, der zumindest die Mehrheit der zur Verfügung stehenden Aktien übernimmt. Bevorzugt würden Unternehmen aus den Branchen, die Voltabox beliefert. Grundsätzlich seien aber auch reine Finanzinvestoren willkommen.

Paragon: 2021 wird eine große Anleihe fällig

Begleitet wird der Verkauf nach Angaben von Paragon-Sprecher Stefan Westemeyer von der Oddo Seydler Bank. Die Einnahmen aus dem Verkauf will der Pargaon-Konzern in die eigenen automobilen Zulieferbereiche – digitale Assistenzsysteme, Sensorik und Karosserie-Kinematik – investieren. Daneben geht es bei Paragon auch um das Thema Liquidität. Eine 2017 von Paragon begebene Anleihe am deutschen Finanzmarkt über 50 Millionen Euro wird schon 2022 fällig. Eine weitere Anleihe über 35 Millionen Euro wurde 2019 in der Schweiz platziert.

Abnehmer für die Lithium-Ionen-Batteriesysteme von Voltabox sind insbesondere Hersteller von autonom fahrenden Gabelstaplern, schweren Minen- und Baufahrzeugen sowie Landmaschinen. Der automobile Bereich hat dagegen nicht die größte Bedeutung, so dass es kaum noch Überschneidungen mit dem Geschäftsgebiet von Paragon mehr gibt. Ausgenommen ist der Nutzfahrzeugbereich: Aktuell kooperiert Voltabox mit der Firma e-troFit bei der Umrüstung von Dieselbussen auf Elektroantrieb. 2020 ist eine mittlere zweistellige Zahl an Bussen geplant. Daneben produzieren die Delbrücker auch Batteriesysteme für E-Bikes, Pedelecs und Golfcarts.

Frers: Voltabox braucht jetzt einen finanzstarken Partner

Klaus Dieter Frers , mit 50 Prozent plus eine Aktie Mehrheitsaktionär und Vorstandsvorsitzender bei Paragon sowie Voltabox-Aufsichtsratschef, begründet die geplante Trennung damit, dass Voltabox in der jetzigen Situation einen starken Partner brauche, um „das volle Wachstumspotenzial auszuschöpfen“. Dazu brauche es Eigentümer mit mehr Kapital, als Paragon zur Verfügung stehe.

In den vergangenen ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2019 hat Voltabox nach vorliegenden Zahlen den Umsatz um 13,2 Prozent auf 37,9 Millionen Euro gesteigert. Gleichzeitig rutschte das Ergebnis (Ebitda) aber mit minus 5,4 Millionen Euro tief in die Verlustzone. Vor einem Jahr war in der Kasse noch ein Gewinn noch 4,9 Millionen Euro.

Wegen der Verschiebung eines Großauftrags startete Vorstandschef Jürgen Pampel im Sommer 2019 ein Programm zur Kosteneinsparung. Die Beschäftigtenzahl ging von 282 auf 232 zurück. 174 arbeiten in Delbrück, weitere 17 in Korntal und in Aachen. Hinzu kommt eine Tochterfirma in Austin im US-Staat Texas.

In der Folge ging auch das Ergebnis bei der Paragon AG deutlich zurück. Zu dem von Frers ebenfalls gegründeten Automobilhersteller Artega, der von Delbrück mit dem „Karo“ den E-Auto-Kleinwagenmarkt auffrischen will, gibt es keine unternehmensrechtliche Verbindung, weder zu Paragon noch zu Voltabox.

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