Arbeitskreis legt Bericht im Delbrücker Sozialausschuss vor
Zahl der Drogendelikte steigt drastisch

Delbrück (WB/al). »Die Drogenproblematik ist schwer greifbar, da es keine offene Szene gibt. Aber es gibt einige verborgene Stellen, wo Drogen vermutlich eine Rolle spielen«, führte Schulsozialarbeiter Albrecht Römhild in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses des Rates der Stadt Delbrück aus. Auf Antrag der PID-Fraktion hatte ein Arbeitskreis einen Überblick erarbeitet

Samstag, 04.05.2019, 07:04 Uhr aktualisiert: 04.05.2019, 07:30 Uhr

Auf Antrag der PID-Fraktion hatte ein Arbeitskreis einen Überblick erarbeitet. Der Bericht wies einen starken Anstieg der polizeibekannten Drogendelikte bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus. Nach Rücksprache mit der Kreispolizeibehörde wurden im Jahr 2014 durch die Polizei 23 Verstöße festgestellt. Seit 2015 (26 Delikte) ist ein sprunghafter Anstieg zu verzeichnen. Im Jahr 2016 wurden 34, im Jahr 2017 sogar 59 Delikte festgehalten. Für das Jahr 2018 ist eine weiter steigende Tendenz festzustellen.

»Aus meiner beruflichen Erfahrung weiß ich, dass wir eine hohe Dunkelziffer haben. Die wahre Zahl dürfte um das drei- bis vierfache höher liegen«, ergänzte Frank Drake, der auch Mitglied des Arbeitskreises ist.

Nach Recherche von Albrecht Römhild erfolgt ein großer Teil der Drogenbeschaffung über das Internet, aber auch vor Ort werde gedealt. Als solche Orte nannte der Schulsozialarbeiter das Schulzentrum, den Bereich um das Kinder- und Jugenddorf, die Dreifachsporthalle, den Bereich hinter dem Hallenbad sowie verschiedene Spielplätze. »Allerdings geschieht dies weit außerhalb der normalen Nutzungszeiten, in der Dunkelheit und versteckt«, so Albrecht Römhild.

»Werden Regelverstöße im öffentlichen Raum bekannt, so ahnden Schule oder Jugendtreff diese konsequent«, führte Albrecht Römhild aus. Am Gymnasium gäbe es eine Ansprechpartnerin in Sachen Drogenberatung, an der Gesamtschule noch nicht.

Alle Parteien sprachen sich dafür aus, die Präventionsarbeit zu stärken. Dazu sollten verschiedene Aktionen überlegt werden. Frank Drake (SPD) stellte klar, dass die Zunahme kein explizit Delbrücker Problem sei. Aber: »In Delbrück wurden in den letzten Jahren zwei Hanfplantagen ausgehoben. Ich gehe davon aus, dass jede Drogenart in Delbrück zu bekommen ist«, so der Fachmann.

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