Rotes Kreuz schlägt Alarm: Immer weniger Menschen spenden Blut
Lebensretter gesucht

Büren (WB). Wer noch auf der Suche nach einem guten Vorsatz zum neuen Jahr ist: Wie wäre es denn mit Blutspenden? Einfacher kann man wohl kaum zum Lebensretter werden.

Donnerstag, 02.01.2020, 09:55 Uhr
Für Edis Ahmetspahic ist das Blutspenden eine Selbstverständlichkeit. Regelmäßig spendet der 42-jährige Bürener sein Blut. Für die sorgfältige Entnahme kümmern sich Tanja Grimm und Ute Wortmann. Das Team des DRK-Blutspendedienstes West macht allerdings darauf aufmerksam, dass die Zahl der Spender immer weiter abnimmt und ruft dazu auf, die Spendentermine wahrzunehmen. Foto: Hans Büttner

Wie Frank Goersmeier vom Blutspenddienst West des Deutschen Rote Kreuz mitteilt, seien immer weniger Menschen bereit, ihr Blut zu spenden. Nur drei Prozent der Deutschen spendeten Blut – aber 80 Prozent der Deutschen brauchen im Laufe ihres Lebens einmal eine Blutspende. Zwar liege der Kreis Paderborn leicht über dem Bundesdurchschnitt, aber auch hier werde zu wenig Blut gespendet.

Auch im Südlichen Teil des Kreises Paderborn sei der Trend zu spüren. Der DRK-Ortsverein Büren, dem die Orte Büren, Steinhausen, Brenken, Wewelsburg, Haaren, Bad Wünnenberg, Fürstenberg und Bleiwäsche angehören, hatte im Jahr 2013 noch 3532 Blutspender. Im Jahr 2018 waren es noch 2884 und aktuell liegt die Zahl bei 2692 Spendern.

Spendeten 2013 im Kreis Paderborn insgesamt noch 22.735 Menschen ihr Blut, waren es im vergangenen Jahr nur noch 18.161 Blutspender. Zwar konnten im Zeitraum von 2013 bis 2018 5453 Erstspender hinzu gewonnen werden, trotzdem sei die Gesamtzahl der Blutspender zurück gegangen. Im Bereich des DRK-Ortsvereins Büren kamen zwar 1040 Erstspender zu den Blutspendeterminen des DRK, doch auch hier sei die Zahl der Spender gesunken, so Goersmeier.

Warum es immer weniger Blutspenden gibt, sei unklar, berichtet er. Goersmeier sieht das Hauptproblem darin, dass viele Spender einfach nicht mehr zur Spende gehen. „Es scheint einfach ein gesellschaftlicher Trend zu sein. Zudem fehlt vielen Menschen das Bewusstsein, wie wichtig das Blut ist“, glaubt Goersmeier.

Hildegard Goersmeier (rechts) und Michaela Strotmann versorgen die Spender zur Stärkung nach dem Spenden mit belegten Broten.

Hildegard Goersmeier (rechts) und Michaela Strotmann versorgen die Spender zur Stärkung nach dem Spenden mit belegten Broten. Foto: Hans Büttner

Auch für Ute Wortmann, Leiterin des Bürener Blutspendeteams, ist der Grund für den Rückgang der Spender nur schwer zu erkennen. „Wir haben aber festgestellt, dass ältere Spender, die häufig bis zu viermal im Jahr ihr Blut spenden, weniger werden und die Erstspender nur ein- bis zweimal pro Jahr zu uns kommen“, sagte Ute Wortmann.

Von Seiten des DRK-Blutspendedienstes wird viel unternommen, um die Menschen zum Spenden zu bewegen. „Blut wird in ganz vielen Bereichen benötigt, wobei die Krebstherapie einen besonders großen Bedarf hat“, erläutert Frank Goersmeier.

Viel Spenderblut wird auch bei Operationen und bei der Erstversorgung Verletzter benötigt. Jedes Jahr rücken die Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes zu mehr als 5,5 Millionen Einsätzen aus. Etwa 2,3 Millionen davon sind Notfalleinsätze. Und: Durch das Blutspenden hilft der Spender nicht nur den Patienten, sondern auch sich selbst. Denn sein Blut durchläuft zahlreiche Untersuchungen. Sollten dabei Entzündungen oder anderes festgestellt werden, wird der Spender benachrichtigt.

Bis zu einem Alter von 75 Jahren können Menschen ihr Blut spenden. Die Blutgruppen A, Rhesusfaktor positiv und 0, Rhesusfaktor positiv sind die häufigsten in Europa. Die Gruppe 0, Rhesusfaktor negativ ist universell mit allen anderen Blutgruppen verträglich und wird am daher am häufigsten benötigt. Diese begehrte Blutgruppe haben aber nur sechs Prozent der deutschen Bevölkerung.

In Büren besteht an jedem zweiten Mittwoch im Monat in der Zeit von 15 bis 20 Uhr im DRK-Heim an der Bahnhofstraße die Möglichkeit zum Blutspenden. Wer zum ersten Mal spendet oder noch nicht ganz entschlossen ist, erhält hier dann auch alle Antworten auf seine Fragen. Die nächsten Blutspendetermine des DRK-Blutspendedienstes Büren sind Mittwoch, 8. Januar, in Büren, Donnerstag, 9. Januar, in Fürstenberg, Mittwoch, 15. Januar, in Steinhausen (jeweils von 15 bis 20 Uhr). Am Donnerstag, 23. Januar, kann in Weiberg und am Dienstag, 28. Januar, in Haaren (jeweils von 16 bis 20 Uhr) gespendet werden.

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