„Tiere stellen keine Beeinträchtigung dar“ – Borchen wohl 2020 kein Zielort Taubenschlag: Veranstalter des Wettflugs wehren sich

Borchen  (WB). In der Diskussion um einen für einen Wettflug geplanten Taubenschlag in Borchen weisen die Veranstalter die Vorwürfe zurück, die im Zuge einer Bürgerversammlung aufgekommen sind. „Wir wollen für Aufklärung sorgen, wie der Taubensport betrieben wird. Flug­tauben landen nicht in Gärten, auf Dächern oder Terrassen. Sie koten auch nicht während des Flugs“, sagen die Veranstalter, die namentlich nicht genannt werden wollen, im Gespräch mit dem WEST­FÄLISCHEN VOLKSBLATT.

Von Matthias Wippermann und Matthias Band
In Borchen ist ein Streit um einen geplanten Taubenschlag entbrannt.
In Borchen ist ein Streit um einen geplanten Taubenschlag entbrannt. Foto: dpa

Bekannt wurde nun, dass der Wettflug auf jeden Fall im September stattfinden soll, Borchen aber wohl nicht mehr der Zielort sein wird, weil es noch Rechtsstreitigkeiten mit dem aktuellen Pächter der Fläche geben soll. Aufgrund einer zweijährigen Kündigungsfrist soll der Landwirt das Areal in Borchen noch bis zum 31. Oktober 2022 nutzen können. Erst wenn er die Nutzung aufgibt, könnte dort ein Taubenschlag gebaut werden. Nach Informationen dieser Zeitung sollen die Wettflug-Veranstalter nun in Bad Lippspringe nach einem neuen Standort Ausschau halten. Dazu wollen sie sich aber derzeit nicht äußern.

Grundsätzlich halten die Veranstalter an dem Ziel fest, den Taubenschlag für bis zu 700 Tauben in Borchen bauen zu wollen , da sie nun ebenfalls einen gültigen Pachtvertrag für die Fläche be­säßen. Das Gebäude soll auf einer Weide am Dahlbergweg entstehen und 30 mal 3 Meter groß werden. Eine Baugenehmigung liegt den Veranstaltern vor. „Das Kreisbauamt hat Anfang des Jahres den beantragten Taubenschlag im Einvernehmen mit der Gemeinde Borchen genehmigt. Zuvor waren die erforder­lichen Stellungnahmen aller beteiligten Fachämter eingeholt worden, die allesamt positiv ausfielen“, erklärt Kreis-Sprecherin Michaela Pitz. Rechtlich gebe es also nichts zu beanstanden.

„Die Wettflug-Tauben sind praktisch nicht zu sehen“

Die Wettflug-Veranstalter aus Paderborn versichern, dass die Anwohner keine Bedenken zu haben bräuchten. „Die Vorwürfe, die gegen uns erhoben wurden, sind einfach unfair. Die Tauben sind noch sehr jung, wenn sie in den Schlag kommen. Sie Gurren deshalb nicht.“ Und das Baugebiet sei mehr als 100 Meter entfernt, sagen sie. Der Taubenschlag stelle auch für die neue Kita keine Beeinträchtigung dar. „Die Wettflug-Tauben sind praktisch nicht zu sehen. Sobald sie rausgelassen werden, steigen sie sehr hoch und kommen auf Kommando sofort rein. Sie werden gar nicht wahrgenommen, wenn sie draußen sind. Und was ganz wichtig ist: Tauben übertragen keine Krankheiten“, sagen die Veranstalter.

Auch zur Frage, wie der Taubenmist entsorgt wird, äußerten sie sich: „Die Tauben koten an ihrem Sitzplatz, von dort fällt der Kot auf ein Transportband und wird in eine Tonne weitergeleitet. Wenn diese voll ist, wird sie abtransportiert und der Inhalt fachgerecht entsorgt.“ Es werde am Dahlbergweg auch nicht zu Taubenschwärmen und einem vermehrten Verkehrsaufkommen kommen.

„Ein halbes Jahr lang passiert an dem Taubenschlag nichts“

Ab April sollen die Vorbereitungen zu dem German Classic „One Loft Race“, so der Name des Wettbewerbs, beginnen. Die Teilnehmer übergeben den Organisatoren dann ihre Tauben. Zwei Betreuer aus Lichtenau kümmerten sich von da an um die Tiere in dem Schlag, versorgten sie täglich und ließen sie in kleineren Gruppen zum Fliegen raus. Die Tauben, es handele sich durchweg um Jungtauben, die nicht geschlechtsreif seien, würden dort heimisch und auf die Distanz des Wettflugs vorbereitet. „Es fahren also nicht ständig mehrere Fahrzeuge zum Taubenschlag. Es ist nur ein einziges. Am Sportplatz steht ein öffentlicher Parkplatz zur Verfügung“, sagen die Veranstalter.

Der Finalflug am 5. September soll ab Weil an der Grenze zur Schweiz starten. Die Abendveranstaltung sei in einem Hotel geplant. Künftig soll jährlich ein Finalflug stattfinden, das würde bedeuten, dass jeweils im April der Schlag mit Tauben belegt wird, der Flug wäre dann jeweils für September geplant. „Ein halbes Jahr lang passiert also an dem Taubenschlag nichts“, sagen die Organisatoren.

„Uns ist daran gelegen, Aufklärung zu schaffen“

Den Vorwurf, es handele sich um ein Wettspektakel, weisen sie ebenfalls zurück. Solche Rennen gebe es seit mehr als 30 Jahren. Sie seien nichts Außergewöhnliches und fänden auch auf Usedom und Sylt statt. Deutschlandweit gebe es mehr als 60 Wettflüge dieser Art. „Uns ist daran gelegen, Aufklärung zu schaffen. Das Bauamt hat uns die Genehmigung nach intensiver Prüfung erteilt. Die Tauben stellen keine Belästigung dar.“

Kommentare

Eingeschränkte Wahrheit

Bei dem Bericht wird leider nicht die komplette Wahrheit berichtet.
Es handelt sich bei dem Rennen um ein Wettbewerb um Geld und nicht um ein Hobby. Es interessieren nur die ersten ankommenden Tauben ,da diese das große Geld machen. Die restlichen Tauben sind für alle uninteressant. Desweiteren gehen viele Tauben verloren da hier von den Eigentümern der Tauben gefordert wird das Finale mit einer hohen Distanz durchzuführen egal bei welchen Wetterbedingungen. Die Tiere die zu dem Zeitpunkt mal gerade zwischen 6 und 9 Monaten alt sind müssen viel zu hohe Anforderungen erfüllen da sie nach dem Finale eh nicht mehr für die Reise eingesetzt werden.
Und bei den Schlagpflegern handelt sich um Personen die schon seit Jahren versuchen Geld mit Brieftauben zu verdienen.
Ob diese Rennen das richtige für die Brieftauben ist bleibt stark anzuzweifeln da es sich nicht um das übliche Hobby Brieftaubensport handelt sondern um ein Glückspiel um viel Geld.

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