Bürener Immobilie wird in einem Internetportal als »versteigert« angegeben Spekulationen um Krankenhaus: Besitzer dementiert Verkauf

Büren (WB/han/vah). Seit sieben Jahren steht das ehemalige Bürener Krankenhaus leer. Doch jetzt schien Bewegung in die Sache gekommen zu sein: Im Internetportal »grund­stuecksauktionen.berlin« ist es mit »verkauft« markiert. Doch der Inhaber, die Marseille-Kliniken AG, dementiert: »Das Krankenhaus ist nicht verkauft«, heißt es in einem Schreiben.

Seit gut zehn Jahren steht das Bürener Krankenhaus leer. Jetzt ist es über ein Auktionsportal im Internet verkauft worden. Der neue Eigentümer ist noch nicht bekannt.
Seit gut zehn Jahren steht das Bürener Krankenhaus leer. Jetzt ist es über ein Auktionsportal im Internet verkauft worden. Der neue Eigentümer ist noch nicht bekannt. Foto: Besim Mazhiqi

Hinter dem Internetportal steht offenbar das Hamburger Unternehmen Held Bau, das sich auf Planung und Realisierung von Sozialbauten spezialisiert hat. Über die Hintergründe des dort dokumentierten angeblichen Verkaufs äußerte sich Held Bau gestern auf Nachfrage des WV nicht.

Die Angelegenheit war für Kenner des Komplexes gleich merkwürdig: Mit versteigert wurden anhand der Bilder im Internet wohl auch die Nebengebäude. Die allerdings hat bereits ein Bürener Unternehmer erworben, um dort Wohnungen einzurichten.

Kritik an Politik

Marseille-Kliniken AG macht in ihrer Stellungnahme deutlich, dass wohl sobald auch nicht mit einem Verkauf zu rechnen sei. Grund sei, dass die Politik in einer »Nacht- und Nebelaktion« eine Veränderungssperre zum Bebauungsplan beschlossen habe. Es habe den Anschein, als würde »der Bürgermeister einer anderweitigen Nutzung des Krankenhauses feindlich gegenüberstehen«, kritisiert das Unternehmen.

Das Gebäude beherbergte bis 2010 das St.-Nikolaus-Hospital. Die Klinik befand sich ursprünglich in Trägerschaft der Bürener Kirchengemeinde St. Nikolaus. Nachdem sie Anfang der 2000er-Jahre auf Betreiben der Krankenkassen geschlossen werden sollte, begann der Niedergang.

Zuletzt 70 Mitarbeiter

Zwischenzeitlich übernahm das evangelische Johannisstift das Haus, später die Marseille-Kliniken AG (Hamburg), die auch den benachbarten Seniorenwohnpark betrieb. Nach der Schließung der chirurgischen Abteilung hatte das Hospital zuletzt noch 60 Betten und etwa 70 Mitarbeiter.

2010 endete seine Geschichte mit der Insolvenz. Seitdem hat es seitens der Marseille AG immer wieder Versuche gegeben, die Liegenschaft zu verkaufen oder umzunutzen.

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