Ungewöhnlicher Drogenfund bringt Frührentner ins Gefängnis Rauschmittel im Gepäck

Büren (WB/upf). Ein 49-Jähriger Drogenkurier ist vom Amtsgericht in Paderborn verurteilt worden. Der Frührentner hatte illegal Kath eingeführt. 60 Kilogramm des vornehmlich in Ostafrika angebauten Rauschmittels hatte er versucht am Flughafen Paderborn/Lippstadt in Büren-Ahden einzuschmuggeln. Dabei wurde er geschnappt. Jetzt muss er für zwei Jahre und zwei Monate in den Knast.

Symbolfoto.
Symbolfoto. Foto: dpa

Mit drei Gepäckstücken war der 49-Jährige am 13. Juli in Paderborn aus dem Flugzeug gestiegen – aus Kenia war er über Frankfurt am Main eingereist. »Er war der letzte im Flugzeug«, berichtete ein Zöllner vom Flughafen Paderborn, »ich habe ihn zur Kontrolle gebeten.«

Tee deklariert und Kath-Blätter geschmuggelt

Angeblich hatte der Frührentner aus Kassel Tee gekauft und einführen wollen, aber der Zollbeamte fand in den beiden Taschen und einem Koffer etwas, was er von seinem früheren Einsatzort am Frankfurter Flughafen kannte: 40 Kilogramm frische und 20 Kilogramm getrockneter Kath-Blätter. »Das war für uns in Paderborn etwas ganz Neues«, sagte der Zöllner als Zeuge. Das Märchen vom Tee hatte sich damit erledigt, der mutmaßliche Drogenkurier habe dann behauptet, er habe das Kath mitgebracht zum Eigenbedarf: zur Linderung seiner chronischen Schmerzen – was ihm der Zoll angesichts der Menge nicht glaubte.

Jetzt landete der Beschuldigte vor dem Schöffengericht: Erst druckste der frühere Busfahrer aus Kassel ein bisschen herum, machte dann aber reinen Tisch. Er sei kokainabhängig, nach Frühverrentung, Scheitern seiner Ehe und Verlust seiner Wohnung sei er in diese Sucht geraten.

2000 Euro für Kuriertätigkeit geboten

Wie er diese finanziere, wollte Richter Köhne wissen – schließlich sei der regelmäßige Kokainkonsum bei einer Berufsunfähigkeitsrente von unter 600 Euro im Monat ein bisschen teuer. 2000 Euro habe man ihm für die Kuriertätigkeit geboten, sagte der Angeklagte. Er kenne einen Mann aus einer Kasseler Disco, der ihn gefragt habe, ob er für ihn Tee aus Nairobi holen wolle. Der habe Flug und Hotel für fünf Tage bezahlt, und ihm die Taschen auf dem Airport von Nairobi in die Hand drücken lassen – was drin war, habe er nicht gewusst. Allerdings gab es wohl zum Zeitpunkt der Einreise nach Deutschland eine weitere Flugbuchung am 25. Juli – ebenfalls nach Nairobi, was die Kuriertätigkeit in einem anderen Licht erscheinen ließ.

Auch das Schöffengericht war keineswegs geneigt zu glauben, dass der Angeklagte von drei Gepäckstücken mit insgesamt 60 Kilogramm Tee ausgegangen war. Allein dass der 49-Jährige ohne Umschweife Namen, Adresse und Telefonnummer seines Kasseler Auftraggebers zu Protokoll gab, brachte ihm etwas Wohlwollen des Gerichts ein. Mit 26 Monaten Haft blieb das Strafmaß knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

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