Small-Planet-Maschine landet 50 Stunden verspätet in Paderborn Airline droht Klagewelle

Büren/Lichtenau/Gütersloh (WB). Mit einer Verspätung von mehr als 50 Stunden ist der Small-Planet-Flug 5P5872 am Mittwochmorgen um kurz nach 4 Uhr auf dem Flughafen Paderborn/Lippstadt gelandet. An Bord waren Passagiere, die seit Sonntagabend auf dem Flughafen in Rhodos festsaßen. Die Erleichterung bei den Urlaubern ist groß, der Ärger auch. Auf die Airline droht eine Welle von Entschädigungsklagen zuzurollen.

Von Sebastian Schwake
Small Planet hat immer wieder Probleme mit der Pünktlichkeit. Gestern Morgen landete eine Maschine mit Urlaubern mehr als 50 Stunden verspätet in Paderborn.
Small Planet hat immer wieder Probleme mit der Pünktlichkeit. Gestern Morgen landete eine Maschine mit Urlaubern mehr als 50 Stunden verspätet in Paderborn. Foto: Besim Mazhiqi

Nach Angaben eines Small-Planet-Sprechers hatte die Maschine, die die Urlauber von der griechischen Insel holen sollte, wegen Vogelschlags einen Schaden an der Triebwerksschaufel. Dieser Schaden habe erst repariert werden müssen. Zu diesem Zeitpunkt habe das Flugzeug in Bremen gestanden.

Die Ersatzmaschine der Airline habe die Folgeflüge des beschädigten Flugzeugs übernommen, damit der Flugplan nicht völlig durcheinandergerate. »Deswegen mussten die Passagiere warten, bis der Schaden repariert war. Die Sicherheit unserer Passagiere geht vor«, sagte der Sprecher. Eine Maschine auf dem freien Markt habe die Airline nicht chartern können. »Der Markt war leer gefegt.«

Bis Donnerstag verlangt er 57.000 Euro Entschädigung

Small Planet hat immer wieder erhebliche Probleme mit Ausfällen und Verspätungen: Der Lichte­nauer Anwalt Thorsten Fust vertritt inzwischen 169 Mandanten, die von der Airline wegen verspäteter Flüge eine Entschädigung verlangen. Er fordert von der Fluggesellschaft insgesamt 79.000 Euro. Bis Donnerstag verlangt er 57.000 Euro Entschädigung für 126 Mandanten.

Überweist die Airline nicht, will der Anwalt am Montag 44 Klagen einreichen. Bis Freitag kommender Woche fordert er weitere 22.000 Euro von Small Planet, andernfalls werde er die Airline mit 18 weiteren Klagen überziehen. 80 Prozent seiner Mandanten hätten Verspätungen ab oder nach Paderborn gehabt.

Die Rhodos-Urlauber sollen unterdessen »schnell und unbürokratisch entschädigt« werden, kündigte der Small-Planet-Sprecher an. Noch auf Rhodos hätten die Urlauber, die in Hotels untergebracht worden seien, von Mitarbeitern der Airline Entschädigungsdokumente erhalten. Einige sollen auf eigene Faust ihre Rückreise organisiert haben.

2019 wolle die Airline auf die Wachstumsbremse treten

Der Paderborner Flughafen befürchtet durch die Negativschlagzeilen keinen Imageverlust. »Wir stellen lediglich die Infrastruktur. Insgesamt performt die Luftverkehrsbranche dieses Jahr nicht so gut«, sagte Sprecher Stefan Hensel. Im ersten Jahr nach der Air-Berlin-Pleite seien einige Airlines gewachsen und versuchten, in die Lücke zu stoßen, die Air Berlin hinterlassen habe.

Neue Crews und Flotten hätten in den laufenden Betrieb aufgenommen werden müssen, was schon mal Probleme bereiten könne, sagte Hensel. Small Planet hatte nach der Pleite von Air Berlin und Niki seine Flotte mehr als verdoppelt: von vier Maschinen auf nun neun. 2019 wolle die Airline aber auf die Wachstumsbremse treten.

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