Studentin Nataly Stimpel aus Büren engagiert sich gegen Krankheit und Armut
Junge Mutter hilft Mädchen in Uganda

Büren (WB). Nataly Stimpel aus Büren studiert Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paderborn. Außerdem ist die 23-Jährige Jugendbotschafterin der Hilfsorganisation „One“. „Es ist wichtig, die gesamte Bevölkerung miteinzubeziehen. Es geht schließlich alle etwas an“, so ihre Überzeugung.

Mittwoch, 05.02.2020, 16:29 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 16:34 Uhr
Die Bürenerin Nataly Stimpel engagiert sich für Hilfsorganisationen unter anderem in Afrika. Foto: Kevin Müller

Ihr Anliegen ist der Kampf gegen Armut und vermeidbare Krankheiten. Ebenso setzt sie sich für Gleichberechtigung von Mann und Frau ein. Die Organisation „One“ macht sich genau dafür stark. Doch Nataly Stimpel ist auch vor Ort tätig: Die von ihr mitgegründete Organisation Ashwa (Alliance for Sustainable Health and Wealth in Africa, deutsch: Bündnis für nachhaltige Gesundheit und Wohlstand in Afrika) agiert in Uganda. An der kenianischen Grenze hilft Ashwa Mädchen und Frauen.

Jugendbotschafterin der Organisation „One“

Die Wirtschaftsstudentin wollte nach ihrem Abitur etwas völlig anderes machen. Über das Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe absolvierte sie einen einjährigen Freiwilligendienst in Uganda. Durch Zufall stieß sie auf die Organisation „One“. Dort ist sie seither als Jugendbotschafterin aktiv. Nebenher engagiert sie sich jedoch auch für das Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe und bei Ashwa vor Ort, wenn das Studium eine Reise nach Afrika zeitlich zulässt.

„One“ ist eine unabhängige Organisation, die sich für das Ende extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten bis 2030 einsetzt. Das 2004 in Washington gegründete, global aktive Projekt möchte in Verbindung damit auch Gleichberechtigung und Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern erreichen.

Finanziert werde „One“ dabei von Stiftungen und privaten Geldgebern, um Unabhängigkeit zu wahren, erläutert Nataly Stimpel. Auch wenn die Ziele bislang noch nicht erreicht werden konnten, seien kleinere Erfolge bereits verbucht. Nataly Stimpel nennt als Beispiele einen globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria, bei dem die finanziellen Wünsche sogar übertroffen worden seien.

Dialog mit Politikern

Als Jugendbotschafterin ist es die Aufgabe der 23-Jährigen, den Dialog mit Politikern zu suchen, die Organisation medial zu vertreten und Workshops in Schulen und Jugendlagern zu organisieren. Dabei traf sie im vergangenen Jahr unter anderem Außenminister Heiko Maas. Der Leitspruch von „One“ – „Armut ist sexistisch“ – beziehe sich laut Nataly Stimpel darauf, dass gerade Frauen stärker von Armut betroffen seien.

„Man muss sich speziell darauf konzentrieren, wie man Frauen helfen kann“, sagt die Bürenerin. Frauen trügen oft die größte Familienverantwortung, seien gesetzlich jedoch meist benachteiligt. Stimpel betont aber, dass der Kampf gegen Armut selbstverständlich nicht nur die Frauen betreffe. „Es liegen lediglich unterschiedliche Ansatzpunkte bei Männern und Frauen vor, wenn es um Armut geht“, sagt Stimpel.

Hilfsorganisation Ashwa gegründet

Um jungen Frauen weiter helfen zu können, gründete Nataly Stimpel 2016 die Hilfsorganisation Ashwa mit. Diese setzt sich dafür ein, Mädchen in Uganda sexuell aufzuklären und ihnen beim Thema Menstruationshygiene zur Seite zu stehen. Dies werde meist durch Workshops in Schulen vor Ort erreicht. Am ersten Tag stünden Hygiene und Aufklärung im Vordergrund, ehe am zweiten Tag mit den Mädchen die Bindenherstellung aus herkömmlichen Materialien praktisch geübt werde. Es gebe nämlich oft keinen Zugang zu industriell gefertigten Binden, oder sie seien schlicht zu teuer für die Schülerinnen.

Die Resonanz sei sehr positiv. Nataly Stimpel, Mutter einer kleinen Tochter, erzählt: „Wir bekommen viel Unterstützung und Zuspruch von Lehrerinnen und Schülerinnen. Die Mädchen lernen, mit der Thematik umzugehen und bleiben der Schule aus Angst vor Konsequenzen nicht mehr über Wochen hinweg fern.“

Vor Ort gebe es bei Ashwa zehn Helfer, die täglich zur Verfügung stehen, erzählt sie. Darüber hinaus engagierten sich auch Frauengruppen und Lehrerinnen mit eigenen Workshops. Auch Projekte mit Krankenhäusern zur Prävention vermeidbarer Krankheiten sind Teil des Programms.

Stimpel sieht gute Chancen für Ashwa, auch langfristig in Uganda tätig sein zu können. Sie lobt die „vielen engagierten Leute, die sich mittelfristig noch bei drei weiteren Projekten einsetzen“.

Selbst in Uganda zu leben, könne sich die junge Mutter durchaus vorstellen: „In Uganda ist die Einstellung etwas lockerer, man hat oft weniger Leistungsdruck. Es war jedoch auch eine andere Situation, als ich das letzte Mal länger dort war.“ Auch in Deutschland lebe sie sehr zufrieden. „Nach dem Studium werde ich aber sicherlich wieder öfter bei Ashwa vor Ort helfen“, schaut sie in die Zukunft.

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