Mutter kritisiert fehlende Aufsicht an der Haltestelle am Delbrücker Schulzentrum
Mädchen unter Bus geschubst: Not-OP

Delbrück (WB). Weil ein 15-Jähriger sie geschubst hatte, ist eine zwölfjährige Schülerin am Freitagmittag mit dem Fuß unter den Reifen eines Schulbusses geraten. Das Mädchen kam schwer verletzt ins Krankenhaus und musste notoperiert werden. Die Mutter des Kindes, das die Delbrücker Gesamtschule besucht, kritisiert nun im Gespräch mit dem WV die fehlende Busaufsicht am Schulzentrum und hat einen Anwalt und die Schulleitung eingeschaltet.

Sonntag, 08.12.2019, 22:00 Uhr aktualisiert: 08.12.2019, 22:42 Uhr
Symbolfoto Foto: Jörn Hannemann

Nach Polizeiangaben geschah der Unfall gegen 13.40 Uhr auf der Ladestraße. Ein 52-jähriger Schulbusfahrer wollte die Bushaltestelle Schulzentrum anfahren, um dort eine Gruppe Schüler aufzunehmen. Als der Bus die Haltestelle fast erreicht hatte, wurde die Zwölfjährige aus der Gruppe heraus von hinten von einem 15-Jährigen gestoßen. Durch den Stoß verlor sie das Gleichgewicht, stolperte nach vorne und geriet mit dem linken Fuß unter den hinteren Reifen des Gelenkbusses. Dadurch zog sich das Mädchen schwere Verletzungen zu. Die Verletzungen wurden notärztlich versorgt. Das Mädchen wurde anschließend ins Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Mutter musste ihre Tochter noch am Freitag notoperiert werden, eine weitere OP stehe ihr in dieser Woche noch bevor.

Mehrere Knochenbrüche und massive Quetschungen

Die Mutter der Zwölfjährigen schildert die dramatischen Minuten rund um den Unfall: „Meine Tochter wollte, als der Bus angefahren kam, an der hinteren Tür einsteigen. Wie so oft gab es Geschubse. Dann ist meine Tochter gestürzt und der schwere Bus ist ihr über den linken Fuß gefahren.“ Mehrere Knochenbrüche, massive Quetschungen sowie verletzte Sehnen und Muskeln seien die Folge gewesen. Ob bleibende Schäden zu befürchten sind, stehe derzeit noch nicht fest. Die Freundin ihrer Tochter habe sie telefonisch informiert, der Fahrer eines nachfolgenden Busses habe vorbildlich Erste Hilfe geleistet und Polizei und Rettungsdienst verständigt.

„Jeden Tag Kämpfe und Gedrängel“

„Meine Tochter hat mir nach dem Unfall erzählt, dass der 15-jährige Junge sie schon häufiger drangsaliert habe, einmal sei sie dabei auch mit ihrer Hand zwischen die Bustüren geraten“, berichtet die Mutter. Sie könne nicht verstehen, dass es an der stark frequentierten Bushaltestelle am Schulzentrum keine Busaufsicht gebe: „Dort steigen so viele Kinder ein und aus, nämlich die Schüler des Gymnasiums, der Gesamtschule und der Johannes-Grundschule. Die Schulbusse sind oft viel zu voll und es gibt eigentlich jeden Tage Kämpfe und Gedrängel, weil jedes Kind einen der raren Sitzplätze ergattern will“, beschreibt die Mutter.

Sie werde nun an der Delbrücker Gesamtschule bei Schulleiterin Theresia Diekmann-Brusche einen Antrag auf Einberufung der Schulkonferenz stellen, um dieses Thema zu erörtern und nach Lösungen zu suchen. Am Montag habe sie zudem einen Termin bei der Kriminalpolizei, auch ein Rechtsanwalt sei eingeschaltet. Den Busfahrer, betont sie ausdrücklich, treffe an diesem Unfall überhaupt keine Schuld: „Er konnte das nicht verhindern und sein Chef und er haben auch sofort den Kontakt zu mir gesucht und nachgefragt, wie es meiner Tochter geht.“

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