Staatsanwaltschaft kündigt für Donnerstag Erklärung an – Polizei suchte in Delbrück nach der Tatwaffe 33-Jähriger erstochen: Festnahmen im Mordfall

Delbrück (WB/per/spi). Eine erste ganz heiße Spur: Nach dem Mord an einem 33-jährigen Deutschrussen in Delbrück sind am Mittwoch zwei Personen festgenommen worden. Das bestätigte am Abend der Paderborner Staatsanwalt Kai Waschkies gegenüber dieser Zeitung.

Die Polizei stellte Einsatzfahrzeuge in der Siedlung ab und befragte dort Hausbewohner, ob sie in der Tatnacht Beobachtungen gemacht haben.
Die Polizei stellte Einsatzfahrzeuge in der Siedlung ab und befragte dort Hausbewohner, ob sie in der Tatnacht Beobachtungen gemacht haben. Foto: Jörn Hannemann

Zuvor hatten Beamte einer Hundertschaft das Umfeld des Tatortes an der Friedrich-von-Spee-Straße nochmals nach der Tatwaffe abgesucht und Anwohner befragt. Wie Waschkies bestätigte, stehen die Festnahmen im Zusammenhang mit dieser Polizeiaktion. Nähere Angaben zu den Festgenommenen wollte er nicht machen, kündigte jedoch für Donnerstag eine Erklärung an. So soll denn auch im Laufe des Tages geklärt werden, ob sich der Anfangsverdacht gegen die beiden Personen erhärtet und diese dem Haftrichter vorgeführt werden.

Suche nach der Tatwaffe geht weiter

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag vergangener Woche hatte ein Passant im Bereich der Friedrich-von-Spee-Straße gegen 0.15 Uhr einen blutüberströmten Mann leblos aufgefunden. Bei dem Opfer handelt es sich um einen 33-jährigen Deutschrussen aus Delbrück.

Die vom Polizeipräsidium Bielefeld eingesetzte zehnköpfige Mordkommission »Spee« unter der Leitung von Kriminalhauptkommissarin Jutta Horstkötter sucht weiterhin das Tatwerkzeug, das am Freitag, 30. November, in der Friedrich-von-Spee-Straße benutzt wurde. Dazu erhielten die Ermittler am Mittwoch Unterstützung durch Beamte einer Einsatzhundertschaft. Weil bislang nur wenige Hinweise durch Zeugen eingegangen sind, werden weiterhin Befragungen in den angrenzenden Häusern rund um den Tatort in der Wohnsiedlung beidseits der Ostenländer Straße stattfinden.

Am Freitagnachmittag hatte eine Obduktion des Leichnams ergeben, dass der 33-Jährige erstochen worden war. Die massiven Stichverletzungen am Hals und im Brustbereich führten zu einem Verbluten des Mannes, der – so war in den vergangenen Tagen in Delbrück zu hören – ein unauffälliges Leben führte.

Bisher kein Motiv

Grablichter, Kerzen, Rosen, Nelken, Gestecke und ein steinerner Engel sind am Tatort an der Friedrich-Spee-Straße abgelegt worden – dort. Foto: Jörn Hannemann

Polizeibeamte gingen bei ihren Nachforschungen am Mittwoch in der Siedlung von Haus zu Haus, schellten an den Haustüren, legitimierten sich durch Vorzeigen des Polizei-Dienstausweises und fragten die Bewohner unter anderem, ob sie in der Tatnacht irgendwelche Beobachtungen gemacht haben, die von Belang sein können, um zur Aufklärung des Verbrechens beizutragen. Nachgegangen wird jedem Hinweis. Die Befragungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Polizeibeamten hinterließen an Häusern, in denen sie am Mittwoch niemanden antrafen, Informationen über ihren Besuch und dass diesmal nicht angetroffene Bewohner noch aufgesucht und befragt werden. Hinsichtlich eines möglichen Tatmotivs gab es bislang noch keinerlei Angaben.

Am Tatort waren am Freitag zahlreiche Grableuchten und Blumen niedergelegt worden. Auf einer Kerzenfassung steht der Satz »Nur die Besten sterben jung.«

Ein Anwohner der Siedlung sagte am Mittwoch in einem kurzen Gespräch mit dieser Zeitung: »Das ist so schrecklich, was da passiert ist! Zu wissen, dass der Täter noch frei ’rumläuft, ist wirklich beäng­stigend und beunruhigend. Hoffentlich wird der Täter schnell ermittelt.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6236844?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851065%2F