Autobahn 44 bei Büren wieder frei – Busse in Bielefeld unterbrechen Fahrten
Wetterdienst warnt auch für kommende Nacht in OWL vor Glatteis

Paderborn/Büren/Bielefeld (WB/LaRo/mobl/in/dpa) -

Der Deutsche Wetterdienst warnt auch für die Nacht von Montag auf Dienstag bei Temperaturen leicht unter dem Gefrierpunkt vor überfrierender Nässe. Die Warnung gilt zunächst bis Dienstag, 10 Uhr.

Montag, 01.02.2021, 04:58 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 23:32 Uhr
Die B64 zwischen Altenbeken-Buke und Bad Driburg: Ein Sattelzug wird aus dem Graben geborgen. Foto: Polizei Paderborn

Hunderte Unfälle in Ostwestfalen-Lippe wegen Glatteis am Montagmorgen: Ein Paderborner Polizeisprecher sprach von chaotischen Straßenverhältnissen. Allein in Bielefeld meldete die Polizei mehr als 100 Unfälle. Die Autobahn 44 wurde am frühen Montagmorgen nach einem Unfall für einige Stunden gesperrt. Der Deutsche Wetterdienst hat seine Warnung vor Glatteis in Ostwestfalen-Lippe verlängert.

Auf der A 44 ereigneten sich am Montagmorgen nach Angaben der Polizei mehrere Unfälle wegen Glatteis. Die Autobahn war in Richtung Kassel bis etwa 9.30 Uhr gesperrt. Gegen 4.20 Uhr war ein Autofahrer zwischen Anschlussstellen Büren und dem Kreuz Wünnenberg mit seinem Fahrzeug ins Schleudern geraten und in die Leitplanke gerutscht. Der Fahrer blieb unverletzt. Das teilte die für die Autobahn zuständige Polizei Bielefeld gegen 12 Uhr mit.

Im Stau kam es dann zu weiteren Unfällen mit Sachschäden: Bei einem Unfall erlitt ein Fahrer auch leichte Verletzungen. Nach derzeitigen Erkenntnissen geriet ein Audi-Fahrer aus Kassel auf der glatten Fahrbahn ins Rutschen, stieß am Stauende gegen zwei Sattelzüge (aus dem Märkischen Kreis und dem Kreis Borken). Dabei riss der Tank eines der Sattelzüge auf und der Diesel lief auf die Fahrbahn. Es entstand ein Sachschaden von etwa 140.000 Euro. Der Audi und ein Sattelzug wurden abgeschleppt. Während der Unfallaufnahme und der Bergung wurde die A 44 in Richtung Kassel gesperrt. Es bildete sich ein Stau von mindestens neun Kilometern.

Warnung vor Glatteis

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zunächst vor Glatteis in ganz Ostwestfalen-Lippe sowie in allen Nachbarkreisen gewarnt: „Aufgrund von gefrierendem Regen oder Sprühregen muss verbreitet mit Glatteis gerechnet werden.“ Diese offizielle Warnung galt zunächst bis 9 Uhr und wurde dann bis 12 Uhr verlängert. Für die Kreise Höxter und Lippe sowie Bielefeld und für Teile der Kreise Paderborn, Minden-Lübbecke und Herford galt mehrere Stunden lang die Warnstufe 3 (Unwetterwarnung): „Hinweis auf mögliche Gefahren: Es treten starke Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr auf. Vermeiden Sie Autofahrten! Bleiben Sie im Haus!“

Für die Kreise Minden-Lübbecke, Herford, Lippe und Höxter sowie Teile des Kreises Paderborns ist die Glatteis-Warnung zunächst bis 15 Uhr verlängert worden und später für die Nacht verlängert worden: www.dwd.de/DE/wetter/warnungen_gemeinden/warnWetter_node.html

„Es war ein bisschen wie Schlittschuhfahren“, beschrieb Malte Witt, Meteorologe des DWD in Essen, am Montagmorgen die Situation auf vielen Straßen und Gehwegen vor allem in der östlichen Hälfte von NRW. Zu Beginn der Nacht hatte klarer Himmel die Temperaturen verbreitet in den Frostbereich sinken lassen. Später durchziehender Regen gefror auf den kalten Böden zu Blitzeis.

