Schweizer Mikroauto-Erfinder erwirken Werbe- und Verkaufsverbot
Gericht stoppt Artega Karo

Delbrück (WB). Nächste Runde im großen Streit um ein kleines Auto. Die Schweizer Familie Ouboter, Erfinder des Mikrowagens Microlino, hat ein Werbe- und Verkaufsverbot für den zum Verwechseln ähnlichen Karo der Delbrücker Autoschmiede Artega erwirkt. Das Landgericht München hat eine entsprechende Einstweilige Verfügung erlassen. Bei Zuwiderhandlung drohen Artega und deren Chef Klaus Dieter Frers ein Ordnungsgeld zwischen fünf und 250.000 Euro oder bis zu sechs Monate Ordnungshaft.

Dienstag, 01.10.2019, 04:00 Uhr
Der Mikrowagen Artega Karo bei der IAA. Foto: Schmitz
Der Microlino der Familie Ouboter gilt als das Original.

Der Microlino der Familie Ouboter gilt als das Original.

Der von Artega übernommene italienische Autobauer TMI sollte den Microlino ursprünglich bauen. Artega entwickelte auf dieser Basis den Karo. Als Auslöser für die neue Eskalation des seit Monaten laufenden Streits nennt Oliver Ouboter die Weltpremiere des Artega Karo bei der Automesse IAA vor drei Wochen. Die Microlino-Macher sehen darin einen Verstoß gegen die zuvor beim Oberlandesgericht München erwirkte Einstweilige Verfügung. Deshalb auch läuft dort nun ein Verfahren zur Feststellung eines Ordnungsgelds von 250.000 Euro. »Es ist gegen die Absprache und die Vorgabe des Gerichts ein Auto gezeigt worden, das sich kaum vom Microlino unterscheidet«, sagt Ouboter. Er spricht von einem wiederholten Vertrauensbruch.

16.000 Vorbesteller warten auf den Microlino

Artega-Chef Klaus Dieter Frers hatte bei der IAA betont, dass er eine ausreichende Unterscheidung sieht. Zur aktuellen Entwicklung wollte er sich gestern nicht äußern, da die neue Einstweilige Verfügung noch nicht vorliege. Artega nahm die Internetseite aber vorsorglich vom Netz.

Um einen langen Rechtsstreit zu vermeiden, haben beide Seiten Interesse an einer außergerichtlichen Lösung betont. »Dafür brauchen wir aber einen fairen Deal«, sagt Ouboter. Auf den Microlino warteten 16.000 Vorbesteller.

Kommentare

Thomas  wrote: 03.10.2019 17:30
Das kann doch nicht wahr sein
Mensch Frers,

man kann doch als Auftragsfertiger nicht ein bisschen 50iger-Jahre Klimbim ans Auto"chen" kleben und das als sein eigenes Produkt anbieten. Sie verzögern die Auslieferung des Microlino, auf den rd. 15000 Kunden (ich auch) warten. Schluss damit!
@ Rainer  wrote: 01.10.2019 22:53
Microlino vs. Karo
@ Rainer, gebe dir Recht, hier kann es nur zwei Verlierer geben. Traurig genug.
Noch trauriger allerdings, dass offensichtlich in Deutschland mittlerweile noch dreister kopiert wird als in Asien. Haben wir das nötig?
Der Messeauftritt auf der IAA war toll, sowohl bei Microlino als auch bei Karo. Karo wurde bei Paragon und Voltabox ausgestellt, vielleicht äußert sich Herr Freers bei Gelegenheit einmal dazu, wie denn diese Aktivitäten finanziert werden. Aktionäre von Paragon oder Voltabox machen sich sicher auch den einen oder anderen Gedanken zu dem Thema.
Rainer  wrote: 01.10.2019 10:44
Karo ./. Microlino
Ich war auf der IAA in Frankfurt sowohl in Halle 4 (Microlino) als auch in Halle 5 (Artega). Ohne Wertung der juristischen Situation : der Gesamtauftritt und auch die persönliche Präsentation des Kleinwagens waren bei Artega um Klassen engagierter und professioneller als in Halle 4 ! Man hatte ganz einfach den Eindruck, daß hier mit viel mehr Herzblut und Kundenzuwendung an die Sache herangegangen wurde. Ich finde es bedauerlich, daß das Produkt jetzt wieder soweit in den Hintergrund gedrückt wird, daß dem einen oder anderen der Geduldsfaden reisst. Mir ergeht es jedenfalls so !
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