Ivica und Zinaida Andric aus Büren bringen gespendete Hilfsgüter nach Kroatien
Familie hilft Erdbebenopfern

Büren-Weine -

Viele kennen Kroatien als Urlaubsland mit schönen Stränden und herzlichen Menschen. Doch zurzeit wird dort Hilfe gebraucht. Kurz nach Weihnachten und zu Beginn des neuen Jahres erschütterten Erdbeben die Gegend um die Hauptstadt Zagreb. Familie Andric aus Weine, die aus Kroatien stammt, will etwas tun.

Samstag, 16.01.2021, 22:04 Uhr aktualisiert: 17.01.2021, 09:26 Uhr
Ivica, Zinaida und Dajana Andric wollen Erdbebenopfern in Kroatien helfen. Dazu haben sie im Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis Sachspenden gesammelt. Mit haltbaren Lebensmitteln, Kleidung, Hygieneartikeln, Spielzeug und Süßigkeiten für Kinder und vielem mehr hat sich Ivica Andric auf den Weg in das Erdbebengebiet vor den Toren Zagrebs gemacht. Bertram Epping, ein Freund der Familie, hat die Aktion mit seiner Frau Sabine Smith-Epping tatkräftig unterstützt. Foto: Hanne Hagelgans

Vater Ivica Andric hält sich zurzeit im Erdbebengebiet auf, um Hilfsgüter zu verteilen, die die Familie auf eigene Initiative gesammelt hat. Sein Ziel ist unter anderem die Kleinstadt Petrinja, in deren Nähe sich das Epizentrum eines der Beben befunden hat.

Haltbare Nahrungsmittel und Hygieneartikel, Windeln, Baby- und Säuglingsnahrung, Decken, Spielsachen und Süßigkeiten für Kinder und vieles mehr haben die Andrics in den vergangenen Tagen und Wochen gesammelt. Die Sachspenden füllen einen kompletten Bulli, ein weiterer Anhänger – beides zur Verfügung gestellt vom Team der Almetaler Ölmühle – ist voller gespendeter Kleidung, ordentlich sortiert nach Damen-, Herren- und Kindersachen und versehen mit den Konfektionsgrößen.

Ivica und Zinaida Andric sowie ihre Tochter Dajana sind begeistert von der großen Spendenbereitschaft. Freunde, Bekannte und Nachbarn waren spontan bereit, sich zu beteiligen. Die Kollegen von Ivica Andric im Rüthener Betrieb Kontra Maschinenbau machten ebenso mit wie diejenigen vom Kinderhaus Arche in Rüthen, wo Zinaida Andric als Köchin beschäftigt ist. Kunden bei Edeka Buschkühle in Rüthen wurden eingeladen, ein haltbares Teil mehr zu kaufen und in eine Spendenbox zu legen, was ebenfalls sehr gut angenommen wurde.

Besonders dankbar sind die Andrics einem befreundeten Ehepaar aus Steinhausen. Die Kunden des Hundesalons, den Sabine Smith-Epping in Paderborn betreibt, spendeten auf ihren Aufruf hin fleißig, ihr Mann Bertram Epping leistete ebenfalls viel Unterstützung.

Gerne wäre er auch mit nach Kroatien gefahren – schon damit Ivica Andric die etwa 16-stündige Fahrt nicht allein bewältigen muss. Doch wie so viele Vorhaben zurzeit wurde auch dieses von Corona verhindert. Denn Kroatien ist ein Risikogebiet. Wer von dort wieder nach Deutschland einreisen möchte, muss einen negativen Test vorweisen und zehn Tage in Quarantäne gehen. Für Bertram Epping war das aus beruflichen Gründen nicht möglich, weil er anders als sein Freund in der derzeitigen Situation nicht so lange Urlaub nehmen kann.

Im Jahr 1994 sind Ivica und Zinadia Andric aus Kroatien nach Deutschland gekommen. Die schweren Zeiten im und nach dem Krieg hätten sie geprägt, erzählen die Eheleute. „Damals standen wir mit nichts da und mussten alles neu aufbauen“, erinnert sich Zinaida Andric. Ganz ähnlich, wenn auch aus anderen Ursachen, gehe es jetzt ja vielen Erdbebenopfern, erklärt sie die Motivation zu helfen.

Einfach Geld- oder auch Sachspenden loszuschicken, war den Andrics nicht genug: „Wir geben alles direkt selbst vor Ort ab, dann wissen wir genau, dass es wirklich bei den Richtigen angekommen ist“, betont Ivica Andric, der vor Ort Unterstützung von seinem Bruder bekommt, der Zahnarzt im nahe gelegenen Zagreb ist. Der Familienvater aus Weine hat sich vorgenommen, vor Ort viele Fotos zu machen und nach seiner Rückkehr den Spendern zu berichten.

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