Negatives Neun-Monats-Ergebnis drückt auch auf die Bilanz der Paragon AG
Voltabox will 2020 wieder durchstarten

Delbrück (WB). Der schon nicht mehr überraschende Gewinneinbruch bei Voltabox drückt im dritten Quartal auch auf das Ergebnis der Paragon AG. Der Delbrücker Autozulieferer hält 60 Prozent an der Schwesterfirma, die sich auf Batteriesysteme spezialisiert hat und im Sommer vor allem durch die Verschiebung eines Großauftrags in ein schwieriges Fahrwasser geraten ist.

Donnerstag, 14.11.2019, 08:39 Uhr aktualisiert: 14.11.2019, 08:42 Uhr
Blick auf die Firmenzentralen von Paragon und Voltabox in Delbrück. Artega gehört nicht zum Verbund. Foto: Jörn Hannemann

Inzwischen hat Vorstandschef Jürgen Pampel bei Voltabox viele Maßnahmen zur Kosteneinsparung bereits umgesetzt. Die Beschäftigtenzahl ging im Wesentlichen durch Kündigung von Leiharbeitsverträgen und Beendigung von Arbeitsverhältnissen, die noch in der Probezeit waren, von 282 auf 232 zurück. Einige Kündigungen gab es auch, allerdings nur am amerikanischen Standort Austin. 174 Beschäftigte arbeiten in Delbrück, weitere 17 in Korntal und in Aachen.

Während der Umsatz von Voltabox in den ersten drei Quartalen um 13,2 Prozent auf 37,9 Millionen Euro gestiegen ist, rutschte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) mit minus 5,4 Millionen Euro tief in die Verlustzone. Vor einem Jahr waren noch 4,9 Millionen Euro in der Gewinnkasse. 2020, wenn die Fixkosten um 30 Prozent gesenkt seien, erwartet Voltabox ein deutlich besseres Ergebnis. Dann sollen auch die Netto-Finanzschulden von derzeit acht Millionen Euro schnell ausgeglichen werden. Ihnen stehen ohnehin Vorräte für Projekte, die für 2020 geplant sind, in Höhe von 66,8 (Vorjahr: 27,2) Millionen Euro gegenüber.

Porsche größter Kunde

Vom nächsten Jahr an wird Voltabox mit der Firma e-troFit bei der Umrüstung von Dieselbussen auf Elektroantriebe kooperieren. Etwa 1000 Busse sind im ersten Jahr geplant. Umsatztreiber soll zudem auch 2020 die Produktion von Batteriemodulen und -systemen für Gabelstapler sein. Weitere Einsatzgebiete sind etwa E-Bikes, Pedelecs und Golfcarts.

Als Folge des geplanten Gewinneinbruchs bei Voltabox ist auch das Ergebnis (Ebitda) bei der Paragon AG von 17,2 auf 3,1 Millionen Euro zurückgegangen. Der Umsatz stieg dank eines starken Automobilgeschäfts bis Ende September um 11,6 Prozent auf 132,6 Millionen Euro. Für 2020 erwartet Vorstandschef Klaus Dieter Frers ein Umsatzplus von vier Prozent auf dann 240 Millionen Euro. Paragon habe die Chance, vom Strukturwandel in der Autoindustrie sogar zu profitieren. Die Delbrücker beliefern vor allem die Premiumsegmente der deutschen Automobilhersteller. Größter Kunde ist inzwischen Porsche, gefolgt von Daimler und BMW.

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