Stadt Delbrück ist mit neuem Projekt auf der Suche nach bezahlbaren Wohnungen
Zuschüsse für sozial schwache Mieter

Delbrück (WB). Mit einem neuen Förderprogramm möchte die Stadt Delbrück für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen. Das Projekt soll sozial Schwächeren günstige Mieten, aber gleichzeitig Vermietern angemessene Mieterlöse sichern. Dazu will die Stadt mit dem so genannten »Ankauf von Belegungsrechten« Zuschüsse zu Wohnungsmieten zahlen.

Donnerstag, 04.04.2019, 07:00 Uhr
Mit bis zu 2,50 Euro pro Quadratmeter möchte die Stadt Delbrück Vermieter bezuschussen, die Wohnungen an sozial Schwache vermieten. Der Rat muss noch zustimmen. Foto: dpa/Armin Weigel

Im Sozialausschuss hatte es eine einstimmige Empfehlung dafür gegeben, dieses kreisweit derzeit einmalige Projekt mit außerplanmäßigen Haushaltsmitteln in Höhe von 30.000 Euro zu fördern. Die endgültige Entscheidung trifft am kommenden Donnerstag, 11. April, der Stadtrat.

Der Leiter des Fachbereichs Soziales, Ulrich Mehringskötter, erklärt, wie das Projekt in der Praxis funktionieren soll. »Ein Vermieter hat eine freie Wohnung und meldet diese Wohnung bei der Stadtverwaltung. Wir schauen uns die Wohnung an, zum Beispiel hinsichtlich der Lage und der Zimmeraufteilung. Wenn diese Wohnung für das Projekt in Frage kommt, kann der Vermieter mit von uns vorgeschlagenen Mietinteressenten einen Mietvertrag abschließen und von den Mietern in Delbrück-Mitte bis zu fünf Euro pro Quadratmeter und in den Ortsteilen bis zu 4,50 Euro pro Quadratmeter verlangen. Die Stadt zahlt 2,50 Euro pro Quadratmeter oben drauf.«

Stadt zahlt Vermietern 2,50 Euro pro Quadratmeter »obendrauf«

Diese 2,50 Euro sind der so genannte Kompensationsbeitrag der Stadt. »Um alten Wohnbestand weiterhin für finanzschwächere Mieter zu erhalten, soll Vermietern der Vorschlag gemacht werden, der Stadt Delbrück das Belegungsrecht an freistehenden Wohnungen gegen Zahlung dieses Beitrags abzutreten und ihr die Mieterauswahl zu überlassen«, beschreibt Verwaltungsmitarbeiterin Rita Köllner, die die Idee zu diesem Projekt von Sitzungen des Netzwerks »Der Kreis Paderborn hält zusammen – für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung« mitgebracht hat. Neu sei das Projekt nicht, sagt Köllner, es werde derzeit aber vor allem in Großstädten umgesetzt. »Im Kreis Paderborn zeigen viele Kommunen Interesse, wir haben das Projekt den Bürgermeistern und Fraktionsvorsitzenden vorgestellt und mir liegt viel daran, das jetzt in Delbrück voranzutreiben.«

Rat soll 30.000 Euro überplanmäßig bereitstellen

Mit den eingeplanten 30.000 Euro könnten bis zu 1000 Quadratmeter Wohnraum bezuschusst werden. »Es gibt reichlich Bedarf«, erklären Ulrich Mehringskötter und Rita Köllner unisono. »Mietkosten sind inzwischen auch bei uns oft dermaßen horrend, dass sich das selbst Normalverdiener oft kaum noch leisten können, gerade Familien mit Kindern nicht«, beschreibt Köllner.

»Wir haben in Delbrück mehr als 100 Haushalte, die nach Wohnungen suchen, und erwarten mehr als weitere 100 Personen, die wir aufzunehmen haben«, erläutert Ulrich Mehringskötter die zum Teil prekäre Situation auf dem sozialen Wohnungsmarkt . »Gleichzeitig wird sich die Zahl der öffentlich geförderten Wohnungen in den nächsten Jahren auch in Delbrück erheblich verringern«, erklärt er den aktuellen Handlungsbedarf.

Ausgleichsabgabe soll gestaffelt werden

Mieter, die in eine Wohnung einziehen, für die die Stadt das Belegungsrecht hat, müssen übrigens nicht befürchten, ausziehen zu müssen, wenn sich ihre Einkommensverhältnisse verbessern. »Das Projekt sieht Staffelungen bei der Ausgleichsabgabe der Stadt vor. Hat ein Mieter im Vergleich zur Situation bei seinem Einzug irgendwann mehr Geld zur Verfügung, reduzieren wir unseren Zuschuss. Das kann so weit gehen, dass die kompletten 2,50 Euro irgendwann wegfallen, ist aber immer abhängig vom Einkommen des Mieters«, erklärt Ulrich Mehringskötter. Die Stadt hoffe auf Wohnungsangebote von interessierten Vermietern.

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