70 Unfälle im Kreis Paderborn: B64 gesperrt

„Am frühen Morgen hat einsetzender gefrierender Regen zu chaotischen Straßenverhältnissen mit Blitzeis im Kreis Paderborn geführt“, teilte Polizeisprecher Michael Biermann gegen 8.30 Uhr mit. Mehr als 50 Verkehrsunfälle zählte die Paderborner Polizei bis 8 Uhr, bis 12 waren es rund 70 ( lesen Sie hier mehr zur Paderborner Unfallbilanz ). Hauptsächlich handele es sich um Blechschäden. Biermann: „Glücklicherweise gab es bislang nur eine leicht verletzte Person.“

Auf vielen Straßen im Kreisgebiet ist es immer noch glatt. Einige Straßen sind gesperrt. Diese beiden Strecken werden nach Angaben der Polizei von 8.30 Uhr noch längere Zeit nicht befahrbar sein: „Auf der B64 zwischen Altenbeken und Bad Driburg muss ein Sattelzug aus dem Graben geborgen werden. Die L754 (Haarener Wald) ist nach mehreren Unfällen dicht.“ Die L754 wurde mittlerweile wieder frei gegeben. Mit Stand

Die B64 war an mehreren Stellen betroffen und teilweise gesperrt worden – so an der Abfahrt Warburger Straße in Richtung Bad Driburg. Dort sind den Angaben zufolge bei einem Unfall sieben Fahrzeuge beteiligt gewesen. In Paderborn ist die Sperrung der B64 Höhe Mönkeloh in Richtung Bad Driburg wieder aufgehoben worden.

Auch die L755 zwischen Paderborn-Neuenbeken und Altenbeken ist wegen mehrerer Unfälle voll gesperrt worden, seit etwa 8 Uhr ist sie wieder frei, aber immer noch glatt, wie die Polizei betont.

Noch sind längst nicht alle Straßen gestreut und es herrscht Eisglätte. Die Polizei riet am Vormittag, „zurzeit am besten zu Hause zu bleiben und jede nicht unbedingt erforderliche Fahrt zu vermeiden, bis sich die Lage entspannt“.

Busverkehr in Bielefeld

In Bielefeld zählte die Polizei mehr als 100 Unfälle. „Menschen wurden nach dem jetzigen Stand glücklicherweise nicht verletzt“, sagte ein Polizeisprecher.

Mobiel, das Verkehrsunternehmen der Bielefelder Stadtwerke, meldete kurz nach 7 Uhr: „Wegen der Eisglätte können wir leider vorerst den Bus-Fahrplan nicht mehr einhalten. Die Lage ist in den vergangenen Minuten nicht übersichtlicher geworden. Auch die zahlreichen Verkehrsunfälle führen zu Verspätungen auf vielen Strecken.“ Ein Bus selbst sei aber noch nicht in einem Unfall verwickelt gewesen. Zuvor kam die Meldung: „Inzwischen mussten Busse auf 16 Linien die Fahrt unterbrechen. Betroffen sind in erster Linie Strecken, die über die Bergstraßen führen.“

Kreis Herford

Das zum Teil millimeterdicke Glatteis hat vom frühen Morgen bis zum Vormittag im Kreis Herford zu 35 Unfällen geführt. Polizei-Sprecherin Simone Lah-Schnier erwartet zwar eine Entspannung der Glatteislage im weiteren Verlauf des Tages, doch am Abend soll es noch einmal Temperaturen um die Minusgrade geben.

Westfalen

Die Polizei in Meschede meldete am frühen Montagmorgen bereits sieben Unfälle. Es sei „spiegelglatt“, so ein Sprecher. Bislang sei aber niemand verletzt worden. Besonders betroffen ist den Angaben zufolge das um Arnsberg und Sundern. In Hamm ist am Morgen ein Streuwagen von der glatten Straße abgekommen und in einen Graben gerutscht. Es sei niemand verletzt worden, so ein Polizeisprecher. In Holzwickede bei Dortmund kippte ein Streufahrzeug um, konnte aber wieder aufgerichtet werden. Münster vermeldete gleich zwei kleinere Unfälle mit dem Streuwagen: Einer landete im Graben, ein weiterer stieß unkontrolliert gegen ein am Straßenrand geparktes Auto. In Unna rutschte ein LKW gegen eine Hauswand und verursachte einen geringen Sachschaden.

Glatteis-Unfälle mit Schwerverletzten wurden zunächst nicht bekannt.

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