Delbrücker Konzerne erwarten statt Gewinne nun Millionenverluste Voltabox belastet Paragon

Delbrück (WB). Probleme beim Delbrücker Batteriesystemspezialisten Voltabox AG reißen auch den Mutterkonzern Paragon in die roten Zahlen. Der Autozulieferer spürt zudem in Teilbereichen die Absatzschwäche in der angestammten Branche.

Von Oliver Horst
Kämpft mit Verlusten: Paragon-Chef Klaus Dieter Frers.
Kämpft mit Verlusten: Paragon-Chef Klaus Dieter Frers. Foto: Besim Mazhiqi

Wie die börsennotierten Unternehmen am Montagabend mitteilten, erwarten sie für das Gesamtjahr statt stattlicher Gewinne nun Verluste in Millionenhöhe. Die Aktienkurse stürzten nachbörslich um rund 15 Prozent ab. Voltabox (243 Mitarbeiter) kündigte einen Sparkurs an, will auf den Einsatz von zuletzt 28 Leiharbeitern sowie teure Überstunden verzichten.

Der Batteriespezialist kürzte die Umsatzprognose für das laufende Jahr von 105 bis 115 auf 70 bis 80 Millionen Euro. Statt eines operativen Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) von bis zu 10 Millionen wird nun ein Verlust von rund 6 Millionen erwartet. Dafür gebe es zwei Gründe. So verschiebe sich bei der US-Tochter ein 20 Millionen Euro schwerer Großauftrag für die Notstromversorgung von 5G-Mobilfunkmasten. Der Kunde habe kurz vor dem Start der Serienproduktion die Anforderungen geändert. Die ersten Systeme sollen nun erst gegen Ende des Jahres ausgeliefert werden. Dieser Bereich biete aber auch in Deutschland große Chancen.

Zudem wird Voltabox wegen der Umstellung der Technologie bei einem Zell-Lieferanten seine Produktion in Teilen für Monate unterbrechen müssen. Damit würden sich Umsätze von mindestens 12 Millionen Euro verschieben.

Im ersten Halbjahr steigerte Voltabox seine Erlöse um 77 Prozent auf 32 Millionen Euro. Das Ebit fiel aber von 0,1 auf minus 3,6 Millionen. Der Verlust der US-Tochter mit 80 Beschäftigten belief sich auf 3,5 Millionen. Hier sollen die Kosten besonders optimiert werden. 2020 soll die Konzentration auf profitablere Geschäfte wieder Gewinne sichern.

Paragon senkte wegen der Tochter sein Umsatzziel um 30 auf 200 bis 210 Millionen. Statt eines Ebit-Gewinns von 19 Millionen wird nun ein Verlust von 2 bis 4 Millionen erwartet. Dies wird zusätzlich zu den Problemen der Tochter, an der Paragon 60 Prozent hält, mit Belastungen von 7 Millionen Euro im Autogeschäft begründet. Die Integration der 2017 übernommenen HS Genion, höhere Anlaufkosten und geringere Produktabrufe eines Autobauers wirkten sich trotz steigender Umsätze negativ aus. Im ersten Halbjahr wuchs der Erlös um 22 Prozent auf 96 Millionen. Das Ebit verschlechterte sich aber von 4,8 auf minus 5,4 Millionen Euro.

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