Schulküche in Dörenhagen wird wieder Thema in der kommenden Ratssitzung
Kleinere Fläche könnte Kosten senken

Borchen-Dörenhagen (WB). Mit Freude nimmt der Förderverein der Grundschule Dörenhagen zur Kenntnis, dass die politische Debatte um die Schulküche in Dörenhagen wieder Fahrt aufnimmt.

Freitag, 08.05.2020, 10:53 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 13:26 Uhr
Außenansicht der Grundschule in Dörenhagen. Foto: Sonja Möller

Im Dezember hatte sich, wie berichtet, der Rat der Gemeinde Borchen mit knapper Mehrheit gegen die Planung einer Frischeküche entschieden. Stattdessen sollte eine „Cook&Chill-Küche“ eingeplant werden, bei der die Mahlzeiten von einem Caterer angeliefert und vor Ort aufgewärmt werden.

Förderverein hat neue Zahlen vorliegen

Laut Förderverein sei der Hauptgrund für diese Entscheidung des Gemeinderates die horrenden Mehrkosten der Frischeküche gewesen, die Bürgermeister Reiner Allerdissen in der Beschlussvorlage angab. Diese Mehrkosten basierten auf der benötigen Küchenfläche, die laut Verwaltung 190 Quadratmeter betragen sollte. Nun habe der Förderverein der Grundschule aktuellere Fakten und Kennzahlen vorliegen. Mit großer Unterstützung der Fraktion Bündnis90/Die Grünen seien diese neuen Zahlen gemeinsam mit der Teamleitung der Offenen Ganztagsschule (OGS) und mit dem Dörenhagener Ortsvorsteher Heinrich Rebbe diskutiert worden, um eine „zukunftssichere Lösung“ für die neue Einrichtung in Dörenhagen zu finden.

Heinrich Rebbe will nicht an der falschen Stelle sparen

Der Förderverein kämpfe um die Möglichkeit der Beibehaltung einer Frischeküche, die bereits seit 20 Jahren mit einem engagierten OGS-Team erfolgreich betrieben werde. „Die Montessorischule ist für Dörenhagen ein absoluter Glücksfall und wir möchten die Versorgung der Kinder mit gesundem Essen auch im Neubau sicherstellen“, sagt Dörenhagens Ortsvorsteher und Ratsherr Heinrich Rebbe von der CDU, die das frische Kochen in der neuen Einrichtung immer befürwortet habe. „Es gibt nichts Ärgerlicheres, als wenn wir in fünf Jahren feststellen würden, dass wir an der falschen Stelle gespart haben.“

Aus unserer Sicht ist das ein guter Kompromiss.

Guido Reitmeyer

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Guido Reitmeyer, betont: „Wir haben uns im Dezember für die ‚Cook&Chill-Küche‘ und somit gegen die Frischeküche entschieden. Wir konnten aufgrund der angestrengten Haushaltslage diese Mehrinvestitionen für die Frischeküche seinerzeit nicht mittragen.“ Basierend auf den neuen Fakten jedoch, die von dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und der Schulvernetzungsstelle bereitgestellt und von Küchenfachplanern des Verbandes VdF bestätigt worden seien, könne man mit einer Fläche von 0,5 Quadratmeter pro Essensteilnehmer auskommen. Für 190 Essen pro Tag würde laut Förderverein die Küchenfläche damit nur 95 Quadratmeter betragen, also weniger als die Hälfte der ursprünglich für die Frischeküche ermittelten Größe. „Aus unserer Sicht ist das ein guter Kompromiss“, sagt Reitmeyer weiter. „Damit würden wir die Küche zukunftssicherer gestalten.“

Der Antrag der Grünen auf Änderung des Ratsbeschlusses liege der Verwaltung mittlerweile vor. Der nächste Termin zu diesem Thema soll die Ratssitzung am kommenden Donnerstag, 14. Mai, sein, die aufgrund der derzeitigen Situation in der Gemeindehalle Kirchborchen stattfinden wird.

„Wir freuen uns darüber, dass die Entscheidung noch einmal diskutiert wird“, heißt es in der Mitteilung des Fördervereins. „Sollte der Antrag der Grünen eine Mehrheit im Rat finden, so rückt auch die Chance frisches Essen zuzubereiten wieder in greifbare Nähe.“ Die flächendeckende Umsetzung von Frischeküchen in Schulen werde aktuell auch im Landtag NRW vorangetrieben.

Auch Uwe Gockel für Beibehaltung des frischen Kochens

Auch der unabhängige Bürgermeisterkandidat für die Gemeinde Borchen, Uwe Gockel, spricht sich für die Beibehaltung des frischen Kochens in Dörenhagen aus. „Die seitens der Verwaltung ermittelten Mehrkosten von circa 610.000 Euro werden nach neueren Erkenntnissen in ihrer Höhe inzwischen angezweifelt. Mit einer Investition, welche sich um ein Vielfaches unter diesem Betrag bewegen dürfte, geschätzt circa 150.000 Euro, ließe sich eine Frischeküche wohl realisieren“, sagt Gockel.

„Gerade in Zeiten der Corona-Krise wird deutlich, dass Lieferketten nicht so robust sind, wie wir es uns immer vorgestellt haben und wie fragil unsere derzeitigen Wertschöpfungsketten sind. Auch diese Erfahrung spricht für eine attraktive Selbstversorger­küche in Form einer Frischeküche am Standort. Dadurch können Risiken in der Einhaltung der Hygienevorgaben abgebaut und nachhaltige, klima- und umweltfreundliche Produktionsabläufe unter Ausnutzung regionaler Erzeugnisse gewährleistet werden.“ Er appelliere an alle Ratsmitglieder, diese über Jahre bewährte, gesunde Verpflegungsform in Dören­hagen nicht aufzugeben.

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