Weiterhin weiße Flecken auf der Landkarte in Büren
Schnelles Internet nicht für alle

Büren (WB). Wewelsburg, Ahden, Brenken und Büren haben schon eine Glasfaserversorgung – und sollen noch eine neue bekommen. Die anderen Bürener Ortsteile aber gehen – zumindest vorläufig – leer aus und bleiben ein weißer Fleck in Sachen schnelles Internet.

Samstag, 08.06.2019, 07:39 Uhr
Erst 2018 war eine Glasfaserinfrastruktur von Wewelsburg (Foto) bis Büren verlegt worden. Jetzt will die Deutsche Glasfaser noch einmal auf gleicher Strecke Leitungen legen. Foto: Hans Büttner

In der Ratssitzung am Donnerstag informierte Ingo Teimann, Regionalmanager der Deutschen Glasfaser (DG), über die Pläne des Telekommunikationsunternehmens für Büren. Die kamen nicht überall gut an.

Es ist noch kein Jahr her, dass das Westnetz im Auftrag der Innogy TelNet von der Kernstadt bis Wewelsburg ein 14 Kilometer langes Glasfaserkabel verlegt hat. Jetzt möchte die DG ebenfalls eine Glasfaserinfrastruktur verlegen – diesmal von Wewelsburg nach Büren. Während Innogy TelNet die Leitungen und Leerrohre nur bis zu den neu aufgestellten Kabelverzweigkästen an den Straßenrändern geführt hat – bis zu den einzelnen Haushalten geht es dann über die bereits vorhandene Kupferkabel – will die DG ihre Anschlüsse bis ans Haus führen.

baubeginn an Bedingungen geknüpft

Versorgt werden sollen zudem die Bürener Industriegebiete und das Gewerbegebiet am Flughafen. Nicht im Programm der DG vorgesehen sind die übrigen Bürener Stadtteile – offenbar aus wirtschaftlichen Gründen. Hier soll das Förderprojekt helfen, das der Kreis Paderborn zur Beseitigung der so genannten weißen Flecken aufgelegt hat und an dem sich die Stadt Büren finanziell beteiligt. Die DG möchte ihr Vorhaben wie in anderen Kommunen auch über eine Kooperation mit der Stadt Büren realisieren und erhofft sich Unterstützung bei den Erdarbeiten und der Nachfragebündelung. Voraussetzung für den Ausbau des Glasfasernetzes ist, dass mindestens 40 Prozent aller Haushalte im entsprechenden Gebiet einen Vertrag mit der DG abschließen.

Bei den Ausbaugebieten handelt es sich um die Bereiche der Kernstadt Büren, die Stadtteile Ahden, Brenken, Wewelsburg, die Industriegebiete Büren-West, die Fürstenberger Straße, den Handwerkerpark und das Gewerbegebiet Flughafen. Entscheiden sich Privatkunden während der Nachfragebündelung für einen Vertrag mit der DG, entstehen ihnen keine Anschlusskosten.

Erster Spatenstich frühestens Ende 2020

Die Deutsche Glasfaser will ein komplett neues Infrastrukturnetz bis ans Haus verlegen. Das Unternehmen wirbt mit marktüblichen Preisen, einer großen Versorgungsstabilität und einer unbegrenzten Leistungsfähigkeit, die Internet, Telefon und Fernsehen ermöglicht.

In der anschließenden Diskussion äußerten die Ratsmitglieder viel Kritik. So warf etwa Marco Sudbrak (SPD) dem Borkener Unternehmen gar Rosinenpickerei vor. Es falle schwer, die anderen Ortsteile außer acht zu lassen. Es sei daher eine schwere Entscheidung, aber es gäbe keine weiteren Angebote, so Bürgermeister Burkhard Schwuchow. Letztendlich sei der Kooperationsvertrag aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Sollte die Nachfragebündelung Erfolg haben, ist mit einem Baubeginn Ende 2020, Anfang 2021 zu rechnen. Bei zehn Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen wurde dem Vertrag dennoch mehrheitlich (13 mal Ja) zugestimmt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6673952?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851064%2F
Gesundheitsämter melden 11.176 Corona-Neuinfektionen
Hinweisschild auf die Maskenpflicht in Frankfurt am Main.
Nachrichten-Ticker