Technischer Defekt am Fahrwerk – keine Verletzten
Flughafen Paderborn-Lippstadt: Pilot macht Bauchlandung mit historischem Flugzeug

Büren -

Eine Bauchlandung wie sie im Lehrbuch steht hat der Lippstädter Dirk Sadlowski (58) am Samstag nach einem technischen Defekt an seinem Flugzeug auf der Landebahn des Flughafens Paderborn-Lippstadt hingelegt. Beide Insassen blieben unverletzt und auch der Schaden an der historischen Maschine hält sich offenbar in Grenzen, wie der Miteigentümer dem WESTFALEN-BLATT sagte.

Montag, 07.12.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 14:22 Uhr
Mit dieser zweimotorigen Beechcraft (1954) ist am Samstag ein Pilot am Flughafen Paderborn-Lippstadt zur Notlandung aufgesetzt. Weil sich das Fahrverwerk verklemmt hatte, vollführte der Pilot mit der rund 250.000 Euro teuren Maschine eine Bauchlandung. Foto: Privat

Dass nicht mehr passiert ist, sei auf die langjährige Flugerfahrung des Piloten, dem Team am Flughafen sowie auf die robuste Maschine zurück zu führen. Stolze 66 Jahre ist die Beechcraft Twin Bonanza alt, die älteste noch fliegende ihrer Art. Sie gilt als äußerst zuverlässig und wurde ehemals im Geschäftsverkehr eingesetzt.

Beim Aufsetzen sind die Rotorblätter verbogen.

Beim Aufsetzen sind die Rotorblätter verbogen.

Der Flugunfall ereignete sich am Samstag um kurz vor 16 Uhr, wie der Einsatzleiter der Bürener Feuerwehr, Andreas Müller, berichtete. Gemeldet wurde ein Luftnotfall: Alarm für die Flughafen-Feuerwehr, die Bürener Feuerwehr und für den Rettungsdienst. Zu dem Zeitpunkt befand sich der silbrig-glänzende Vogel noch in der Luft.

Wie Pilot Dirk Sadlowski dem WESTFALEN-BLATT berichtete, sei er mit einem Freund mit der Maschine gestartet, um angesichts der zu erwartenden Witterung in den nächsten Wochen Standschäden vorzubeugen. Nach dem Start bemerkte Sadlowski, dass die zweimotorige, sechssitzige Maschine nicht wie gewohnt beschleunigte. Zudem waren die Kontrolllampen für das Fahrwerk nicht erloschen. „Das Fahrwerk war auf der Hälfte stecken geblieben. Für den Piloten ist das ein Worst-Case-Szenario, weil man nicht weiß, in welche Richtung der Flieger beim Landen zuerst ausbricht.“

Dirk Sadlowski (58) aus Lippstadt ist einer der drei Eigentümer der Beechcraft. Hier steht er vor der intakten Maschine.

Dirk Sadlowski (58) aus Lippstadt ist einer der drei Eigentümer der Beechcraft. Hier steht er vor der intakten Maschine.

Gemeinsam mit seinem Freund, der mit an Bord war und ebenfalls Pilot ist, ging der 58-Jährige die Checklisten durch und testete alle manuellen Notverfahren. Auch die für einen solchen Fall vorhandene Handpumpe half nicht, weil vermutlich eine Übertragungswelle gebrochen war. 20 Minuten lang flog Sadlowski immer wieder am Platz vorbei, um alle Handgriffe auszuprobieren. „Als wir gemerkt haben, dass es nicht geht, habe ich per Funk die Luftnotlage erklärt, damit Feuerwehr und alles bereit steht. Das hat super geklappt.“ Nach zwei, drei Anflügen dann der entscheidende Moment: „Ich hatte mich dazu entschieden, ohne Landeklappen zu landen, um großen Funkenflug zu vermeiden. Der Anflug war flach rein und schneller als gewohnt. Dann habe ich Motoren und Elektrik ausgestellt. Nach dem Aufsetzen sind wir über die Bahn gerutscht. Wir konnten aber gut die Spur halten.“ Feuerwehr und Bergung waren sofort an Ort und Stelle. Beschädigt wurden Propeller, Getriebe, Motoren und das Fahrwerk. „Aber für dieses Unfallereignis steht das Flugzeug wirklich noch sehr gut da.“ Ein Beweis für die Qualität der Verarbeitung.

4326204-Bauchlandung am Flughafen Paderborn-Lippstadt - You do not have permission to view this object.
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7711543?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851064%2F
Bund schlägt Ausgangsbeschränkung vor - Schule nur mit Tests
Der Bund hat Vorschläge für einheitliche Corona-Einschränkungen gemacht.
Nachrichten-Ticker