Mann soll mit Messer zugestochen haben
Prozess nach Streit in Asylunterkunft

Büren (WB/upf). Nur knapp konnte ein 21 Jahre alter Asylbewerber gerettet werden, der im Januar von einem Mitbewohner in einer Bürener Flüchtlingsunterkunft angegriffen worden war. Seit Dienstag muss sich ein Afrikaner aus Mali als mutmaßlicher Angreifer vor dem Paderborner Schwurgericht ver­antworten. Ihm wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 30 Jahre alte Mann den Guineer an jenem Morgen töten wollte.

Mittwoch, 10.07.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 15.07.2019, 17:52 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Gegen 5.45 Uhr soll der 30-Jährige auf dem Flur der Flüchtlingsunterkunft am Kapellenberg mit dem Opfer zusammengetroffen sein. Er habe gezielt mit einem Messer mit 14 Zentimeter langer Klinge auf den Brustkorb des Guineers eingestochen, der dabei eine tiefe Stichwunde erlitt. Weil Herzbeutel und Lunge verletzt wurden, bestand den Angaben zufolge akute Lebensgefahr für den 21-Jährigen.

Auch am Boden weiter eingetreten

Der Angeklagte soll ihm noch weitere tiefe Schnittverletzungen zugefügt haben. Als der Mann zu Boden ging, soll der 30-Jährige nicht von ihm abgelassen haben: Er habe auf ihn eingetreten und mit einem Stuhl zugeschlagen, so die Anklage. Erst das Auftauchen eines weiteren Bewohners habe es dem Opfer ermöglicht, sich in Sicherheit zu bringen. Bewohner alarmierten die Polizei.

Der 21-Jährige wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus nach Paderborn gebracht, wo es den Ärzten gelang, sein Leben in einer Notoperation zu retten. Der mutmaßliche Täter wurde noch am Tattag festgenommen, die Waffe sichergestellt – er befindet sich seither in Untersuchungshaft, wird aber zurzeit im Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg behandelt. Zur Tatzeit arbeitete er als Helfer in der Fleischproduktion.

Die Staatsanwaltschaft geht nach bisherigen Ermittlungsergebnissen davon aus, dass es zwischen den beiden Männern bereits zuvor zu Streitigkeiten gekommen war. Welcher Art diese waren und ob diese einen religiösen oder ethnischen Hintergrund haben könnten, muss das Schwurgericht unter Vorsitz von Richter Eric Schülke in der Beweisaufnahme herausfinden. Erste Zeugen sollen am kommenden Montag vernommen werden.

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