In dem Gebäude in Westenholz sollten eigentlich Flüchtlinge untergebracht werden Grundschule soll Gerätehaus nutzen

Delbrück/Westenholz (WB). Mehrheitlich hat der Rat der Stadt Delbrück in seiner jüngsten Sitzung auf Antrag der CDU beschlossen, die Räumlichkeiten des alten Feuerwehrgerätehauses Westenholz der Grundschule Westenholz zu übertragen. Das Gebäude hat die Stadt in den vergangenen Monaten mit einem Kostenaufwand von 180.000 Euro rein aus städtischen Mitteln gerade erst zu einer Unterkunft für Asylbewerber und Obdachlose umbauen lassen. Bis auf Restarbeiten ist diese Maßnahme abgeschlossen.

Von Jürgen Spies
Die Grundschule Westenholz benötigt unter anderem für die neue OGS mehr Platz und soll nun künftig das alte Feuerwehrgerätehaus nutzen.
Die Grundschule Westenholz benötigt unter anderem für die neue OGS mehr Platz und soll nun künftig das alte Feuerwehrgerätehaus nutzen. Foto: Jörn Hannemann

Die CDU hatte indes schon im Oktober darauf hingewiesen, dass die Grundschule, die direkt an das ehemalige Gerätehaus angrenzt, vom Schuljahr 2019/20 an und in den Folgejahren zusätzlichen Raumbedarf habe und dass die Schule zum Höhepunkt der Flüchtlingssituation vor zwei Jahren Räume für die Unterbringung von Asylbewerbern zur Verfügung gestellt hatte.

Auch das Thema »Offene Ganztagsschule« (OGS), für die jetzt nach einer Elternbefragung  Bedarf  absehbar sei, spreche dafür, der noch zu gründenden OGS Räume im Gerätehaus zur Verfügung zu stellen.

Bürgermeister Werner Peitz, der sich jetzt im Rat bei der Abstimmung der Stimme enthielt, sagte, zu den  erneuten Umbaukosten im Gerätehaus könne die Stadt noch keine konkrete Angaben machen. Deshalb werde zunächst ein Pauschalbetrag in den Haushaltsplan 2018 gestellt.

Für die Grünen, die den CDU-Antrag  ablehnten, hatte Manfred Köllner vorab noch einmal ins Gespräch gebracht, dass es im Umfeld der Grundschule »räumliche Alternativen für eine mögliche OGS gibt«, etwa im nahen Sport- und Begegnungszentrum (SuB) und im Hauptschulgebäude.

Platz für die Grundschule und für eine Offene Ganztagsschule benötigt

Peitz verwies darauf, dass diese Alternativen bereits im Schulausschuss beraten und letztlich abgelehnt worden seien. Der fraktionslose Hans-Theo Sasse sagte, das SuB eigne sich allenfalls für eine Startphase einer OGS und nicht für eine Dauerlösung. Sasse: »Es wird Platz für die Grundschule und für eine Offene Ganztagsschule benötigt.«

Grundschule und altes Gerätehaus sind bekanntlich ein baulicher Komplex und nur durch Wände getrennt. Von daher mache es Sinn, das Gerätehaus der Schule zu übertragen.

Willibald Haase (SGD), der den Antrag der CDU ebenfalls ablehnte, sieht in dem jetzt beschlossenen Vorhaben »Verbrennen von städtischen Mitteln« und bemerkte weiter, es sei für ihn völlig unverständlich, dass man die aufgezeigten räumlichen Alternativen nicht nutzen wolle. Er geht davon aus, dass ein neuerlicher Umbau des Gerätehauses »um die 30.000 Euro kosten wird.«

Bürgermeister Peitz setzte den Rat formhalber davon in Kenntnis, dass er bezüglich des Themas »Ehemaliges Feuerwehrgerätehaus« vor wenigen Tagen Post vom Bund der Steuerzahler bekommen habe. »In dem Schreiben werden 12, 13 Fragen gestellt. Die werde ich alle beantworten«, sagte Bürgermeister Werner Peitz in der Sitzung gelassen.

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