Möglicher Umzug vom Hessenberg auf Fläche an der Altenau könnte Lösung sein SC Borchen hat ein Platzproblem

Borchen (WB). „SC Borchen – zwei Orte, ein Verein“ hängt in großen Buchstaben am Sportplatz Hessenberg. Der Platz liegt an der Grenze von Nord- und Kirchborchen und ist ein beliebter Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. „Das hier ist unsere Herzkammer“, sagt Christian Waltemate, Vorsitzender des SC Borchen mit mehr als 2100 Mitgliedern. Doch der Sportclub braucht mehr Platz, das steht fest.

Von Sonja Möller
„Der Hessenberg ist unsere Herzkammer“, sagt der SC-Borchen-Vorsitzende Christian Waltemate. Allerdings wird es langsam eng für die 2100 Mitglieder. Im Hintergrund ist das neue Baugebiet zu sehen. Eine Erweiterungsmöglichkeit gibt es nicht.
„Der Hessenberg ist unsere Herzkammer“, sagt der SC-Borchen-Vorsitzende Christian Waltemate. Allerdings wird es langsam eng für die 2100 Mitglieder. Im Hintergrund ist das neue Baugebiet zu sehen. Eine Erweiterungsmöglichkeit gibt es nicht. Foto: Jörn Hannemann

Der Zulauf an Mitgliedern hält an. Derzeit gibt es 20 Jugendmannschaften und sechs Seniorenteams. Doch die Möglichkeit, sich räumlich zu erweitern, ist am Hessenberg nicht vorhanden, teilt Waltemate im Gespräch mit. Der Standort ist von allen Seiten durch Straße, neues Baugebiet und Wohnbebauung begrenzt.

Zudem ist der Kunstrasen dringend sanierungsbedürftig, sagt Waltemate: „Der Platz ist platt. Der Rasen lässt sich nicht mehr aufbürsten.“ Durch die außerordentlich hohe Beanspruchung – oft trainieren hier zeitgleich vier Mannschaften – müsse der Kunstrasen ausgetauscht werden.

Die Erneuerung der Auflage würde etwa 240.000 Euro kosten, teilt Bürgermeister Reiner Allerdissen mit. Die Kosten könnten allerdings noch steigen, sollte die darunterliegende Elastikschicht nicht in Ordnung sein.

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Hier auf dem Platz knubbelt es sich. Vier Teams trainieren oft gleichzeitig.

Christian Waltemate

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Eine Lösung für das Platzproblem könnte die Umsiedlung des Sportparks auf eine Fläche an der Altenau gegenüber des Rathauses sein. Allerdissen hatte wie berichtet 2019 die Idee, die beiden Standorte des SC Borchen, der sowieso schon den Platz am Bohnenkamp nutzt, zusammenzufassen: „Der SC Borchen hat einen enormen Zulauf. Der Trainingsbetrieb hält mit der Fläche am Hessenberg nicht Schritt“, sagt Allerdissen: „Mit einer Sportanlage des SC Borchen an der Altenau würde eine über die Region hinaus einmalige Fläche für Sport und Freizeit in Borchen entstehen.“

Zum Sportpark „Im Westen“ würden dann auch die bereits vorhandene Sportplatz- und Leichtathletikanlage Bohnenkamp, zwei kleinere Kunstrasenplätze, eine Tennisanlage, die Dreifachturnhalle, die Sekundarschule mit einer eigenen Turnhalle, die BMX-Strecke, das Multifunktionsfeld mit Rollhockey und Basketballoption und die Skateranlage gehören. Hinzu kämen die Kirchborchener Gemeindehalle, das Kirchborchener Bürgerhaus, die Sekundarschule und der Spielplatz im Westen.

Christian Waltemate zeigt den Kunstrasen am Hessenberg, der ausgetauscht werden muss. Foto: Jörn Hannemann

Der Bürgermeister und der SCB warten jetzt auf Informationen der Bezirksregierung und des Kreises, ob und unter welchen Umständen ein Sportpark auf der beabsichtigten Fläche überhaupt bauplanungsrechtlich möglich ist, bevor in eine konkrete Planung eingestiegen werden kann. Die mögliche Fläche für dieses Vorhaben gehört derzeit noch nicht der Gemeinde Borchen, teilt Allerdissen auf Anfrage mit.

„Die Überlegung umzuziehen, gab es schon vor 20 Jahren. Damals hatten wir schon enorm viel Zulauf, vor allem im Bereich Mädchenfußball. Aber aufgrund von Hochwasserschutz und dem Eigentümer der Fläche, der nicht verkaufen wollte, war dies damals nicht möglich“, erläuterte Waltemate. So wurde in den Sportpark Hessenberg investiert – mit viel ehrenamtlichem Engagement und Eigenleistung.

Der Zulauf zum SC Borchen hält weiter an. „Hier auf dem Platz knubbelt es sich. Vier Teams trainieren oft gleichzeitig“, beschreibt Waltemate. Eine Umsiedlung an die Altenau hätte weitere Vorteile: „Wir hätten nur noch einen Standort und müssten nicht mehr das Trainingsmaterial hin- und herfahren“, sagt er. Ob der Sportpark tatsächlich geplant werden kann, ist nach Angaben von Allerdissen noch völlig offen. Eine detaillierte Planung werde es nur in Abstimmung mit dem SC Borchen geben.

Die Fraktion „Die Freien Borchen“ hatten Allerdissen im Dezember um einen Zwischenstand und Planungsziele gebeten, die der Bürgermeister in der letzten Ratssitzung 2019 erläuterte. Unter anderem wollte sie wissen, ob der Hessenberg für den Bau der Entlastungstraße für das neue Baugebiet vorgesehen sei. Allerdissens Antwort: „Das Grundstück ist nicht dafür vorgesehen. Zum gegebenen Zeitpunkt werden dem Rat Modelle für die Entwicklung der Fläche vorgestellt.“ Auch über Rückbau-Kosten gebe es noch keine Informationen. Allerdissen: „Eine Schließung der alten Sportanlage würde erst nach Fertigstellung der neuen in Betracht kommen. Der Zeitpunkt kann jetzt noch nicht abgesehen werden.“

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