Wiederaufnahme des Flugbetriebs in Paderborn nicht vor Ende Juni
OWL-Airport in Wartestellung

Büren (WB). Am Flughafen Paderborn-Lippstadt geht in der Corona-Krise das Warten auf die Wiederaufnahme des regulären Flugbetriebs weiter. Seit neun Wochen ist kein Linien- oder Urlaubsflieger mehr auf dem OWL-Airport gelandet oder abgehoben. Auch wenn es noch kein festes Datum für das Ende der Corona-Zwangspause gibt, wird der Re-Start vorbereitet.

Samstag, 30.05.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 30.05.2020, 10:08 Uhr
Auf dem Flughafen Paderborn-Lippstadt bleiben die großen Maschinen für Linien- und Urlaubsflüge aller Voraussicht nach noch bis mindestens Ende Juni am Boden. Der Airport will ab 22. Juni startklar sein für die Wiederaufnahme des Flugbetriebs. Foto: Jörn Hannemann

„Wir wollen vom 22. Juni an startklar sein, um dann den Betrieb kurzfristig wieder aufnehmen zu können“, sagt Flughafen-Vertriebschef Klaus Marx. Fast alle 200 Mitarbeiter sind derzeit in Kurzarbeit.
Die sechs Airlines, die laut Sommerflugplan eigentlich rund 90 Flüge pro Woche zu elf Zielen anbieten wollten, tasten sich derzeit vorsichtig beim Hochfahren des Flugbetriebs voran – an größeren Airports. Als Voraussetzung für die Wiederaufnahme in größerem Umfang gilt der für den 15. Juni geplante Wegfall der Reisewarnungen für 31 europäische Staaten.
Auch vor diesem Hintergrund sind erste Flüge der Airlines in Paderborn in deren Buchungssystemen ab diesem Stichtag wieder vorgesehen und auch buchbar – etwa von Tuifly nach Mallorca, Rhodos, Teneriffa oder Kos. Dass vor dem 22. Juni ein Urlaubsflieger tatsächlich in Büren abhebt, hält Marx für ausgeschlossen.

Warten auf Entscheidung zur Reisewarnung

Ein Tuifly-Sprecher teilte am Freitag mit, dass „noch kein konkretes Datum für die Wiederaufnahme der Flüge ab Paderborn beschlossen sei“. Es würden zudem Gespräche mit der durchführenden Fluggesellschaft geführt. „Generell bleibt auch noch abzuwarten, wie die Bundesregierung nächste Woche zur Reisewarnung entscheidet. Pauschalreiseveranstalter können bei einer Reisewarnung keine Gäste in den Urlaub fliegen.“ Zudem würden derzeit Flugpläne aller Gesellschaften überarbeitet oder neu erstellt, womit sich auch einige Änderungen ergeben können.
Angesichts der Ungewissheit über die Aufhebung der Reisewarnung haben mehrere Veranstalter bundesweit den Stopp von Flugreisen verlängert. Schausinsland-Reisen sagte am Freitag alle Flugreisen bis 26. Juni ab, Alltours bis 25. Juni.
Wann und wie viele Flüge in Paderborn zu welchen Zielen durchgeführt werden, steht derzeit in den Sternen. Das wird abhängig sein von der Entwicklung der Pandemie, Reisebeschränkungen – und natürlich auch der Nachfrage. „Wir planen auf Sicht“, erklärt Lufthansa-Sprecherin Lara Matuschek.
Die Fluglinie bietet in ihrem Buchungssystem ab 1. Juli wieder Flüge zum Drehkreuz München an. Dies sei aber unverbindlich. „Falls sich die Flüge nicht durchführen lassen, werden sie kurzfristig gestrichen und die Kunden informiert.“

Eurowings will ab Juli Mallorca ansteuern

Ähnlich stellt sich die Situation bei der Lufthansa-Tochter Eurowings dar, die vom 1. Juli an bis zu zwölf Flüge pro Woche nach Mallorca im Plan hat. „Gerade an kleineren Flughäfen wie Paderborn ist gerade anfangs nicht damit zu rechnen, dass alle Flüge durchgeführt werden“, sagt Eurowings-Sprecher Florian Gränzdörffer.
Flüge könnten zusammengelegt oder Reisenden Alternativen von anderen Flughäfen angeboten werden. „An den größeren Airports weiten wir unser Basisprogramm sukzessive aus. Wir wollen aber auch ab Paderborn gerne wieder fliegen“, sagt Gränzdörffer. Eurowings werde statt neun in Kürze 20 Maschinen in der Luft haben. „Das ist aber nur ein Fünftel unserer normalen Kapazität.“
Die Auslastung der ersten Maschinen variiere derzeit recht stark. „Wir spüren auch Verunsicherung bei den Fluggästen“, sagt Gränzdörffer. Er betont aber, dass auch bei voll besetzten Maschinen der Infektionsschutz gewährleistet sei. So gilt an Airports und in den Fliegern selbst Maskenpflicht. „Durch den vertikalen Luftstrom und hocheffiziente Filtersysteme ist die Luft an Bord so rein wie in einem OP-Saal.“

In Münster-Osnabrück starten erste Flieger schon am 2. Juni

Am Flughafen Münster-Osnabrück (FMO) heben erste Maschinen bereits am kommenden Dienstag, 2. Juni, wieder ab. Die Lufthansa hat für dieses Datum den Re-Start ihrer Linienverbindung nach München terminiert. Vorgesehen ist zunächst täglich – außer samstags – ein Flug in jede Richtung mit einer Bombardier CRJ900 mit bis zu 90 Sitzplätzen.
Zudem hat die niederländische AIS Airlines angekündigt, den Flugbetrieb am FMO vom 8. Juni wieder aufnehmen zu wollen. Dann werde sie wieder Linienflüge nach Stuttgart durchführen. Geplant sind montags bis donnerstags je zwei Flüge in beide Richtungen sowie jeweils ein Flug freitags.

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