Neue Chefin Anja Bauer zieht nach einem halben Jahr Zwischenbilanz
»Auch jüngeres Publikum anlocken«

Delbrück (WB). Seit einem halben Jahr weht in der Stadthalle ein neuer Wind: Anja Bauer hat die Regie übernommen – und auf die neue Geschäftsführerin warten noch viele weitere Aufgaben. Eine erste Zwischenbilanz zieht Anja Bauer im Interview mit WV-Redakteurin Meike Oblau.

Mittwoch, 08.05.2019, 06:00 Uhr
Die Mitarbeiterinnen der Stadthalle und der Demag arbeiten seit Jahresbeginn an der Boker Straße unter einem Dach: Tanja Vörckel, Anja Bauer, Britta Kuboth (hinten von links) sowie (vorne sitzend) Annegret Kneuper. Foto: Meike Oblau

Die Stellenbeschreibung für die Nachfolge von Dr. Bernhard Winnemöller und Ursula Bertelsmeier hatte es im vergangenen Jahr in sich: Programmplanung und Weiterentwicklung für die Stadthalle, Umsetzung von Stadtfesten, verkaufsoffenen Sonntagen und Musikfestivals in Absprache mit der Demag, Tourismus, Leerstandsmanagement – haben Sie sich in all diese Aufgaben seit dem 1. Oktober schon eingefuchst?

Anja Bauer: Es war abgesprochen, dass ich mich zunächst auf den Bereich Stadthalle fokussiere. Ich bin ja im Herbst auch mitten in der kulturellen Hauptsaison eingestiegen, da war ich in Sachen Veranstaltungsplanung und Abrechnung gleich voll drin. Die anderen Bereiche sollen nun nach und nach dazu kommen.

Vorangetrieben wird ja bereits die für 2020 geplante Verschmelzung der Delbrücker Betriebsführungs- und Stadthallengesellschaft (Debus) und der Delbrücker Marketinggemeinschaft (Demag) zur Delbrücker Betriebsführungs-, Stadthallen- und Standortmarketing GmbH. Wie sind die ersten Schritte gelaufen?

Bauer: Im Januar sind die drei hauptamtlichen Demag-Mitarbeiterinnen Britta Kuboth, Birgit Lindemann und Annegret Kneuper vom Rathaus in der Langen Straße in ein neues Büro in der Stadthalle umgezogen. Dadurch rücken wir auch räumlich schon einmal näher zusammen und bilden ein gemeinsames Team, das kurze Wege hat, um sich auszutauschen. Das gleiche gilt übrigens auch für das ursprüngliche Stadthallen-Team mit Tanja Vörckel und unserer ganzen Mannschaft. Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden und es ist natürlich hilfreich, dass es viele Mitarbeiter gibt, die Haus und Hof seit vielen Jahren kennen und so etwas wie die guten Seelen der Stadthalle sind.

Neue Gestaltungslinie für die Stadthalle

Dennoch soll es ja auch neue Impulse geben. Wie sehen die aus?

Bauer: Zum einen haben wir an einer neuen Gestaltungslinie für die Stadthalle gearbeitet: Logo, Farbgebung, Plakatgestaltung, Internetauftritt. Das werden wir in Kürze vorstellen. Und zum anderen geht es natürlich auch darum, wie wir uns in Zukunft inhaltlich aufstellen. Da gilt es zum einen, an bewährten Veranstaltungen festzuhalten, die unsere Besucher lieb gewonnen haben, zum anderen aber auch, zu überlegen, was man neu anbieten kann, um langfristig gesehen auch jüngeres Publikum anzulocken. Da haben wir durchaus neue Sachen vor, einige sind ja auch schon festgelegt und auf unserer Homepage zu sehen. Der Vorverkauf für Bülent Ceylan läuft, im Oktober werden wir die erste Delbrücker Lachnacht feiern, wir nehmen Poetry Slam mit ins Programm und haben mit Sotiria und Jini Meyer, der Ex-Frontfrau von Luxuslärm, auch musikalisch jüngere Künstler verpflichtet. Um das Warten auf Weihnachten zu verkürzen, bieten wir außerdem am 23. Dezember ein Familienprogramm um 17 Uhr an, das Theaterstück »Eine Weihnachtsgeschichte« nach der Romanvorlage von Charles Dickens.

Stichwort Theater – ist das ein Genre, von dem Sie sich vorstellen können, das in der Stadthalle häufiger anzubieten? In Lippstadt, wo Sie vorher gearbeitet haben, sind die Theateraufführungen, teils mit bekannten Fernsehstars, sehr erfolgreich.

Bauer: Ich kann mir mehr Theater vorstellen, aber das wird jetzt kein absoluter Schwerpunkt des Programms werden. Wir sehen aber, dass die Stücke, die wir anbieten, gut ankommen. Daher kommt in diesem Jahr auch das Berliner Kriminaltheater wieder, am 26. Oktober mit »Arsen & Spitzenhäubchen«, und auch Heidi Mahler und das Ohnsorgtheater sind wieder im Programm, im Januar mit »Ein Mann mit Charakter«. 2020 ist die Aufführung der »Wanderhure« geplant.

Bedürfnisabfrage unter Delbrückern und Besuchern

Zusammen mit der Demag sind Sie auch für Stadtfeste und andere Aktivitäten zuständig. Sind auch hier Neuerungen geplant?

Bauer: Wir haben die großen und bewährten Stadtfeste wie das Stadt- und Spargelfest und den Katharinenmarkt, dazu die sommerliche Veranstaltungsreihe »Mittwochs in«. Da noch weiter zu expandieren, halte ich für schwierig, man darf eine Stadt auch nicht überfrachten mit Terminen. Mir schwebt für die Zukunft aber ohnehin mal eine Art Bedürfnisabfrage unter Delbrückern und Besuchern vor, um zu erfahren, was die sich für die Zukunft wünschen. Wir sind natürlich auch ständig mit den Vertretern in unseren Gremien im Gespräch und werden schauen, wie wir die Zukunft gemeinsam weiter gestalten.

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