Letzte Katharinenschwestern haben Wewelsburg verlassen »Sie werden uns fehlen«

Büren (WB). Zum Schluss waren sie nur noch zu zweit. Nach fast 90 Jahren ist die Wewelsburger Schwesternstation Geschichte.

Von Hans Büttner
Die Schwestern Gerharda (links) und Perpetua hielten zuletzt noch zu zweit die Stellung im Burgdorf
Die Schwestern Gerharda (links) und Perpetua hielten zuletzt noch zu zweit die Stellung im Burgdorf Foto: Hans Büttner

Nachdem im Dezember die letzten beiden Ordensschwestern, Perpetua und Gerharda, aus Altersgründen in das Mutterhaus der Katharinenschwestern nach Münster umgezogen sind, wird die Station jetzt aufgelöst.

Mit einem Festhochamt in der Pfarrkirche, zelebriert vom Paderborner Weihbischof Matthias König, und einem anschließenden Empfang im Burgsaal der Wewelsburg verabschieden sich die Wewelsburger am 14. Januar von den Katharinenschwestern. Der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr.

Schwestern sollten sich zunächst der ambulanten Krankenpflege widmen

Auf Initiative des damaligen Wewelsburger Pastors Pöppelbaum stimmten im Jahr 1928 die Franziskanerinnen in Salzkotten der Gründung einer Filiale mit vier Schwestern in Wewelsburg zu. Sie sollten in der ambulanten Krankenpflege tätig werden, eine »Kinderverwahrschule« leiten und eine Nähschule für schulentlassene Schülerinnen aufbauen.

»Die ambulante Krankenpflegerin Schwester Rudolpha, war recht geschickt, kräftig und für den Posten äußerst befähigt«, schrieb Pastor Pöppelbaum in seinen Erinnerungen. Um die Handarbeit kümmerte sich Schwester Bermunda und um die Kinder die Schwestern Regina und Gridonia.

Das Schwesternhaus an der Kirche, vormals die Schule, wurde renoviert und mit allem Nötigen ausgestattet. Die Dorfbewohner versorgten die Schwestern mit Lebensmitteln. Außerdem hatten sie ein kleines Einkommen durch Beiträge aus der Nähschule und Spenden. Stühlchen und Bänkchen für den Kindergarten brachten die Kleinen von Zuhause mit.

Große Veränderungen brachte 1939 der Krieg. Die Krankenschwester erhielt einen Stellungsbefehl. Die Handarbeitsschule litt unter Stoffmangel. Und die SS richtete 1941 einen zweiten Kindergarten in Wewelsburg ein.

Katharinenschwestern lösen die Franziskanerinnen ab

Nach dem Krieg lösten im Jahr 1953 die Katharinenschwestern die Franziskanerinnen ab. Der Orden leitete in Wewelsburg bereits die beiden neu entstandenen Altenheime St. Josef und St. Katharina. Vom Münsteraner Mutterhaus kam zunächst Schwester Albertina als Gemeindeschwester, die im St. Josefsheim ein Krankensprechzimmer einrichtete.

1956 übernahm dann Schwester Innocentia die Leitung des Kindergartens. Mit der Fertigstellung des neuen Kindergartens 1958 bekamen auch die Schwestern und die Nähschule ein neues Zuhause.

1959 stieß Schwester Perpetua mit 26 Jahren zu der kleinen Schwesterngemeinschaft. Ihre Aufgabe war es, Mädchen und jungen Frauen das Nähen beizubringen. Das Kursangebot wurde ständig erweitert, und 1965 erhielt die Bildungsstätte den Namen St. Meinolf.

Vor 25 Jahren zog die Schwesternstation in das frühere Pfarrheim an der Kirche um. Die Schwestern fühlten sich nach eigenem Bekunden sehr wohl und engagierten sich im Kindergarten, in der Kirche und in der Gemeinde.

Schwester Perpetua, inzwischen 85 Jahre alt, leitete noch bis zu ihrem Umzug ins Mutterhaus die Bildungsstätte und gab wöchentlich mehrere Kurse in Nähen und Patchwork. Über viele Jahrzehnte gehörten die Schwestern in ihrer Ordenstracht zum Dorfbild in Wewelsburg. »Sie waren ein Glücksfall für das Dorf, und sie werden uns fehlen«, davon ist nicht nur der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Franz-Josef Schäfers überzeugt.

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