Neue PiD-Fraktion stellt sich vor – Gründung nach Querelen in der Delbrücker FDP »Wir wollen 2020 in allen Bezirken antreten«

Delbrück (WB/spi). Dem großen Knall vor einem Monat in der Delbrücker FDP-Fraktion sind interne Querelen über einen längeren Zeitraum vorausgegangen. Das haben in einem Gespräch mit dieser Zeitung die Ratsmitglieder Brigitte Michaelis, Friedo Skirde, Andreas Hansel und Michael Skirde erklärt. Dieses Quartett hatte die FDP-Fraktion verlassen und eine neue Fraktion, die PiD (Politik in Delbrück), gegründet (das WV berichtete). Für die FDP verbleibt nur Roze Özmen im Rat.

Andreas Hansel, Brigitte Michaelis (vorne) sowie (hinten von links) Michael Skirde und Friedo Skirde bilden die neue PiD-Fraktion im Delbrücker Rat.
Andreas Hansel, Brigitte Michaelis (vorne) sowie (hinten von links) Michael Skirde und Friedo Skirde bilden die neue PiD-Fraktion im Delbrücker Rat. Foto: Jürgen Spies

»Es ging einfach nicht mehr. Im Dezember war das Fass übergelaufen. Wir waren uns einig, dass wir einen Schlussstrich ziehen müssen«, sagt Brigitte Michaelis, die die FDP-Fraktion als Vorsitzende geführt hatte. Andreas Hansel bemerkt: »Wir haben es uns nicht leicht gemacht, haben zigfach versucht, mit Roze Özmen zu sprechen, sind aber mit ihr auf keinen Nenner gekommen.«

Weiter ins Detail mochten die Vertreter der neuen PiD-Fraktion im Gespräch mit dem WV nicht gehen. Deutlich wurde jedoch, dass sie auch über das zwischenmenschliche Miteinander enttäuscht sind und dass es mit Roze Özmen in politischen Fragen zudem erhebliche Kontroversen gab. Michaelis: »Wir wollen weiterhin Politik in Delbrück für Delbrück und für das ganze Delbrücker Land machen und uns nicht die große Politik hierher holen.« Özmen ist FDP-Stadtverbandsvorsitzende, Vize-Vorsitzende der Kreis-FDP und hatte sich im Mai 2017 als FDP-Landtagskandidatin beworben.

Friedo Skirde findet es letztlich bedauerlich, dass die FDP-Fraktion durch den Disput gesprengt wurde. Die FDP Delbrück habe »schließlich die stärkste liberale Ratsfraktion im Kreis Paderborn gestellt, Brigitte Michaelis hatte sogar ein Direktmandat geholt.«

Michaelis wird auch die PiD anführen. »Wir glauben, dass der von uns gewählte Schritt richtig war und ist. Wir ticken politisch ja nicht anders als bisher. Ich bin jedenfalls froh, dass Ruhe eingekehrt ist und dass ich wieder gerne in die Sitzungen gehe.« Froh ist sie außerdem darüber, dass sich auch etliche sachkundige Bürger, die die FDP bisher hatte, nun der PiD angeschlossen haben.

Andreas Hansel: »Dass wir nicht mehr einer übergeordneten Partei angehören, hat auch Vorteile. Wir haben mit Wählern gesprochen und mehrfach gehört: ›Finde ich gut, dass ihr jetzt völlig frei seid.‹« Michaelis hat angekündigt, die PiD wolle die Restzeit der Wahlperiode keinesfalls nur absitzen. »Ganz klar: Unser Ziel ist es, 2020 in allen Wahlbezirken in Delbrück zur Kommunalwahl anzutreten.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.