Borchener Liberale unterstützen Kandidat Uwe Gockel und kritisieren Verwaltungsspitze
Unternehmer klagen FDP ihren Frust

Borchen (WB/som). Die FDP Borchen unterstützt bei der Kommunalwahl am kommenden Sonntag den freien Bürgermeisterkandidaten Uwe Gockel. „Borchen braucht einen Wechsel im Rathaus. Daher stellen wir uns hinter Uwe Gockel und seine Kandidatur für unsere Gemeinde“, teilen die Liberalen mit.

Dienstag, 08.09.2020, 09:39 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 13:22 Uhr
Unabhängiger Bürgermeisterkandidat Uwe Gockel (links) und Marcel Welsing (FDP) .

Der Ortsverbandsvorsitzende Dr. Marcel Welsing erläutert, warum sich die FDP jetzt doch klar positioniere: „Wir haben uns bislang aus dem Bürgermeisterwahlkampf herausgehalten und uns ausschließlich auf unsere Ideen und Ziele für Borchen konzentriert. In den vergangenen Tagen haben den Ortsverband aber mehrere E-Mails und Anrufe erreicht, die uns sehr nachdenklich gestimmt und zu einem völligen Umdenken bewogen haben.“

In den Mails und Gesprächen hätten heimische Unternehmer, Gewerbetreibende, Landwirte und Einzelhändler ihre negativen Erlebnisse und Erfahrungen aus Vorgängen mit der derzeitigen Verwaltungsspitze geschildert, teilen Welsing und Franz-Josef Kaiser mit: „In diesen Mitteilungen wurden der Frust und die Enttäuschung deutlich.“

Marcel Weising: „Draht der Verwaltungsspitze mit der breiten Wirtschaft nicht wie gewünscht vorhanden“

Ins Detail gehen wollten die Liberalen nicht. Den Grund hierfür erläutert Welsing so: „Umso besorgter hat uns gestimmt, dass alle Unternehmer darum baten, sie nicht namentlich zu nennen und die Vorgänge nicht öffentlich detailliert zu beschreiben, sodass ansonsten Rückschlüsse möglich sind. Sie haben ihrer Aussage nach Angst, dass ihnen sonst Repressalien und Nachteile drohen. Das sagt eigentlich alles aus und zeigt die missliche Lage, in der sie sich ihrer Wahrnehmung nach befinden“, teilt Marcel Welsing mit: „Man gewinnt den Eindruck, dass der Draht der Verwaltungsspitze mit der breiten Wirtschaft nicht wie gewünscht vorhanden ist.“

Das Gewerbe, der Mittelstand und die Landwirtschaft seien aus Sicht der FDP Borchen aber äußerst wichtige Bestandteile des Borchener Gemeindelebens, die Wohlstand, Arbeitsplätze, Gewerbesteuern und Infrastruktur vor Ort sicherten. „Wir können und müssen auf jeden Gewerbe- und Landwirtschaftsbetrieb, jedes Unternehmen in unserer Gemeinde stolz sein. Das Gewerbe und die Unternehmer müssen sich wohl fühlen. Alles andere schadet unserer Gemeinde nachhaltig“, sind Welsing und Kaiser überzeugt.

Bei Kandidat Uwe Gockel sieht die FDP aufgrund mehrerer Gespräche zahlreiche inhaltliche Anknüpfungspunkte, „sodass wir uns eine inhaltliche Ratsarbeit mit ihm als Bürgermeister sehr gut vorstellen können“, betonten die FDP-Ratskandidaten. Angesprochen auf die der FDP mitgeteilten Missstände habe Gockel berichtet, dass er auf seinen zahlreichen Unternehmensbesuchen gleichlautende Schilderungen erzählt bekommen habe, hierüber ebenfalls erschüttert sei und als Bürgermeister umgehend für eine Kehrtwende sorgen werde.

Marcel Welsing sagt: „Dies zeigt uns, dass Uwe Gockel nicht spalten und blockieren, sondern mit allen Beteiligten gemeinsam für Borchen arbeiten und nach Kompromissen suchen will. Das braucht unsere Gemeinde.“

Reiner Allerdissen: Schilderungen der FDP „diffamierend“

Auf Anfrage dieser Zeitung bezeichnet Bürgermeister Reiner Allerdissen die Schilderungen der FDP als unverschämt: „Das ist diffamierend und dient nur dem Wahlkampf. Da wird irgendetwas vom Zaun gebrochen, was unsachlich und unfair ist.“

In der Verwaltung laufe der meiste Kontakt zu den Unternehmen über eine Mitarbeiterin, die bereits seit Jahren in dieser Position arbeite. „Sie macht sehr erfolgreiche Arbeit und es gibt sehr gute Rückmeldungen von den Unternehmen“, betont Allerdissen. Ein Beispiel sei auch die Borchener Erkundungsrallye, bei der Achtklässler das Gewerbegebiet kennengelernt haben.

Borchens Bürgermeister betont, dass er sehr guten Kontakt zu den hiesigen Unternehmen habe: „Unsere Unternehmer würden sofort Bescheid sagen, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Da wird etwas zusammenfantasiert, was so unverschämt gegenüber meiner Mitarbeiterin ist und einzig eine Spitze im Wahlkampf ist.“

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