Bürener hinterlassen ihre Weihnachtswünsche in St.-Nikolaus-Kirche Was man nicht kaufen kann...

Büren (WB). Weihnachten ist die Zeit der Wünsche. Doch längst nicht alles, was sich Menschen wünschen, lässt sich kaufen, in Geschenkpapier verpacken und unter den Baum legen. Um diese anderen Wünsche geht es in diesen Tagen in der Bürener Pfarrkirche St. Nikolaus.

Von Hanne Hagelgans
Haben den Bürener Wünsche-Weg in der Pfarrkirche ins Leben gerufen: die Nikolausmarkt-Organisatoren Dieter Vahle und Kerstin Salerno, Eduard Spadi, Mitarbeiter der ausführenden Firma Projekt Partner, und Pfarrer Peter Gede.
Haben den Bürener Wünsche-Weg in der Pfarrkirche ins Leben gerufen: die Nikolausmarkt-Organisatoren Dieter Vahle und Kerstin Salerno, Eduard Spadi, Mitarbeiter der ausführenden Firma Projekt Partner, und Pfarrer Peter Gede. Foto: Hanne Hagelgans

Dort nämlich ist seit knapp zwei Wochen der Bürener Wünsche-Weg aufgebaut. Das Prinzip ist simpel: Jeder, der mag, kann sich eine der bereitliegenden Karten nehmen, auf denen der Satz­anfang steht: »Ich wünsche mir, dass...«. Einfach ausfüllen und mit den ebenfalls bereitliegenden Wäscheklammern an die kreuz und quer gespannten Schnüre hängen.

Dutzende Bürener haben bereits mitgemacht. Auffällig ist: Von einer einzigen Karte abgesehen, auf der sich offensichtlich ein Kind »viele Geschenke« wünscht, findet sich tatsächlich kaum ein materieller Wunsch. Stattdessen sagen die Karten viel darüber aus, was den Menschen in Büren wichtig ist. So wünscht sich ein Teilnehmer, dass die Oma am Leben bleibt. Ein anderer hofft, dass ein lieber Mensch von einer schweren Krankheit geheilt wird. Und ein weiterer möchte immer mit seinen besten Freunden befreundet bleiben.

Noch während der Weihnachtstage können Bürener ihre Wünsche niederschreiben und aufhängen. Foto: Hanne Hagelgans

Immer wieder zu lesen ist der Wunsch nach Frieden und einem friedlichen Weihnachtsfest – auf der ganzen Welt, aber auch persönlich. »Ich wünsche mir, dass mein Glaube stärker wird«, steht auf einer weiteren Karte. Dass heute in vielen Familien im Alltag die gemeinsame Zeit für Eltern und Kinder knapp ist, zeigt sich daran, dass sich mehrmals auch der Wunsch nach mehr Familienzeit wiederfindet.

Ursprünglich sollte der Wünsche-Weg bereits zum Nikolausmarkt rund um die Pfarrkirche an den Start gehen. Doch weil es so stark schneite, wurde er erst nach dem Fest in der Kirche aufgebaut. Hier haben nun alle Bürener und Besucher noch die Weihnachtstage über Gelegenheit, ihren Wunsch aufzuschreiben.

»Es gibt ja diese Sehnsucht in jedem Menschen, ein gutes, gelingendes Leben zu führen«, erläutert Pfarrer Peter Gede, »das sollte man unbedingt ernst nehmen«. Auch die Geburt Jesu, die an Weihnachten gefeiert wird, habe schließlich ihre Ursache in Sehnsucht – in der Sehnsucht Gottes nach den Menschen.

Dass diese Sehnsucht auch umgekehrt besteht, zeigt sich vielleicht auch daran, dass den ganzen Tag über in der Pfarrkirche ein Kommen und Gehen herrscht. »Im Laufe eines Tages kommen viele Menschen hier herein, verweilen ein bisschen, beten und zünden eine Kerze an«, weiß Pfarrer Gede.

Damit das möglich ist, sind alle Kirchen im Pastoralverbund Büren, der identisch mit dem Stadtgebiet ist, tagsüber geöffnet. Sachbeschädigungen oder Diebstähle habe es bisher kaum gegeben, erzählt Gede: »Wir haben fast keine schlechten Erfahrungen gemacht. Es sind höchstens mal Kleinigkeiten vorgekommen. Deswegen schließen wir aber die Kirchen nicht – dazu sind Kirchen nämlich nicht da.«

Geplant ist, den Wünsche-Weg künftig zu einem festen Bestandteil des Nikolausmarktes werden zu lassen.

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