Die Neuen im Landtag, Teil 5: Bernhard Hoppe-Biermeyer (CDU) aus Delbrück im neuen Landtag Auf dem Weg nach Düsseldorf

Delbrück (WB). Wie Wahlkampf erfolgreich funktioniert, hat der Delbrücker Bernhard Hoppe-Biermeyer (CDU) schon zweimal bewiesen: Als selbstständiger PR-Berater und Werbefachmann führte er die inzwischen verstorbenen Landtagsabgeordneten Maria Westerhorstmann und Volker Jung nach Düsseldorf. Jetzt tritt er selbst in deren Fußstapfen.

Von Ingo Schmitz
Politik hat etwas mit Ausdauer zu tun: Das wissen auch der neue Landtagsabgeordnete Bernhard Hoppe-Biermeyer und CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Carsten Linnemann, die sich häufig zum Laufen treffen. Ihre Lieblingsstrecke liegt an den Fischteichen in Paderborn.
Politik hat etwas mit Ausdauer zu tun: Das wissen auch der neue Landtagsabgeordnete Bernhard Hoppe-Biermeyer und CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Carsten Linnemann, die sich häufig zum Laufen treffen. Ihre Lieblingsstrecke liegt an den Fischteichen in Paderborn. Foto: Ingo Schmitz

Es ist Samstag, 8.30 Uhr. Bernhard Hoppe-Biermeyer hat schon einige Bahnen in der Paderborner Schwimmoper hinter sich. Nun ist er mit dem Paderborner CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Carsten Linnemann an den Fischteichen zum Laufen verabredet. Zehn Kilometer in malerischer Natur liegen vor den Politikern.

»Schwimmen, Radfahren, Laufen – gern nacheinander als Triathlon: Das sind meine Hobbys«, verrät der 55-Jährige. Er ist etliche Marathons gelaufen und hat achtmal den Ironman bezwungen: 3,8 Kilometer Schwimmen im Freigewässer, 180 Kilometer Radfahren sowie 42,2 Kilometer Laufen.

Ausdauer musste der Triathlet auch im Wahlkampf beweisen. »Der Wahlkreis Paderborner Land ist dankbar«, meint Hoppe-Biermeyer mit Blick auf die seit Jahrzehnten eindeutigen Wahlergebnisse in der CDU-Hochburg. »Der Druck war aber entsprechend hoch, die Kandidatur nicht zu versemmeln«, erläutert der politische Seiteneinsteiger.

Er wollte und musste in allen Ortschaften Präsenz zeigen

Vor einem Jahr habe er sich dazu entschlossen, seinen Hut in den Ring zu werfen. Im Oktober setzte sich der Ausdauersportler parteiintern in der Wahlkreisversammlung gegen fünf weitere Mitbewerber durch. Damit war die Kandidatur perfekt. Für den CDU-Mann ein großer Erfolg – trotzdem zugleich eine riesige Her­ausforderung: »Ich musste nun in der Partei diejenigen überzeugen, die mich nicht gewählt hatten.« Hoppe-Biermeyer setzte auf eine klare Strategie: Er wollte und musste in allen Ortschaften Präsenz zeigen.

Von Dezember 2016 an habe er 300 Termine besucht. »Ich habe jede Einladung angenommen und habe mich selbst angeboten. Ich hatte das Gefühl, dass ich jeden Wähler möglichst direkt ansprechen muss. Ich wollte dem allgemeinen Lebensgefühl entgegenwirken, dass Politik sowieso nur das tut, was sie will.«

Aus jedem Gespräch habe er etwas mitgenommen. »Thematisch habe ich alles auf eine Karte gesetzt und am Beispiel des Landesentwicklungsplans deutlich gemacht, wie schwach die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf ist.« Ein Schwerpunktthema sei zudem die Windkraft gewesen, die gerade die Menschen im Paderborner Land bewegt. »Dies ist auch ein wichtiges Thema in den Koalitionsvereinbarungen geworden«, erklärt der Abgeordnete.

56,3 Prozent der Stimmen

Sein Einsatz ist von den Wählern gewürdigt worden: Bernhard Hoppe-Biermeyer holte im Wahlkreis 56,3 Prozent der Stimmen. Er ist sicher, dass dies auch an seiner Themenstrategie liegt. Geholfen habe ihm aber auch seine professionelle Werbekampagne.

Die Neuen im Landtag

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Die erste Fraktionssitzung in Düsseldorf sei vergleichbar mit dem ersten Schultag gewesen. Es gab einen Aufkleber für das Parkhaus und eine Liste mit Verhaltensregeln, was man als Abgeordneter tun oder besser unterlassen sollte. Außerdem seien vor allem die beruflich Selbstständigen darauf hingewiesen worden, dass sie sich auf eine »Entschleunigung einstellen« müssten. Politik sei eben ein langwieriges Geschäft.

Sein Werbeunternehmen in Delbrück habe er schon vor dem Wahlkampf neu organisiert. Die fünf Mitarbeiter seien mit mehr Kompetenzen ausgestattet. »Ich habe ein junges Team, das funktioniert wunderbar«, stellt er fest. Das muss es auch, denn jetzt muss der Delbrücker in Düsseldorf Fuß fassen. Am liebsten würde er im Wirtschaftsausschuss einen Sitz bekommen, ebenso ist er interessiert am Sportausschuss sowie am Ausschuss für Integration. »Vielleicht hilft mein Wahlergebnis, dass mein Wunsch erfüllt wird.«

Der 55-Jährige plant nun einen Benefiz-Ironman-Triathlon über drei Tage von Delbrück nach Düsseldorf. »Schwimmen, Laufen, Radfahren für den guten Zweck. Die Teilnehmer können auch nur Teilstrecken absolvieren«, verrät der Sportler, der seine Chance im Landtag nutzen will. »Ich werde etwas daraus machen«, verspricht er und läuft im engagierten Tempo davon – auf einer Nasenhöhe mit Carsten Linnemann, der seinen Wahlkampf noch vor sich hat.

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