Neuer Streit um Frischeküche Dörenhagen: Förderverein kritisiert Bürgermeister
Treffen mit Kita-Leitung geplatzt

Dörenhagen (WB). Die geplante Frischeküche im Schulerweiterungsbau in Dörenhagen führt zu neuem Streit: Der Förderverein der Grundschule Dörenhagen kritisiert in einer Pressemitteilung, dass Bürgermeister Reiner Allerdissen die vom Rat geforderten Planungen zur Realisierung in die Länge ziehe.

Mittwoch, 15.07.2020, 09:18 Uhr aktualisiert: 15.07.2020, 09:20 Uhr
Die Kita Glühwürmchen in Dörenhagen bezieht ihr Essen von einem Caterer. In Zukunft soll die Einrichtung über die neue Küche im Schulerweiterungsbau versorgt werden. Foto: Oliver Schwabe

Hintergrund ist ein Brief des pädagogischen Teams der Kita Glühwürmchen an den Bürgermeister, in dem es unter anderem den aktuellen Standard der Mittagsverpflegung erläutert. Die Einrichtung wird seit fünf Jahren von einem Caterer versorgt und sei damit kontinuierlich zufrieden. Zukünftig wird die Kita ihr Essen aus der neuen Küche im Schulerweiterungsbau beziehen.

In dem Schreiben sind detailliert alle Anforderungen an die Frischeküche aufgeführt, die das Team für den funktionierenden Kita-Alltag erfüllt haben muss – von der Zusammenstellung der Speisen über unterschiedliche Essenszeiten, dem organisatorischen Ablauf bis hin zur pädagogischen Konzeption. Allerdissen hat dieses Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden weitergeleitet.

Diese Art des Vorgehens überrascht uns.

Frank Stöter

„Diese Art des Vorgehens überrascht uns“, sagt Frank Stöter. Der Vorsitzende des Mensa-Vereins fragt, warum das Kita-Team nicht direkt mit ihnen spreche: „Vertreter des Kindergartens waren bei allen Terminen des Arbeitskreises zur Planung des Neubaus anwesend. Die Anforderungen der Essensbelieferung der Kita wurden dabei genauso diskutiert wie das Aktionsfrühstück.“

Auf Initiative von Dörenhagens Ortsvorsteher Heinrich Rebbe sei ein gemeinsames Treffen anberaumt worden, um Streitigkeiten in Bezug auf die Küche auszuräumen und ein Verständnis für die Anforderung und die Umsetzung herzustellen. Dieser Termin ist nach Angaben des Fördervereins nun geplatzt: „Der Kita-Leitung wurde die Teilnahme an einem solchen Termin durch den Bürgermeister untersagt. Wir wissen nicht, warum ein Einigungstermin zum Thema Frischeküche boykottiert wird“, teilt Rebbe mit.

Kritik an geplanter Satzungsänderung

Der Förderverein kritisiert zudem eine geplante Satzungsänderung der Verwaltung bezüglich der Essensgeldumlage in den Betreuungseinrichtungen, die von der vergangenen auf die nächste Ratssitzung vertagt wurde. „Mit dieser Satzungsänderung können im Gegensatz zur heutigen Situation beispielsweise Personalkosten für die Ausgabe zukünftig in die Essensgeldumlage eingerechnet werden“, heißt es weiter. Diese könne alle Borchener Verpflegungseinrichtungen betreffen, auch wenn sie aktuell ihr Essen über einen Caterer bezögen. Zudem könnten Kosten für Gebäude und Einrichtung auf den Essenspreis umgelegt werden. Der Mensaverein kritisiert den Zeitpunkt der Satzungsänderung, da die Verwaltung eigentlich die gemeinsame Planung der Frischeküche mit dem Verein angehen solle.

„Dass einige offene Fragen des pädagogischen Teams nun als Vorsatz genommen werden, um das beschlossene Frischeküchenkonzept zu attackieren, sieht die CDU-Ortsunion Dörenhagen mehr als kritisch. Der Ortsunionsvorsitzende Christoph Noeke teilt mit: „Wir wundern uns schon sehr, dass das pädagogische Team seine Einwände nach Verbot ihres Dienstherren nicht direkt mit Förder-, Mensaverein, Schul- und Ortsvertreten erklären darf.“ Die CDU hoffe, dass die Verwaltung ihren Auftrag aus dem Rat ernst nehme und nicht kontraproduktiv agiere. „Was wir zum aktuellen Zeitpunkt auf keinen Fall gebrauchen können ist, Kommunikation unter den Beteiligten zu unterbinden, auf Zeit zu spielen und unrealistische Fristen an den erst kürzlich gegründeten ehrenamtlichen Mensaverein zu stellen“, sagt Christoph Noeke.

Das alles ist für uns sehr unverständlich.

Heinrich Rebbe

Ortsvorsteher Heinrich Rebbe ist enttäuscht: „Das alles ist für uns sehr unverständlich und außerdem weiß ich aktuell gar nicht, wann es endlich mit dem Neubauprojekt in den Architektenwettbewerb geht. Dörenhagen braucht das Gebäude eher heute als morgen.“

Auf Anfrage dieser Zeitung erläutert Bürgermeister Allerdissen, dass die Gemeinde Borchen Arbeitgeber der Kita-Mitarbeiter sei und der Bürgermeister der Sprecher der Gemeinde: „Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht meine Mitarbeiter angesprochen werden, sondern ich.“

Den Brief des pädagogischen Kita-Teams habe er zur Information an die Fraktionsvorsitzenden weitergeleitet, da die Argumente der Kita für die Entscheidungsfindung zum Thema Frischeküche erforderlich seien: „Wenn einer der Beteiligten Fragen stellt, müssen diese in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Sonst würden die Fraktionen fragen, warum ihnen dieses Schreiben nicht vorliegt.“

Kosten in den Haushalt einstellen?

Die angesprochene Satzungsänderung bezüglich der Essensgeldumlage in den Betreuungseinrichtungen seien redaktionelle Anpassungen zur besseren Nachvollziehbarkeit gewesen. Dass das Essen kostendeckend weitergegeben werden muss, sei bereits in der aktuellen Fassung enthalten. Ein Caterer rechne auch alle anfallenden Kosten wie Miete, Betriebs- und Personalkosten in den Einzelpreis ein.

Reiner Allerdissen erläutert: „Natürlich kann man sagen, dass der Mensaverein weder die Personal- noch die Betriebskosten und die Fläche tragen muss. Dann muss die Politik beschließen, dass diese Kosten in den Haushalt eingestellt werden.“

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