In der Essenthoer Mühle aufgepäppelter Vogel im Ringelsteiner Wald ausgewildert
Seltener Kauz fliegt in die Freiheit

Büren (W B ). Nur viermal in 40 Jahren hat Wilfried Limpinsel den seltenen Raufußkauz in seiner Wildtierstation in Marsberg-Essentho zur Pflege gehabt. Das letzte Tier fing er vor wenigen Tagen in einem Turm der Firma Bremer in Paderborn, wo aufmerksame Mitarbeiter den verirrten Raufußkauz beobachtet hatten und den Vogelspezialisten informierten. Der kam und kümmerte sich um den Kauz. Nach ein paar Tagen stand fest, dass der Raufußkauz keine Verletzungen oder Krankheiten hatte.

Freitag, 01.11.2019, 15:44 Uhr aktualisiert: 02.11.2019, 08:50 Uhr
Dieser Raufußkauz hatte sich vor wenigen Tagen in eine Halle der Firma Bremer verirrt, wurde eingefangen, gepflegt und jetzt im Ringelsteiner Wald wieder in die Freiheit entlassen.

Am Jugendwaldheim Ringelstein wurde er im Beisein von Schülern der Grundschule Regenbogen aus Lippinghausen im Kreis Herford ausgewildert. Als Kooperationspartner des Jugendwaldheims ist Limpinsel dort regelmäßig mit Vögeln zu Gast. Nur eben nicht mit dem seltenen Raufußkauz mit den befiederten Beinen, woher das Tier seinen Namen hat. »Dieser kleine Kauz liegt mir seit Jahrzehnten besonders am Herzen. Es ist gar nicht so leicht, ihn in den Wäldern zu finden, und er wird, anders als andere Eulenarten, seltener«, sagt der Eulenmann aus Essentho.

Essenthoer Mühle

Wilfried Limpinsel hat im Jahr 1980 in der Essenthoer Mühle – eine Wassermühle aus dem Jahr 1442 – die Ausgewöhnungsstation für Greifvögel und Eulen gegründet. Inzwischen hat er tausende Vögel gepflegt und wieder in die Freiheit entlassen. Die Station wird vom Land NRW gefördert, ist jedoch zusätzlich auf Spenden angewiesen.

...

Dass sich für den Raufußkauz zukünftig einiges ändern wird, glaubt auch Stefan Nolte, Förster im Jugendwaldheim: »Diese Eule braucht große Wälder mit Nadelholzanteilen – das sind in unserer Region die Fichten, und denen geht es derzeit sehr schlecht.« Das Biotop des Raufußkauzes werde sich, wie auch für andere Arten, durch die Borkenkäferhäufung und das Baumsterben vielerorts verändern.

Inwieweit das die ohnehin kleine Population des Raufußkauzes treffen wird, muss man beobachten, sind sich Limpinsel und Nolte einig. Der in Ringelstein ausgewilderte Kauz findet dort aber nach wie vor einen sehr guten Lebensraum, in dem Limpinsel bereits vor Jahren auch spezielle Nistkästen zur Kauzunterstützung mit dem Jugendwaldheim aufgehängt hat.

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