Streit in Asylunterkunft – Opfer nur knapp dem Tod entgangen
Messerangriff: »Es war Blut überall«

Büren (WB). Dass ein 26-jähriger Flüchtling bei einer Messerattacke im Januar in Büren nur knapp dem Tod entronnen ist, machte am zweiten Verhandlungstag vor dem Paderborner Landgericht der operierende Chirurg deutlich: »Einen Zentimeter tiefer, und die Verletzungen wären tödlich gewesen.«

Dienstag, 16.07.2019, 06:00 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Das aus Guinea stammende Opfer selbst müsse nach eigener Aussage mit psychischen Folgen leben. Den angeklagten 30-jährigen Mann aus Mali beschrieb der Flüchtling aus Guinea sogar als guten Freund, mit dem er viel Zeit verbracht habe.

Aber: Der Beklagte sei »sehr schnell von 0 auf 100«. Und auch am Vorabend der Tat soll es zwischen beiden zumindest zu einem Konflikt gekommen sein – wegen einer Nichtigkeit, wie das 26-jährige Opfer durchblicken ließ. Dabei, so sagte der Angegriffene aus, habe er selbst eine Lampe und einen Stuhl zerstört.

»Ich hörte plötzlich ›Bum! Bum! Bum!‹«

Am nächsten Morgen sei der Mann aus Guinea früh ins Gemeinschaftsbad gegangen um zu duschen. »Ich hörte plötzlich ›Bum! Bum! Bum!‹«, sagt der 26-Jährige: Der Beklagte soll gegen seine Zimmertür geschlagen haben. Nachdem das Opfer aus dem Bad gekommen sei, sei es direkt im allgemeinen Wohnzimmer zum Konflikt gekommen: Erst, so schilderte es das Opfer, soll der 30-Jährige den Geschädigten vor die Brust geschlagen haben.

Als der Attackierte zu Boden ging, soll der Angreifer auf das Opfer eingestochen und eingetreten haben. »Ich rief laut ›Hilfe!‹«, sagte der 26-Jährige vor Gericht. Durch den Messerangriff hatte das Opfer eine tiefe Stichverletzung, bei der Lunge und Herzbeutel verletzt wurden, sowie eine weitere oberflächliche Schnittverletzung davongetragen. »Es war Blut überall«, erinnerte sich am Montag das Opfer, »ich hatte Angst. Ich dachte, ich gehe tot.«

»Ich dachte, ich gehe tot«

Ein weiterer 20-jähriger Bewohner der Unterkunft soll schließlich den Beschuldigten und das Opfer auseinander gebracht haben, wie der Zeuge erklärte.

Die Tatwaffe fanden Ermittler der Kripo schließlich hinter der Unterkunft. Laut deren Aussage könnte das Messer weggeworfen worden sein. Ob es sich um ein Messer aus der Küche der Unterkunft handelt, oder der Beschuldigte es von seiner Arbeitsstelle – einer Fleischerei – mitgenommen hat, blieb unklar.

Der Beschuldigte schwieg zu den Vorwürfen. Nach Auskunft der Ermittler habe er sich widerstandlos an der Unterkunft verhaften lassen. Am Freitag will das Gericht einen Gutachter hören.

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