Landwirte sind jetzt auch im Kreis Paderborn wieder unterwegs – und bemühen sich um wenig Belastung
„Ohne Gülle geht es nicht“

Büren (WB/han) -

Jetzt sind sie wieder in den ländlichen Gegenden des Kreisgebiets unterwegs: die Gülletransporter. Und mit ihnen kommt der Geruch – der zwar eindeutig Frühjahr verheißt, aber trotzdem nicht wirklich angenehm ist.

Donnerstag, 04.03.2021, 00:54 Uhr aktualisiert: 04.03.2021, 02:00 Uhr
Auf die Düngung mit Gülle können die Landwirte jetzt im Frühjahr nicht verzichten. Doch sie bemühen sich, unter anderem mit Schleppschläuchen, die Geruchsbelastung gering zu halten.

Nach der Winterruhe beginnt jetzt wieder das Pflanzenwachstum. Die Bauern düngen mit Gülle, Substraten aus Biogasanlagen oder Mist. Hubertus Beringmeier kann verstehen, dass der Ruf der Gülle nicht so gut ist, „denn sie riecht nun mal. Gerade in Home-Office-Zeiten wird der Geruch sogar noch mehr wahrgenommen“, schildert der Bauernpräsident und Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn.

Wir versuchen möglichst, Gerüche zu verringern und Rücksicht zu nehmen.

Hubertus Beringmeier

Er bittet um Verständnis: „Wir versuchen möglichst, Gerüche zu verringern und Rücksicht zu nehmen, aber ganz ohne geht es leider nicht. So versuchen wir in der Regel in der Nähe von Wohngebieten nicht zur Feierabendzeit zu düngen sondern dann, wenn die Menschen zur Arbeit sind.“

Da aktuell viele Menschen im Homeoffice seien, könne das allerdings nur bedingt funktionieren, sagt er. Auch würden die rechtlichen Rahmenregelungen weniger zeitlichen Spielraum lassen, so dass in den verbleibenden Zeiten die Düngung stärker wahrgenommen werde, weil die Zeitfenster enger geworden seien.

Beim Düngen müssen sich die Bauern an strengere Vorgaben halten. In der neuen Verordnung steht beispielsweise genau, wann, wo und in welcher Menge Gülle, Reste aus Biogasanlagen oder Mineraldünger auf die Felder gebracht werden darf.

Um die Belastung für die Anlieger gering zu halten, werde beispielsweise auf Ackerland, auf dem noch keine Ackerfrüchte wachsen, die Gülle nach dem Ausbringen in den Boden eingearbeitet. So rieche man kaum noch etwas. Zudem reduzierten beispielsweise Schleppschläuche die Geruchsbelästigung, da die Gülle dann direkt auf dem Boden ausgebracht werde.

Doch nicht nur der Geruch, sondern auch der mit dem Gülletransport verbundene Lärm belastet Nachbarn und Anwohner. Darum setzen Landwirte immer öfter auf spezielle Transportfässer ohne die Einbringungstechnik. Diese werden von Lkw oder Trecker gezogen und sind für den Straßenverkehr optimiert. Hier sorgen zum Beispiel schmale Reifen für einen geringeren Treibstoffbedarf und weniger Krach.

Ohne Düngung gedeihen die Pflanzen nicht.

Hubertus Beringmeier

Düngung müsse sein, erläutert Beringmeier: „Ohne gedeihen die Pflanzen nicht, und die Fruchtbarkeit des Bodens nimmt immer mehr ab, weil Mineralstoffe entzogen und nicht zugeführt werden.“ Besonders zu Beginn der Vegetation im Frühjahr sei der Bedarf hoch, da die Pflanzen dann für das Wachsen und das Bilden von Blättern, Stängeln und Früchten Nährstoffe benötigen.

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