Grund sind Verspätungen - Flugbetrieb soll weiterlaufen Small Planet meldet Insolvenz an

Büren (WB). Die Touristik-Airline Small Planet hat am Dienstagabend Insolvenz angemeldet. Das teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Zuletzt war die Fluggesellschaft immer wieder durch teilweise massive Verspätungen in die Schlagzeilen geraten.

Small Planet hat Insolvenz angemeldet.
Small Planet hat Insolvenz angemeldet.

Demnach sei »die angespannte finanzielle Situation durch die Ereignisse des laufenden Sommers« ein Grund für den Schritt, heißt es auf der Internetseite von Small Planet.

Laut »Handelsblatt« schätzt der Fluggastrechte-Spezialist EUflight, dass derzeit 20.000 Fluggäste von Small Planet auf Entschädigungen warten.

Die Geschäftsführung habe das Ziel, die Airline zu restrukturieren. Der Flugbetrieb solle aufrechterhalten werden, auch langfristig. Das Luftfahrtbundesamt hat als Aufsichtsbehörde für die Luftfahrt laut Small Planet keine Einwände gegen die Fortsetzung des Flugbetriebs.

Für Kunden bedeute dies, dass alle Flüge von und nach Deutschland und den Niederlanden weiterhin von Small Planet Airlines Deutschland durchgeführt werden und gebuchte Tickets und sowie alle Flugpläne ihre Gültigkeit behielten.

Die gesamte Branche kämpft in diesem Sommer mit Engpässen bei der Flugsicherung, Streiks und Wetterphänomenen, die sich auf den Flugverkehr auswirken. Bei Small Planet sollen laut Branchenkreisen noch interne Organisationsprobleme hinzugekommen sein.Das Amtsgericht Charlottenburg bestätigte am Mittwoch den Antragseingang und die Bestellung des Rechtsanwalts Joachim Voigt-Salus zum vorläufigen Sachwalter. Sollte das Insolvenzverfahren eröffnet werden, müssten sich die Passagiere mit ihren Entschädigungsforderungen bei den Gläubigern einreihen und würden möglicherweise kaum etwas erhalten. Die deutsche Small Planet beschäftigt rund 400 Mitarbeiter.Nach Informationen des Fluggast-Sofortentschädigers EUflight.de sind bei der Airline nach einem chaotischen Sommer Entschädigungsforderungen von mehr als 20 000 Passagieren aufgelaufen. »Wir gehen von rund 9 Millionen Euro gemäß EU-Fluggastrechte-Verordnung bestehender Ansprüche aus«, sagte Geschäftsführer Lars Watermann. Für seine Firma wie auch für Fluggäste sei die Insolvenz nicht absehbar gewesen, weil Small Planet in der Vergangenheit regelmäßig gezahlt habe.Vermutlich drohte nun bei der Airline wegen der notwendigen Rückstellungen eine bilanzielle Überschuldung, während Liquidität vorhanden gewesen sei. EUflight.de hat nach eigenen Angaben bis vor Kurzem Forderungen von Passagieren gegen Small Planet angekauft und muss nun mit einem weitgehenden Verlust rechnen. »Die vollständige Übernahme des Ausfallrisikos von den Fluggästen gehört zu unserem Geschäftsmodell«, erklärte Watermann. 

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