Tochter steht ab 2. Oktober vor Gericht – Als Motiv wird Habgier angenommen
Mord an Rentnerin: Prozess beginnt

Borchen (WB). Knapp ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod einer 76 Jahre alten Witwe in Borchen (Kreis Paderborn) landet der Fall jetzt vor Gericht. Vom 2. Oktober an muss sich die Tochter vor dem Landgericht Paderborn wegen Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 47-Jährige ihre Mutter aus Habgier getötet hat. Bei der Frau soll der Verdacht der Spielsucht im Raum stehen.

Samstag, 05.09.2020, 02:00 Uhr
Dieses Auto soll die 47-Jährige aus Borchen gerammt haben. Der 76-jährige Fahrer starb noch an der Unfallstelle. Foto: news5

Wie berichtet, war die Leiche am Morgen des 22. September, einem Sonntag, im Schlafzimmer der Wohnung der Seniorin gefunden worden. Die 76-Jährige war Opfer eines Verbrechens geworden. Nach unbestätigten Informationen soll die 76-Jährige erst geschlagen und dann erstickt worden sein. Eine Schwiegertochter der Getöteten hatte sich Sorgen gemacht und den Rettungsdienst alarmiert. Kurz nach der Tat machten sich die Tochter und der Schwiegersohn des Opfers, die im selben Haus wohnten, offenbar auf den Weg in den Urlaub nach Süddeutschland. Auf der A3 bei Nürnberg verursachte die Tochter gegen 11 Uhr einen Unfall. Wie eine Spurenauswertung der Polizei ergab, hatte sie mit ihrem Auto einen vorausfahrenden Wagen gerammt. Beide Autos kamen ins Schleudern – der Fahrer des anderen Autos, ein 76-jähriger Rentner, starb noch an der Unfallstelle.

Tödlicher Zusammenstoß auf der A3 bei Nürnberg

Anschließend war die Frau ausgestiegen, über die Mittelleit­planke geklettert und auf die Gegenfahrbahn gelaufen, wo ein Auto sie erfasste. Ob dies in suizidaler Absicht geschah, soll weiterhin ungeklärt sein. Die 47-Jährige wurde damals schwer verletzt. Zunächst stand ihr Ehemann (53), ein Tierarzt, unter dem Verdacht, die 76-Jährige getötet zu haben. Er wurde aber Anfang dieses Jahres nach drei Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen, weil das Landgericht Paderborn keinen dringenden Tatverdacht sah.

Der Tierarzt war nach dem schweren Autounfall in Süddeutschland in einem Hotel in der Nähe des Krankenhauses, in dem seine Frau eingeliefert worden war, in der Nacht zu Montag um 1 Uhr von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Offenbar war damals in Borchen absichtlich eine falsche Spur gelegt worden, um den Ehemann zu belasten.

Gegen den 53-Jährigen wurde zunächst auch wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Seine Frau hatte gegenüber der Polizei ausgesagt, dass ihr Mann ins Lenkrad gegriffen und zeitgleich ihr Bein fixiert habe. Deswegen habe sie nicht bremsen können. Vor allem den zweiten Punkt hält ein Sachverständiger jedoch für nicht nachvollziehbar, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg sagte. Das Ermittlungsverfahren gegen den Ehemann wegen fahrlässiger Tötung des 76-jährigen Autofahrers wurde daraufhin in Nürnberg eingestellt. Die Ermittlungen richteten sich dann gegen die Frau. Da die 47-Jährige nun aber wegen Mordverdachts in Paderborn vor Gericht steht, wurde das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung auch gegen sie eingestellt.

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