Delbrücker PID fordert finanzielle Unterstützung für Transport nach Westenholz Hagener OGS-Kinder benachteiligt?

Westenholz/Hagen (WB). Für den Grundschulverbund Westenholz-Hagen plant die Stadt Delbrück wie berichtet, ein Nachmittags-Betreuungsangebot in Form einer Offenen Ganztagsgrundschule einzurichten - allerdings nur am Standort in Westenholz. Wie auch Kinder, die in Hagen zur Schule gehen, daran teilnehmen können, das fragt jetzt Brigitte Michaelis im Namen der PID-Fraktion.

Von Meike Oblau
Am Grundschulverbund Westenholz-Hagen, hier Schulleiter Andreas Potthast, soll eine Offene Ganztagsschule eingerichtet werden. Betreut werden sollen die OGS-Kinder am Nachmittag allerdings ausschließlich am Standort Westenholz.
Am Grundschulverbund Westenholz-Hagen, hier Schulleiter Andreas Potthast, soll eine Offene Ganztagsschule eingerichtet werden. Betreut werden sollen die OGS-Kinder am Nachmittag allerdings ausschließlich am Standort Westenholz. Foto: Meike Oblau

Für den Schulausschuss am Donnerstag, 12. April, hat Michaelis im Namen ihrer Fraktion einen Antrag eingereicht: Sie möchte, dass die Stadt Delbrück Fahrten für die Hagener Kinder zur OGS nach Westenholz nicht nur organisiert, sondern auch bezahlt. Die Stadt Delbrück hatte bisher gesagt, dass Hagener Kinder natürlich gerne für die Nachmittagsbetreuung in Westenholz angemeldet werden könnten, deren Eltern die Fahrten aber selbst organisieren und bezahlen müssten.

Mindestens 15 Kinder müssen angemeldet werden

Ende vergangenen Jahres hatte die Stadt Delbrück an beiden Standorten des Grundschulverbundes den Bedarf für eine Nachmittagsbetreuung abgefragt - mit besagter Einschränkung, dass die Stadt sich nicht darum kümmern werde, wie Kinder aus Hagen nach Schulschluss nach Westenholz kommen. Mindestens 15 Kinder müssen angemeldet werden, damit sich das Angebot einer OGS in Westenholz lohnt.

Bei der Elternabfrage hatten 16 Westenholzer Eltern angegeben, sich für ein OGS-Angebot zu interessieren. Dazu kamen sechs weitere Interessensbekundungen vom Teilstandort in Hagen. »Von diesen sechs Eltern wären aber fünf nicht bereit, ihr Kind für eine Nachmittagsbetreuung in Westenholz anzumelden«, erläuterte Schulamtsleiter Manuel Tegethoff damals die Umfrageergebnisse.

240 Fragebögen verschickt

Insgesamt hatte die Stadt 240 Fragebögen an die Eltern der Erst- bis Drittklässler und an die Eltern, deren Kinder bereits für die erste Klasse im Schuljahr 2018/19 angemeldet sind, ausgegeben. 166 der 240 Eltern beteiligten sich an der Umfrage. Davon gab die deutliche Mehrheit an, entweder gar keine Betreuung über den reinen Schulunterricht hinaus zu wünschen (82) oder mit einer Betreuung im Bereich von 8 bis 13 Uhr zufrieden zu sein (55). Sieben Antworten waren nicht zuzuordnen.

Schulamtsleiter Manuel Teget­hoff sagte gegenüber dem WV, er gehe davon aus, dass die 17 Kinder (16 aus Westenholz, eins aus Hagen), deren Eltern in der Umfrage Interesse bekundet hatten, dann im Sommer auch fest für die OGS angemeldet werden: »Ich denke, wir haben klar gemacht, dass wir uns wünschen, dass aus der Umfrage eine gewisse Verbindlichkeit resultiert, damit wir planen können.«

PID stellt Antrag für den Schulausschuss am 12. April

Nun aber wünscht sich die PID eine Diskussion darüber, wie die Fahrten der interessierten Hagener Kinder organisiert und finanziert werden könnten. »Aus unserer Sicht ist es nicht tragbar, dass Eltern ihre Kinder selbst nach dem Unterricht nach Westenholz bringen müssen«, heißt es in dem Antrag der PID. »Wie sollen Eltern, die aufgrund ihrer Berufstätigkeit auf die Betreuung in der OGS angewiesen sind, selbst ihre Kinder dort hinbringen? Diese Möglichkeit haben die Eltern wohl eher nicht«, schreibt Brigitte Michaelis. Der Grundschulverbund sei eine Schule und müsse gleiche Chancen und Möglichkeiten für alle Kinder bieten: »Daher ist es nur gerecht, den Kindern aus dem Standort Hagen auch eine Teilnahme an der OGS am Standort Westenholz zu ermöglichen.«

Schulamtsleiter Manuel Tegethoff sagte auf WV-Anfrage, eine gesetzliche Regelung für diesen Fall gebe es nicht: »Das muss letztlich die Politik entscheiden, ob wir Organisation und Finanzierung der Fahrten den Eltern überlassen oder ob die Stadt sich beteiligt oder alles komplett übernimmt.« Er habe den Wunsch der PID so verstanden, dass geprüft werden soll, ob möglicherweise ein Kleinbus eingesetzt werden könne, der die Hagener »OGS-Kinder« mittags nach Westenholz und nachmittags wieder zurück nach Hagen bringe.

Zwei interessierte Träger haben sich beworben

Derzeit ist übrigens noch nicht klar, wer die Betreuung in der OGS in Westenholz anbieten wird. Die Stadt hatte das Projekt ausgeschrieben. Schulamtsleiter Manuel Tegethoff sagte dem WV, ihm lägen nach Ablauf der Frist zwei Bewerbungen von interessierten Trägern vor, die jetzt überprüft würden.

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