Unternehmen plant Abriss und Neubau an Bürener Bahnhofstraße
Lidl soll größer und schöner werden

Büren (WB/han). Der Lidl in der Bahnhofstraße soll abgerissen und am selben Standort größer und moderner wieder aufgebaut werden.

Donnerstag, 04.04.2019, 16:59 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 17:02 Uhr

Von jetzt 800 auf dann 1375 Quadratmeter Verkaufsfläche solle der Markt wachsen, erläuterte Matthias Sontheimer, Bereichsleiter Immobilien bei Lidl, jetzt im Bauausschuss. Vom letzten Verkaufstag im alten Markt bis zur Wiedereröffnung des neuen sollen lediglich rund sechs Monate vergehen. Nicht möglich sei es allerdings, in der Zwischenzeit den Verkauf durch ein Zelt oder eine andere mobile Lösung weiterlaufen zu lassen.

In Zeiten des wachsenden Internethandels müsse der stationäre Einzelhandel mehr als gute Qualität zum günstigen Preis bieten, begründete Sontheimer die geplante Neuaufstellung. Wichtig sei auch, dass die Kunden einen attraktiven Markt vorfänden, in dem sie sich wohlfühlen und ein positives Einkaufserlebnis genießen könnten. Dazu zählten unter anderem ein großzügiger Eingangsbereich, breitere Gänge und größere Parkbuchten. Zudem brauche eine zeitgemäße Präsentation der Waren mehr Platz.

So komme es auch zustande, dass trotz der erheblichen Erweiterung des Marktes die tatsächliche Verkaufsfläche, auf der Waren angeboten würden, um lediglich 170 Quadratmeter wachse. »Wir sind kein Discounter, wir sind ein Nahversorger«, betonte Sontheimer zum Selbstverständnis seines Unternehmens.

Das bisherige Gebäude sei optisch und auch von der Bauqualität her ein »Kind der 90er Jahre«, als bei Lidl vor allem die schnelle Expansion im Vordergrund gestanden habe. Wie der Neubau aussehen könnte, zeigte Matthias Sontheimer anhand vergleichbarer Bauten in anderen Städten. Geplant ist demnach ein Gebäude mit einer Fassade aus Lärchenholz und Klinker sowie einer großen Schaufensterfront. Auf dem Pultdach soll eine Photovoltaikanlage Platz finden, auf dem Parkplatz sollen mehrere Ladestationen für Elektrofahrzeuge stehen.

Die unter dem jetzigen Markt existierende Tiefgarage soll es ebenso wie externe Mieter im Gebäude beim Neubau nicht mehr geben. Die Garage sei damals ohnehin nur gebaut worden, weil es gewünscht gewesen sei. Genutzt werde sie von den Kunden nicht, und auch als Lagerfläche werde sie nicht gebraucht.

Nachteilige Auswirkungen auf die Innenstadt seien von einer Erweiterung des Lidl-Standortes in der Bahnhofstraße nicht zu erwarten, hatte zuvor Gutachterin Corinna Küpper (BBE Handelsberatung) den Ausschussmitgliedern versichert. Nach der Schließung des Combi-Marktes in der Burgstraße sei der Lidl zurzeit der einzige Lebensmittelanbieter in der Bürener Kernstadt, der von Wohnbebauung umgeben und auch fußläufig erreichbar sei.

Die unmittelbare Innenstadt mit ihren sehr kleinteiligen Geschäftslokalen könne einen so publikumsintensiven Markt wie den Lidl, der auch viele Autoanfahrten mit sich bringe, ohnehin gar nicht aufnehmen. Zudem liege Büren aktuell mit 0,29 Quadratmeter Lebensmittel-Verkaufsfläche pro Einwohner deutlich unter dem Durchschnittswert von 0,43 Quadratmeter pro Einwohner.

Eine Beschlussempfehlung des Ausschusses war nicht erforderlich, es handelte sich zunächst nur um eine Information. Reinhold Zühlke (Grüne) kritisierte, das geplante Gebäude gefalle ihm nicht, sondern erinnere ihn an den »Schuhkarton«, den vor Jahren Investor Schoofs in Büren habe bauen wollen. Von einem richtigen Weg sprach dagegen Christian Bambeck (CDU). Der Markt sehe in jedem Fall schöner aus als das bestehende Gebäude. Man solle nun nicht »nach Bürener Tradition alles kaputtreden«, sondern die Entwicklung abwarten und begleiten.

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