Fahrradwerkstatt in Büren erhält Förderung vom Erzbistum
Malteser machen Flüchtlinge mobil

Büren (WB). Mindestens 50 Fahrräder oder das, was zum Teil noch davon übrig ist, warten in der Fahrradwerkstatt der Malteser im Gebäudeteil C der Neubrückenstraße 7 auf ihre Verwertung oder Wiederherstellung. Einmal in der Woche, jeweils donnerstags zwischen 17 und 19 Uhr, ist die Werkstatt geöffnet und bietet geflüchteten Menschen unter fachkundiger Anleitung an, ein Fahrrad zu restaurieren und wieder flott zu machen, um selbst mobiler zu werden.

Montag, 02.09.2019, 10:30 Uhr aktualisiert: 02.09.2019, 10:48 Uhr
Volker Horenkamp, Koordinator Malteser Integrationsdienst, Frank Janssens und Christoph Vitt von der Fahrradwerkstatt sowie Marina Stork, Stadtbeauftragte der Malteser in Büren (von links), freuen sich über die Unterstützung aus dem Flüchtlingsfonds.

Gegen eine Schutzgebühr von 20 Euro kann das fertige Rad erworben werden. Falls das Rad, etwa wegen eines Umzuges zurückgeben werden soll, wird der Betrag wieder ausgezahlt. Schon seit 2014 betreiben ehrenamtliche Malteser die Fahrradwerkstatt. Zuerst unter der Regie der Initiative »Büren ist bunt«, seit 2016 zeichnet der Integrationsdienst der Malteser in der Erzdiözese Paderborn dafür verantwortlich.

Die Ehrenamtlichen Frank Janssens, Christoph Vitt und die Familie Schauch sind mit Begeisterung dabei: »Anfangs ging es darum, vor allem den Flüchtlingen aus dem etwas abgelegeneren Stöckerbusch eine Möglichkeit zu bieten, schneller und einfacher in die Stadt zu kommen; um einzukaufen oder um Termine bei Ämtern und Ärzten wahrzunehmen«, berichtet Frank Janssens. Mittlerweile gebe es dort eine eigens eingerichtete Buslinie. Aber die Nachfrage sei ungebrochen. Auch ein Aufruf an die Bürener Bevölkerung, alte Fahrräder zu spenden, sei ein voller Erfolg gewesen.

An altem Fahrradmaterial mangelt es also nicht. Trotzdem benötigt die Fahrradwerkstatt immer mal wieder neue Ersatzteile, Werkzeug oder Verbrauchsmaterial, wie Fahrradputzmittel oder Öl. Dafür bewarb sich der Malteser Integrationsdienst des Kreises Paderborn mit seinem Koordinator Volker Horenkamp beim Flüchtlingsfonds des Erzbistums Paderborn.

Das Projekt erhält aus dem Topf die stolze Summe von 2700 Euro. »Damit können wir den Betrieb der Fahrradwerkstatt bis Ende 2020 sicherstellen. Besonders freut uns, dass mittlerweile auch einige geflüchtete Menschen regelmäßig kommen und ihr Wissen nun selbst weitergeben können«, sagt Volker Horenkamp. Auch andere Aktivitäten wie ein kleiner Erste Hilfe-Kursus, eine Fahrradfahrschule und ein Alphabetisierungskursus sind aus dem Projekt heraus entstanden. Um mit zu basteln oder ausgediente Fahrräder zu bringen, bedarf es keiner Anmeldung; alle Helfer und Interessierte sind willkommen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6887033?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851064%2F
Experten begutachten Corona-Hygienepläne im Tönnies-Werk
Symbolbild. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker