Grüne setzen sich für Lärmschutz an Autobahn 44 ein
Steinhausen soll ruhiger werden

Steinhausen (WB). „Wir schlafen nur bei geschlossenen Fenstern, und im Sommer auf der Terrasse zu sitzen, ist alles andere als entspannend“, sagt Walter Behrens. Wie viele Einwohner Steinhausens hat auch er die Nase voll vom Lärm, den die nahe Autobahn 44 ins Dorf bringt. Die Grünen haben sich jetzt des Themas angenommen und fordern Lärmschutzmaßnahmen.

Mittwoch, 01.04.2020, 02:17 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 05:03 Uhr
Auf der Autobahnbrücke der A 44 informieren sich im gebotenen Abstand Karl Koch, Thomas Scharfenberg, Heinz Schumacher und Walter Behrens über mögliche Lärmschutzmaßnahmen, die die Belastung im Prövenholz in Steinhausen senken könnten. Foto: Hans Büttner

In einem Schreiben haben die Grünen Bürgermeister Burkhard Schwuchow gebeten, sich beim zuständigen Straßenbaulastträger dafür einzusetzen, dass Lärmschutzmaßnahmen entlang der A 44 für Steinhausen geschaffen werden. Außerdem, so der Wunsch der Grünen, soll geprüft werden, ob die Lärmschutzwände zur Erzeugung von Solarstrom genutzt werden könnten.

Teilweise nur 200 Meter von der A44 entfernt

„Unsere Fraktion ist von Steinhäuser Bürgern auf die extreme Belastung durch den Lärm der A 44 hingewiesen worden. Teilweise wohnen Menschen weniger als 200 Meter von der stark befahrenen Autobahn entfernt“, schreiben Karl Koch und Thomas Scharfenberg. Sie weisen darauf hin, dass es zwar für Windkraftanlagen inzwischen Regelungen gebe, die einen Abstand zu Besiedlungen von 1000 Metern vorschreiben, ein großer Teil der Steinhäuser aber deutlich näher an der lauten A 44 lebe.

Auch verweisen die Grünen darauf, dass entlang der Autobahn 33 sogar verstreut liegende Einzelhöfe mit Lärmschutzwänden geschützt werden, dagegen aber an der A 44 im gesamten Bereich Steinhausen nicht eine einzige Lärmschutzwand existiere.

Beim Ortstermin haben sich Grünen-Vorsitzender Karl Koch und seine Fraktionskollegen selbst ein Bild von der Situation gemacht. „Hören Sie den Lärm?“, fragt einer der Anwohner. Dabei sei es aktuell wegen der Einschränkungen im Zuge des Corona-Schutzes noch deutlich ruhiger als sonst“, sagte einer der Anwohner.

Vor allem die Menschen im Prövenholz leiden

Besonders die Menschen im Prövenholz würden seit Jahrzehnten immer mehr vom Lärm belastet, berichtet Koch. Neben dem Fluglärm liege die Ursache besonders an dem stetig zunehmenden Verkehr auf der Autobahn. Seit dem Bau der Autobahn zu Beginn der 1970er Jahre habe sich hier der Lkw-Verkehr besonders stark entwickelt. Hinzu sei mit dem Bau des Autohofes eine weitere Lärmquelle entstanden. Auch mit der Fertigstellung der neuen Rast- und Tankanlage in unmittelbarer Nähe zu Steinhausen werde eine weitere Lärmquelle entstehen, so die Befürchtungen der Betroffenen.

Lärmschutzwand könnte aus Solarelementen gebaut werden

Lärmschutz auf einer Strecke von fünf bis sechs Kilometer würde helfen, meint Anwohner Walter Behrens. Der Polizeibeamte im Ruhestand kennt die Autobahn aus seiner Dienstzeit ganz genau. Die Lärmschutzwand, so die Überlegung der Grünen, könnte aus Solarelementen gebaut werden, mit denen dann Strom erzeugt wird. Das wiederum könnte für Investoren interessant sein. „So etwas wurde in der bayrischen Gemeinde Neuötting bereits praktiziert, und auch die CDU in Iserlohn hat einen solchen Antrag auf den Weg gebracht“, weiß Koch.

Mit zunehmender Sorge sehen Steinhausens Grüne auch die Bewirtschaftung des kleinen Waldstücks zwischen der Autobahn und Prövenholz. „Jeder Baum, der hier abgeholzt wird, bedeutet auch einen weiteren Verlust an Lärmschutz“, befürchtet Koch.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7351619?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851064%2F
Klos „kein Typ der Extreme“
Trainer Uwe Neuhaus mit Fabian Klos
Nachrichten-Ticker