Bürener Mauritius-Gymnasium erhält fast 250.000 Euro für Digitalisierung
„Wünschenswertes wird Wirklichkeit“

Büren (WB/han). Der „Digital-Pakt Schule“ bringt dem Bürener Mauritius-Gymnasium in diesem und dem kommenden Jahr insgesamt fast eine Viertelmillion Euro ein. Mit dem Geld soll das digitale Lernen gefördert werden – und zwar weit über die aktuelle Corona-Situation hinaus.

Dienstag, 03.11.2020, 03:00 Uhr
Das Bürener Mauritius-Gymnasium bekommt in diesem und im kommenden Jahr insgesamt knapp 250.000 Euro für die Digitalisierung. Darüber freuen sich Schulleiter Franz-Josef Drüppel (links) und Dr. Christoph Deneke, Vorsitzender des Trägervereins.

In den Herbstferien habe die Detmolder Bezirksregierung den Antrag auf Förderung der Digitalisierung bewilligt, teilt die Schulleitung mit. 190.000 Euro könnten dadurch bis Dezember dieses Jahres investiert werden. Weitere 60.000 Euro könnten im Jahr 2021 noch beantragt werden. Unter anderem sollen dafür mehr als 120 digitale Endgeräte und ein komplexes digitales Messwerterfassungssystem die bereits vorhandene Ausstattung ergänzen.

Den Vorteil erläutert die Schulleitung so: Zusätzlich zu den Computerräumen könnten die Schüler dann insgesamt fast 100 Tablets und 90 Laptops im Unterricht nutzen. „Hier werden sie angeleitet, auswählend und kritisch nach Informationen zu recherchieren oder zum Beispiel Apps zum nachhaltigeren und motivierenden Lernen zu nutzen“, so die Schulleitung. Der im Medienlehrplan vorgesehene Umgang mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationssoftware könne nun auch im Fachunterricht eingesetzt werden, da jeder Schüler die Arbeitsschritte selbstständig umsetzen könne.

„Für die Genehmigung des Antrags haben wir ein technisch-pädagogisches Konzept erarbeitet, das überzeugend und nachvollziehbar begründet, wie kompetenter und kritischer Umgang mit digitalen Medien in allen Fächern gestaltet werden soll“, betont Schulleiter Franz-Josef Drüppel. So könnten beispielsweise im Englischunterricht Videos und Tondokumente auch in Gruppen- oder Partnerarbeit aufgenommen, im Mathematikunterricht mit der Übungssoftware Bettermarks gearbeitet oder im Fach Deutsch gemeinsam ein Text geschrieben werden.

„Ein Schwerpunkt unseres Konzepts ist der innovative Einsatz digitaler Messwerterfassungssyteme in den MINT-Fächern, in denen es auf das genaue Beobachten, Erfassen und Vermessen ankommt. So wird der Unterricht in Biologie, Chemie und Physik noch anschaulicher“, ergänzt der Schulleiter, der selbst Physiklehrer ist.

Die insgesamt fast 250.000 Euro werde außerdem genutzt, um die bereits vorhandene Infrastruktur auszubauen. So würden das Fachraumgebäude, die Ökonomie mit den Musikräumen sowie die Sporthalle an das bestehende W-LAN angeschlossen, um sicherzustellen, dass in jedem Unterricht problemlos auf das Internet zugegriffen werden kann. Ob Bewegungsstudien als Videos im Sportunterricht oder Musikbeispiele im Musikunterricht: Vieles Wünschenswerte werde mit dem Geld aus dem Digitalpakt jetzt Wirklichkeit, freut sich Drüppel.

„Da Digitalisierung in unserer Schulentwicklung schon seit Jahren Priorität hat, ist es uns nicht schwer gefallen, den zugegebenermaßen wirklich herausfordernden Antrag auf die Fördergelder sachgerecht zu stellen“, betont Dr. Christoph Deneke, Vorsitzender des Trägervereins des Mauritius-Gymnasiums. Die Bezirksregierung Detmold habe der Schule jederzeit beratend zur Seite gestanden, und die Bewilligung sei problemlos und schnell erfolgt. Da bereits jeder Unterrichtsraum mit modernster Präsentationstechnologie ausgestattet ist, füge sich die jetzt bewilligte Ausstattung nahtlos in das Konzept ein, das auch Fortbildungen für Lehrer umfasst

Um auch für den Fall einer (teilweisen) coronabedingten Schulschließung gewappnet zu sein, hat das Mauritius-Gymnasium zusätzlich 36.000 Euro Fördermittel aus dem Sofortausstattungsprogramm erhalten. 80 weitere Tablets zur Ausleihe an Schüler zum Ausgleich sozialer Ungleichgewichte können so bereitgestellt werden. Da die Schule auch über eine eigene Lernplattform verfügt, könne der Unterricht dann digital weiterlaufen, sollte es notwendig werden.

Dienstgeräte für Lehrer könnten mit den staatlichen Mitteln ebenfalls finanziert werden. Drüppel fasst zusammen: „Digitalisierung heißt für uns, unsere Schüler auf ein selbstverantwortliches Leben in einer digital geprägten Welt vorzubereiten. Sie zu befähigen, mit digitalen Geräten und Programmen umzugehen, aber auch, kritische Distanz zu ihnen aufzubauen. Buch, Heft und Stift bleiben für uns dennoch unverzichtbare traditionelle Medien im gesamten Lernprozess.“

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