Bezirkskönige und langjährige Vorstandsmitglieder beim Verbandstag in Delbrück geehrt Große Freude über Wanderpokal

Delbrück (WB). Zum zweiten Mal nach 1996 haben die Westenholzer St.-Joseph-Schützen den Verbandstag des Schützenbezirks Paderborn-Land ausgerichtet. Aus 28 der 29 Mitgliedsbruderschaften waren 600 Schützen ins beheizte Festzelt auf dem Schützenplatz gekommen.

Von Axel Langer
Die beiden neuen Bezirkskönige Martin Amedick aus Dörenhagen und Frank Bröckling aus Hövelhof (rechts) nahmen unter großem Jubel die Wanderpokale entgegen.
Die beiden neuen Bezirkskönige Martin Amedick aus Dörenhagen und Frank Bröckling aus Hövelhof (rechts) nahmen unter großem Jubel die Wanderpokale entgegen. Foto: Axel Langer

Für die Westenholzer Schützen klingt mit der Ausrichtung des Bezirksschützentags das 100-jährige Jubiläum aus. »Wir haben rund 30 Vereine in Westenholz. Mit 1000 Mitgliedern ist die Schützenbruderschaft der größte Verein im Ort«, machte Brudermeister Hubert Wiesing in seiner Begrüßung die Bedeutung der Bruderschaft für Westenholz deutlich. Er dankte allen Helfern und Aktiven, die an der Organisation des Bezirksverbandstages mitgewirkt haben.

Vereine als Rückgrat der Dörfer

»Ich habe das Gefühl, hier wird schon seit zwei Jahren gefeiert. Es begann mit dem Bundesköniginnentag und ging dann mit dem Jubiläum nahtlos weiter«, fühlte sich Bezirksbundesmeister David Steffens in Westenholz wohl.

Neben zahlreichen Obristen, Majestäten und politischen Vertretern konnte er das Bundeskönigspaar Hans-Christian und Gabi Lummer sowie Diözesanpräses Martin Göke, Bezirkspräses Bernhard Henneken und Diözesanjungschützenpräses Bernhard Liekmeier begrüßen.

Die Bedeutung des Ehrenamtes in den Dörfern unterstrich Bernhard Wissing, der Landrat Manfred Müller vertrat. »Die Vereine sind Rückgrat der Dörfer. Das außerordentliche Engagement der Schützen im kirchlichen, sozialen und karitativen Bereich sind die Korsettstangen des Zusammenhalts«, so Wissing. Dies unterstrich auch Delbrücks Bürgermeister Werner Peitz: »Schützen stehen für viele Projekte in der Region. Hier werden Werte genauso wie Verbundenheit, Harmonie und Kameradschaft vermittelt.« Mit Blick auf die Schlüsselstellung betonte Peitz: »Wir brauchen die Schützenbruderschaften mehr denn je für das Zusammenleben in der Gesellschaft.«

Bundeskönig Hans-Christian Lummer will Europakönig werden

»Am 7. September ist mit mir etwas passiert, das noch nie mit mir passiert ist. Wirklich realisiert habe ich das erst beim Festzug am Sonntag«, ließ der Bundeskönig Hans-Christian Lummer das Bundesfest in Schloß Neuhaus und seine erfolgreiche Schießeinlage nochmals Revue passieren. Er nannte den Titel des Europakönigs beim Europaschützenfest 2021 in Belgien als Ziel. Für den 18. April laden Hansi und Gabi Lummer zu einem Bundeskönigsball ein. Gleichzeitig wies Hansi Lummer auf einen Pin hin, der zugunsten von Behinderten-Wohnheimen in der Diözese verkauft wird.

Die Ehrungen leitete David Steffens ein mit der Übergabe der großen Wanderpokal an die neuen Bezirkskönige Frank Bröckling von der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Hövelhof und Martin Amedick von der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Dörenhagen. Bereits während der Messe wurden die Königsketten und die Bezirksstandarte übergeben. Mit dem Verdienst- und Ehrenzeichen mit Eichenkreuz in Gold wurde der scheidende Bezirksgeschäftsführer geehrt. Michael Gräfner gehört 20 Jahre dem Bezirksvorstand an und ist in seiner Heimatbruderschaft Ostenland noch als Seniorenwart sowie als Schriftführer der Haupter Kompanie aktiv. Gleichzeitig wurde er zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt.

Verdienst- und Ehrenzeichen verliehen

Das Verdienst- und Ehrenzeichen mit Eichenkreuz in Silber erhielt der scheidende stellvertretende Bezirksbundesmeister Meinolf Fleitmann. In seiner Heimatbruderschaft Ostenland war er als Jungschützenmeister, Schießmeister und stellvertretender Schriftführer lange aktiv, ehe er 2011 zum stellvertretenden Bezirksbundesmeister gewählt wurde. Fünf Jahre war er erster Stellvertreter. Außerdem wurde der Medienbeauftragte Robért Hohmuth mit einem Präsent verabschiedet. »Alle drei Schützenbrüder haben ihr Wissen vorbildlich für das Schützenwesen eingesetzt«, dankte David Steffens.

Der Oberst des Sudhagener St.-Heinrich-Schützen, Ingo Knepper, kündigte an, dass der nächste Bezirksverbandstag am 21. November in Sudhagen stattfinden wird: »Vor 21 Jahren fand der letzte Bezirkstag in Sudhagen statt. Wir freuen uns auf viele Schützen. Die Halle ist bereits gemietet.«

Mit Vorführungen bereicherten der Schützenchor Westenholz, die Schießonkels aus Schöning und die Musikfreunde Westenholz den Bezirksverbandstag.

Kritik am AfD-Schreiben

Der Bundesmeister im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Emil Vogt, kritisiert ein Schreiben der AfD an christliche Bruderschaften als Versuch der Vereinnahmung. Nach Worten des stellvertretenden Bundesschützenmeister Walter Finke habe die AfD Sorgen vieler Schützen und Jäger in Bezug auf eine mögliche Verschärfung des Waffenrechts aufgegriffen.

Mit deutlichen und unmissverständlichen Worten wies Finke das AfD-Schreiben zurück: »Wir legen großen Wert auf politische Unabhängigkeit und dulden keine politische Vereinnahmung. Es gibt bei den Schützen keine inhaltliche Nähe zur AfD. Wir Schützen sind weltoffen und zukunftsorientiert und zeigen, dass unser Heimatbegriff auf ein Miteinander setzt und nicht auf Ausgrenzung. Wir pflegen unsere Heimat und geben denen eine Heimat, die aus den verschiedensten Gründen heimatlos geworden sind«, machte Finke deutlich. Mit lautstarkem Beifall machten die gut 600 Schützen deutlich, dass sie die Position von Walter Finke und Emil Vogt unterstützen. (al)

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